CDU fürchtet nächste Wahlpleite in Niedersachsen:

Das Wappen von Niedersachsen ist das springende weiße Ross im roten Feld. Es blickt auf eine Geschichte von mehr als 600 Jahren zurück. Gut möglich, dass das Niedersachsen-Ross am 15. Oktober 2017 noch einmal Geschichte schreibt. Indem der Schimmel Angela Merkel und ihrer linksgrünen CDU bei der vorgezogenen Landtagswahl so gewaltig in den Hintern tritt, dass es nach dem historisch schlechten Bundestagswahlergebnis in der Union zur offenen Revolte kommen könnte.

Ein CDU-Präsidiumsmitglied beschreibt die Stimmungslage in der Union so: »Hier ist, auf gut Deutsch, die Kacke am Dampfen!«

In Umfragen zeichnete sich zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen in Niedersachsen zwischen CDU (33,1 %) und SPD (32,8 %) ab. Demnach könnten insgesamt sechs Parteien in den Landtag einziehen: außer CDU und SPD die Grünen, die in Umfragen zuletzt bei 9,9 Prozent lagen; die AfD mit 8,1 Prozent, die FDP mit 8,0 Prozent und die Linkspartei mit 5,4 Prozent.

Auf Basis dieser Werte hätte die bisherige rot-grüne Regierung unter Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) keine Mehrheit mehr. Außer einer Großen Koalition wären rechnerisch ein schwarz-gelb-grünes Jamaika-Bündnis sowie eine Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grünen möglich.
»Jetzt geht es um Niedersachsen«, wiegelt Merkel auf ihrer Wahlkampftour zwischen Elbe und Weser, zwischen Meer und Heide, ab. Weit untertrieben! Tatsächlich geht es um ihren Kopf.

Die entscheidende Frage lautet: Gelingt es der AfD, mit ihrer Spitzenkandidatin Dana Guth der CDU im Wahlkampfendspurt noch so viele Stimmen abzunehmen, dass diese hinter der SPD landet? Bei einem solchen Wahlergebnis würde die bereits aufkeimende politische Richtungsdebatte in der Union wohl in eine offene Führungsdiskussion ausarten.

»Dann«, fürchtet ein CDU-Führungsmitglied, »ist hier nichts und niemand mehr sicher.«

Auf einem CDU-Sonderparteitag könnte es in der Folge sehr schnell zur offenen Feldschlacht gegen Angela Merkel kommen – zumal dann, wenn die Masseneinwanderungskanzlerin weitere konservative Grundpositionen auf dem Altar eines Berliner Jamaika-Bündnisses opfern sollte.

Ost-Ministerpräsidenten wollen Rechtsruck

Nach dem Desaster bei der Bundestagswahl (32,9 %) fordert Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich einen Kursschwenk der CDU: »Wir haben Platz gelassen rechts von der Mitte. Viele unserer Anhänger haben uns nicht mehr für wählbar gehalten. Die Leute wollen, dass Deutschland Deutschland bleibt. Sie wollen keine Parallelgesellschaften und keinen Anstieg der Kriminalität. Sie wollen nicht, dass religiöse oder politische Auseinandersetzungen unter Flüchtlingen hier ausgetragen werden.«

Sein CDU-Kollege Reiner Haseloff aus Sachsen-Anhalt haut in dieselbe Kerbe: «Die Menschen wollen wissen, wie Deutschland seine Identität bewahrt.«

Landespolitisch holt die Niedersachsen-CDU auf den letzten Metern noch ein handfester Skandal ein. Laut ›Weser Kurier‹ sieht sich Spitzenkandidat Bernd Althusmann mit einer Gutachten-Affäre konfrontiert. Der Vorgang stammt aus der Zeit, als er Kultusminister in Hannover war. Sein Ministerium soll damals unter Verstoß gegen alle Vergaberegeln gezielt eine 208.369 Euro teure Gefälligkeitsexpertise in Auftrag gegeben haben, um die umstrittene Praxis mit Honorarkräften an Ganztagsschulen zu rechtfertigen – trotz Rügen des Rechnungshofes und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

Es dürfte noch einmal ein spannender Wahlabend werden am 15. Oktober.

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