Bericht aus dem Bundestag 1

Liebe Leser!

Ich möchte Ihnen künftig regelmäßig über meine Arbeit als Mitglied des Deutschen Bundestages berichten. Ihnen meine Erlebnisse in der Hauptstadt schildern. Als einer der jüngsten Abgeordneten will ich versuchen, so unbefangen wie möglich an die Dinge heranzugehen.

Bei meiner Ankunft im Reichstag am 26. September musste ich mich erst einmal durch einen Pulk von Reportern, Kameraleuten und Parteimitgliedern vorarbeiten. Als ich nach dem Empfang meiner Begrüßungsunterlagen den Sitzungsraum der AfD-Fraktion im Paul-Löbe-Haus betrat, wurde mir schlagartig klar: Jetzt gilt es!

Wir zukünftigen MdBs der AfD tragen eine riesige Verantwortung. Da wurden Landsleute aus allen Bundesländern von heute auf morgen zu »Volksvertretern« gewählt, unterschiedlichste Charaktere, teilweise auch aus unterschiedlichen politischen Lagern. Über alle Gegensätze hinweg müssen wir nun zusammenstehen und das Einigende und nicht das Trennende in den Vordergrund stellen. Da darf es keine »ideologischen« Brüche geben, keine Flügelkämpfe in der Fraktion. Denn darauf warten die Altparteien und der ihnen ergebene Medien-Mainstream doch nur. Wir sollten uns demütig jeden Morgen vor Sitzungsbeginn daran erinnern, dass wir »Volksvertreter« sind – gewählt, das Volk zu vertreten und nicht uns selbst mit unseren Eitelkeiten und Egoismen.
Nachdem es schon beim Zusammentritt der Fraktion ein reinigendes Gewitter gegeben hatte, einte uns trotz teilweise langer Diskussionen am Ende die Vernunft. Wir alle waren uns dann doch in einem einig: Mit der AfD gibt es endlich wieder eine Opposition in Berlin, die diesen Namen verdient. Schlagkräftig sind wir aber nur, wenn wir geschlossen auftreten. Wenn ich eines in den ersten Tagen in Berlin gelernt habe, dann dies: Die Hauptstadt-Presse dreht einem das Wort im Munde schneller um, als man sprechen kann. Fraktionsspaltung, Misstrauensvotum gegen Frau Dr. Weidel – kein Wort davon ist wahr! Auch wenn sich gerade vieles ändert, so ist die Mainstream-Presse ernüchternd gleich geblieben.

In den kommenden Tagen und Wochen muss ich mich nun auf die Arbeit im Bundestag vorbereiten. Denn bis zum 24.10. muss sich der Bundestag konstituiert haben. Die ersten Begegnungen mit denen, die direkt verantwortlich für die Schieflage der Nation sind, stehen also noch bevor.

Ich werde Sie auf dem Laufenden halten!


Jan Nolte

(28) ist Landesvorsitzender der Jungen Alternative (JA) Hessen und  Mitglied des Deutschen Bundestages.

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