Neue Terror-Gefahr aus der Luft

In wenigen Wochen starten die Weihnachtsmärkte – für die Sicherheitsbehörden seit dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt mit zwölf Toten ein Albtraum. Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt vor einer neuen heimtückischen Gefahr: Mögliche Bombenabwürfe mittels Drohnen, der »Luftwaffe« des IS im Irak.

»Drohnen sind durchaus in der Lage, einen möglichen Anschlag durchzuführen«, bestätigte jetzt ein BKA-Experte in der ARD. Da helfen dann auch keine Poller mehr. Das Bundeskriminalamt hat Drohneneinsätze des IS im Irak analysiert – und ist aufs Höchste alarmiert. Denn die Terror-Miliz hat nach Erkenntnissen des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Syrien leistungsstarke russische Militär-Drohnen erbeutet.

Es sind dies Bilder, die den Sicherheitsbehörden Sorge bereiten:

In einem mit islamistischen Singsang unterlegten Propagandavideo zeigt der IS, wie zwei Dschihadisten eine Kampfdrohne starten. Einer trägt den silbrig schimmernden Flugkörper. Er hat längere Tragflächen als handelsübliche Amateurdrohnen. Der Dschihadist hebt den Flugapparat hoch, auf der Oberfläche sind Solarzellen zu sehen. Dann wirft der Mann die Drohne hoch, sie surrt davon, fliegt über graubraune Häuser. Es tauchen Militärfahrzeuge und Soldaten auf. Aus der Drohne fällt eine schmale Bombe. Sie explodiert zielgenau bei den im Video rot markierten Männern. Eine Rauchwolke steigt auf. Einige Soldaten liegen auf dem Boden, die anderen laufen panisch weg, suchen Deckung.
»Getunte« Fluggeräte können durchaus größere Sprengstoffpakete und sogar Zehn-Liter-Tanks transportieren und diese zum Abwurf bringen. »Man kann sich unschwer vorstellen, was Terroristen in solchen Tanks transportieren können«, sagt ein Sicherheitsexperte. Von Sprengsätzen bis hin zu Giftstoffen sei alles denkbar. Aber es reiche schon, wenn eine Drohne über einer Menschenmenge eine gefärbte Flüssigkeit versprühe. »Dann gibt es eine Massenpanik mit möglicherweise tödlichen Folgen«, so das Schreckensszenario der Sicherheitsbehörden.

Als besonders gefährdet gelten Fußballstadien, Volksfeste und jetzt die näherrückenden Weihnachtsmärkte. Wie ernst die Gefahr ist, wird daran deutlich, dass der FC Bayern elektromagnetische Abwehrgeräte zum Schutz seiner Arena anschaffen will.

Oder können wir uns bald nur noch unter gigantischen Schutzkuppeln im Freien versammeln?

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