Die Goldene Hoftrompete für den Monat Juni geht an: DIE WELT

Goldene Hoftrompete

»Massenmedien haben die Aufgabe, die Öffentlichkeit zu informieren und Entscheidungsträgern die öffentliche Meinung kundzutun. Darüber hinaus wirken sie durch Kontrolle und Kritik an der Meinungsbildung mit«, schreibt die Bundeszentrale für politische Bildung.

Schöne Worte! Denn von »Kontrolle« und »Kritik« ist in unseren Medien kaum etwas zu lesen – vor allem nicht, wenn es um die Politik der Bundesregierung geht.

Um die Medien an ihre eigentliche Aufgabe zu erinnern, verleiht der Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten monatlich an besonders regierungsfreundliche Medien, Verbände oder sonstige Meinungsbildner die »Goldene Hoftrompete für besonders willfährige Regierungsberichterstattung«.

Dieses Mal geht die Goldene Hoftrompete an Ulf Poschardt, Chefredakteur ›Die Welt‹, für seinen Artikel »Angela Merkel ist endlich da, wo sie stets sein wollte« (Die Welt, 29.5.17). Denn was Diederich Heßling für Kaiser Wilhelm, das ist Ulf Poschardt für die Bundeskanzlerin. Wie der »Untertan« in der legendären Verfilmung von Heinrich Manns Roman rennt er mit allzeit bereitem Enthusiasmus neben der Kutsche der angebeteten Herrscherin her, schwenkt unverdrossen seinen Hut und schreit »Hurra!« Und das schon seit vielen Jahren – Ulf Poschardt ist ein echter Wiederholungstäter. Mit dieser Jubelarie feiert er Angela Merkel als »inoffizielle Führerin der freien Welt« und »Ikone des Westens«. Vor Merkels »Aura« verblassen glatt amerikanisch-russisch-britische Leichtgewichte wie Donald Trump, Wladimir Putin und Theresa May. Damit schießt er den Vogel ab. Angela Merkel als »archimedischer Punkt der liberalen Demokratie«, um den »Politpopstars« wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der kanadische Premier Justin Trudeau sich balzend drängeln? Eine Hof­trompete allein reicht da gar nicht.

Mehr Informationen zur »Goldenen Hoftrompete« und zu den früheren Gewinnern finden Sie auf www.rechtundfreiheit.de.

TEILEN