Die Sondierungs-»Heuchler«: Katrin Göring-Eckardt (Grüne), Horst Seehofer (CSU) und Cem Özdemir (Grüne)

Wie die CSU ihre Seele verkauft

Ach, Berlin. Die Hauptstadt ist mal wieder für jeden Schwachsinn gut. So will der rot-rot-grüne Senat einen »Runden Tisch« mit den linksfaschistischen Gewalttätern der Rigaer Straße. Das sind die Typen, die Gehwegplatten auf Polizisten werfen, Autos abfackeln und Ladengeschäfte verwüsten, deren Besitzer ihnen missfallen. Statt solche Schwerverbrecher festzusetzen und dauerhaft wegzusperren, sucht der Senat das Gespräch …

Aber auch andere in Berlin glauben, Unvereinbares vereinen zu können. Derzeit sind das Grüne, FDP und Union. Sie führen »Sondierungsgespräche«. Doch zu welchem Ziel? Denn gesagt ist alles. Zum Beispiel von CSU-Vorstand Markus Söder: »Schwarz-Grün ist kein Zukunftsmodell für Deutschland«. Oder von seinem Generalsekretär Andreas Scheuer:

»Mit (den Grünen) kann man nicht regieren. Die wollen Multikulti statt Leitkultur, wir wollen, dass Deutschland Deutschland, bleibt.«

Oder von CSU-Verkehrsminister Alexander Dobrindt: »Man kann nicht mit einer Partei regieren, die eine grundsätzlich andere Sichtweise auf die Gesellschaft und die Entwicklung Deutschlands hat.« Und auch CSU-Chef Seehofer meint: »Eine Regierungsbildung mit den Grünen käme für die CSU nur um den Preis der Selbstaufgabe« und deshalb »niemals in Frage«.

Klarer gehts nicht. Und daher wäre die einzig richtige Ansage: Ende und aus! Aber eben nicht für diese CSU. Sie ist ans Krötenschlucken gewöhnt, nicht erst seit der kassierten ›Obergrenze‹. Daher versucht sie sich jetzt an der Kröte ›Sondierung‹. Die heißt im Grunde nichts anderes als: Zu welchem Preis verkauf’ ich meine Seele? Zwei Ministerposten? Drei? Oder gar vier?

Sicher ist: Jamaika wäre klar grün dominiert. Denn was die CSU fordert, also Obergrenze und Aussetzung des Familiennachzugs, ist nicht mal ansatzweise genug, damit Deutschland Deutschland bleibt. Die CSU will die grüne Politik nicht stoppen; sie will sie nur etwas verlangsamen.

Das aber ist nicht das, was konservative, heimatbewusste Wähler wollen. Sie wollen deutlich mehr.

Sie wollen die schleichende Islamisierung Deutschlands stoppen.

Und sie wollen auch das stoppen, was die Grünen in einem Vorstandsbeschluss offen als Ziel nannten: Das »Zurückdrängen des deutschen Bevölkerungsanteils«.

In einem hat Seehofer recht: Eine Koalition mit den Grünen wäre die Selbstaufgabe der CSU. Die Quittung kommt dann bei der Landtagswahl 2018.


Dr. Nicolaus Fest

war bis September 2014 stellvertretender Chefredakteur der ›Bild am Sonntag‹. Seit Oktober 2017 ist er Autor des Deutschland-KURIER.

QUELLEBild: BILD/Fabian Matzerath
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