Angela und die Ritter der Spesenrunde

Am Kabinettstisch von Angela Merkel (CDU) gilt es als eine Art Statussymbol: Wer darf wie viel für Essen & Trinken ausgeben? Details dazu muss man im Bundeshaushalt mit der Lupe suchen, wenn man sie überhaupt findet. Kein Versteck erfreut sich bei Versicherungen, Banken und in Mietverträgen bekanntlich derart großer Beliebtheit wie das Kleingedruckte. So auch im Bundeshaushalt. Denn zusätzlich zu ihren üppigen Amtsbezügen, dicken Dienstwagen und prallen Reisekassen gönnen sich Angela Merkel und ihre Minister*innen weitere Annehmlichkeiten auf Steuerzahlerkosten: Sie können Bewirtungsspesen satt machen!

»Zur Verfügung der Bundeskanzlerin« stehen demnach kleingedruckte 340.000 Euro jährlich, übrigens auch für »Erfrischungen« (darfs ein Glas Champagner mehr sein?). Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) muss mit 130.000 Euro deutlich zurückstecken. Im Vergleich zu den anderen Rittern der Berliner Spesenrunde ist der Vizekanzler mit seinem »zur Verfügung des Bundesministers« stehenden Bewirtungs-Etat aber immer noch privilegiert.

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hat einen Spesentopf in Höhe von 84.000 Euro, den sie sich allerdings mit ihren Staatssekretären teilen muss. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen darf über 75.000 Euro verfügen. Beide Ministerinnen gehören dennoch zur Spitzengruppe.

Im mittleren Spesenfeld findet man: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) mit jeweils 55.000 Euro; Justizminister Heiko Maas (SPD) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) mit rund 30.000 Euro; Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) mit 29.000 Euro; Innenminister Thomas de Maizière (CDU) mit rund 25.000 Euro.

Schlusslicht ist Familienministerin Katarina Barley (Katarina wer?) mit 14.000 Euro. Die SPD-Politikerin machte bislang einzig mit der Beobachtung auf sich aufmerksam:

»Viele Menschen haben Merkel satt!«

Wer wollte ihr da widersprechen?

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