Der unwürdige Herr Wulff

Der Präsident ist der Repräsentant des Staates. Er ist nicht nur ausführendes Organ, nein, er verkörpert die politische Nation. Den Vätern des Grundgesetzes war 1948 die Idee einer starken, direkt vom Volk gewählten politischen Führungsfigur suspekt. Deshalb ist der deutsche Bundespräsident so eigenartig unbedeutend. Und deshalb sind die Präsidenten oft so erschreckend banal und unwürdig. Von allen Amtsinhabern war Christian Wulff immer der Peinlichste. Die Idee eines Repräsentanten für die Republik war spätestens mit ihm ad absurdum geführt. Kaum im Amt, versuchte er es mit der ultimativen Anbiederung: »Der Islam gehört zu Deutschland«. Immerhin funktionierten die Abwehrreflexe des Bürgertums noch. Er musste wegen nahezu nichts zurücktreten.

Auch danach wurde es nicht besser. Erst boten er und seine Frau dem Publikum eine drittklassige Seifenoper. Nun ist er, immerhin nach wie vor mit Büro und üppigem lebenslangen »Ehrensold« von 236.000 Euro je Jahr ausgestattet, in die Dienste eines türkischen Modeunternehmens getreten, um noch etwas dazuzuverdienen.
Wulff bleibt sich also treu. Er ist das beste Anschauungsobjekt für das intellektuelle und moralische Niveau der deutschen Politikerkaste. Er hat keinerlei Verständnis dafür, was es heißt, einmal Deutschland repräsentiert zu haben. Er verramscht das Renommee, das ihm seine von vornherein unverdiente Präsidentschaft vermittelt hat, an einen türkischen Kleidungshersteller, ebenso wie er kein Problem damit hatte, um seines Images bei den Linken willen Deutschland an den Islam zu verramschen.


Dr. Maximilian Krah

ist Rechtsanwalt und ehemaliges Mitglied der CDU. Heute engagiert er sich in der AfD.

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