Bartels Breitseite – Ausgabe 7

Es gab eine Zeit in Deutschland, da regte sich der ›Spiegel‹ darüber auf, wenn der Finanzminister im Haushaltsplan 20.000 Mark Stütze für das neue ›Gotha Almanach‹ auswies. Diesmal überweist der Finanzminister umgerechnet 700.000 Mark zur Erforschung der Kirschessig-Fliege. Und der ›Spiegel‹? Schweigen. Aber er geniert sich, in der Rubrik Zeitreise für den Titel, den Rudi, der wahre Augstein, mal machte: Flammendes Inferno, Titelzeile: »Aggressives Negerproletariat«.Zum »Fremdschämen« schaudert es die Macchiatos heute…

Okay, lange her. 1956 war der Haushalt 32,5 Milliarden Mark klein. Für 2018 will unser Inkludenz-Ideal umgerechnet 675 Milliarden Mark ausgeben (337,5 Milliarden Euro). Damals unter Fritz Schäffer musste jedermann, »ob Greis oder Säugling«, (›Spiegel‹) für 624 Mark geradestehen. Heute umgerechnet für 55.544 Mark. 89 Mal so viel. Merkels Gäste natürlich nicht…

Dafür gibt der Herr Schäufele aber auch 60.000 Euro für die Erforschung der Stallfliegen aus – früher hängten die Bauern ausziehbare, klebrige Fliegenfänger in den Stall. Aber der Herr Schäufele schaufelt auch 5,7 Millionen für 5 neue Demo-Sprühduschen hin – früher taten es ordinäre Wasserwerfer. Oder 2,9 Millionen für 6 Wärmebild-Fahrzeuge – früher gab es noch keine »Südländer«, die sich nach der Vergewaltigung der Blondinen in die Büsche schlugen.

Aber Schäuble blättert auch 102,5 Millionen hin, damit Klopse wie CDU-Altmaier mit den »Diäten« wenigstens bis zur nächsten Pizza-Connection durchhalten. Schon fast ärmlich dagegen die 1,1 Millionen Euro, die Germoneys First Topmodel für Staatsbesuche braucht. Gut, kommen noch 360.000 Euro Bewirtungen drauf. Die Kiste im Höschen, Size Big Mama soll ja weiter passen. Etwas mehr ins »Gewicht« fallen da die 547 Millionen für die Dienstkarossen mit den getönten Panzerscheiben. Damit im Plenarsaal auch künftig alle schwören können: Es gibt keine No-Go-Areas!

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