»In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht«, schrieb Kurt Tucholsky. Und der politisch-mediale Komplex bestätigt es.
Der AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland erklärte, dass er die »Integrationsbeauftragte der Bundesregierung«, Aydan Özoguz (SPD), am liebsten »in Anatolien entsorgen« wolle. Grund dafür ist Özoguz Postulat: »Eine spezifisch deutsche Kultur ist jenseits der Sprache nicht feststellbar.« Özoguz behauptet übrigens noch anderes. So trat sie den Bestrebungen zum Verbot von Kinderehen entgegen, findet es aber völlig in Ordnung, wenn angeblich politisch Verfolgte in ihren Heimatländern Urlaub machen. Sie agiert insgesamt weniger als Integrations- denn als Islamisierungsbeauftragte.
Statt sich mit dieser furchtbaren Frau auseinanderzusetzen, fielen Politiker und ihre Hofberichterstatter über Gauland her, weil er »entsorgen« gesagt hatte. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs etwa nannte Gauland einen »widerlichen senilen Hetzer«. Kahrs wünschte sich allerdings unlängst selbst »Merkel zu entsorgen«.
Da wunderte sich dann auch die liberale ›NZZ‹ aus Zürich: »Wenn eine Person, die den Staat repräsentieren sollte, die eigene Kultur verneint, dann ist es verständlich, wenn man sie sich nicht als Ministerin wünscht.« Dass es in Deutschland anders ist, hat, so die Schweizer, einen einfachen Grund: »Die deutsche Selbstaufgabe. Das ist das deutsche Paradox: die penetrante Selbstverleugnung bei gleichzeitiger Anerkennung der anderen.« Und das wird auch ein Alexander Gauland noch sagen dürfen!
Dr. Maximilian Krah
ist Rechtsanwalt und ehemaliges Mitglied der CDU. Heute engagiert er sich in der AfD.



