Der Mittelstand – Melkkuh der Nation?

Immer wieder hört man es in den Sonntagsreden der Politiker: Wie wichtig doch der deutsche Mittelstand ist. Man lobt die vielen Arbeits- und Ausbildungsplätze, die Innovationsstärke, die Standhaftigkeit in Krisenzeiten. Dann wird regelmäßig das Blaue vom Himmel versprochen.

Doch was wird konkret für den Mittelstand gemacht, um ihn in Deutschland zu halten und zu fördern? Seit Jahren wird der sogenannte »Mittelstandsbauch« im Steuertarif nicht abgeflacht – Leistungsträger müssen überproportional viel Steuern zahlen.

Das Ausbildungswesen wird immer mehr vernachlässigt. Marode Schulen, schlechte Ausstattung, Lehrermangel.

Stattdessen der Ruf nach mehr Uni-Absolventen. Das hat zur Folge, dass vielen mittelständischen Betrieben die Fachkräfte ausgehen, während Zehntausende Akademiker arbeitslos sind.
Dazu kommt die überbordende Bürokratie. Immer mehr Nachweislasten, Papierkram, Regulierung. Wer hat da noch Lust, ein Unternehmen zu gründen oder eine Firma zu übernehmen, die sonst keinen Nachfolger findet?
Das Ausland freut sich und ist auf Einkaufs­tour. Chinesische Investitionen z.B. haben sich bei uns innerhalb eines Jahres verdreizehnfacht! So geht immer mehr Know-how verloren, und deutsche Arbeitsplätze werden gefährdet.
Großkonzerne haben juristische Abteilungen, die es durch allerhand Tricks schaffen, ihre Steuerlast zu minimieren. Kleine Unternehmen hingegen sind es, die sich an Recht und Gesetz halten, brav ihre Steuern zahlen und die Bürokratie erdulden. Doch irgendwann ist es denen genug und sie schmeißen hin. Das wäre aber bitter für unser Land. Deshalb brauchen wir ein Umdenken, nicht nur Sonntagsreden.
Es ist zu hoffen, dass im nächsten Bundestag mehr Mittelständler sitzen als aktuell. Mehr Landwirte, Handwerker, Unternehmer. Die stehen mit beiden Füßen im Leben und wissen, wo der Schuh drückt.

Der Mittelstand muss endlich wieder in den Fokus gerückt werden.

Damit er williger Leistungsträger bleibt und sich nicht als Melkkuh fühlt!


Dr. Malte Kaufmann

ist Unternehmer und war von 2002 bis 2016 Mitglied der CDU. Im September kandidiert er für die AfD im Wahlkreis Heidelberg/Weinheim.

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