Auf dem ersten Deutschland-Treffen der »Alternativen Mitte« im oberfränkischen Tettau hielt Beatrix von Storch (AfD) am Tag der Deutschen Einheit eine flammende Grundsatzrede. Nachfolgend drucken wir einige Auszüge aus der Rede von Frau von Storch.

»Die AfD ist die einzige Chance, einen Kurswechsel in Deutschland zu vollziehen. Und diesen Kurswechsel brauchen wir – sonst geht dieses Land kaputt. Eine zweite Chance wird es nicht geben (…) Die Antwort auf die drängenden sozialen und wirtschaftlichen Probleme in unserem Land ist nicht der Sozialismus, sondern die soziale Marktwirtschaft. Die Antwort auf die Probleme des Finanzsystems und der damit verbundenen wachsenden Schere zwischen Arm und Reich finden wir nicht bei Karl Marx, sondern bei Ludwig Erhard (…).«

Wir sind nicht gegen Einwanderung

»Die Mainstream-Presse wirft der AfD in diffamierender Absicht ›völkischen Nationalismus‹ vor. Wir weisen diesen Begriff zur Beschreibung unserer Position entschieden zurück. Der Begriff ›völkisch‹ muss auch nicht rehabilitiert werden. Er ist – Fakt – historisch verbrannt, er ist auch völlig unbrauchbar, um unsere freiheitliche Position zu beschreiben – die sich auch nicht grundsätzlich gegen Einwanderung aus anderen Kulturen wendet, sondern nur gegen ungeregelte, illegale Massenmigration. Wir wollen ein Einwanderungsgesetz – und Einwanderung dann nur nach diesen Regeln und nach unserem Bedarf.«

Die Männer des 20. Juli sind unser Vorbild

»Uns geht es darum, die liberalen Wurzeln des Nationalstaates offenzulegen. Der liberale Nationalstaat ist bestimmt durch die Trias: Freiheit, Rechtsstaat, Demokratie. Die Männer des 20. Juli 1944, die Freiheitskämpfer des Arbeiteraufstandes am 17. Juni 1953 und die friedlichen Revolutionäre vom 9. November 1989 sind unsere großen Vorbilder.
Jede Form von totalitärem Denken und Kollektivismus lehnen wir ab. Wir sind uns der historischen Verantwortung für die NS-Zeit, die aus unserer Geschichte erwächst, bewusst und bekennen uns dazu (…). Dieser Kampf für Freiheit und Demokratie zeigt sich darin, dass wir die einzige Partei sind, die sich der Islamisierung entschlossen entgegenstellt. Es ist nicht anti-liberal, eine anti-liberale Ideologie zu bekämpfen. Uns geht es darum, die liberalen Werte des Westens zu schützen. Auch das verbindet uns mit Israel, dem einzigen demokratischen und pluralistischen Land im Nahen Osten. Sowohl aus historischer Verantwortung als auch aus nationalem Interesse suchen wir deshalb eine enge Kooperation mit Israel auf politischer, wirtschaftlicher und kultureller Ebene (…).«

Strauß hätte die AfD gegründet

»Das ist das, was Merkel und die Union wirklich fürchten: Eine dynamische, für breite Schichten und für die bürgerliche Mitte wählbare Alternative (…).
Ich glaube nicht, dass Strauß in die AfD eingetreten wäre. Franz Josef Strauß hätte die AfD gegründet (…).
Die Nationalkonservativen spielen in unserer Partei eine wichtige Rolle. Sie haben die wichtige Aufgabe nach rechts zu integrieren. Die Werte Vaterlandsliebe und Wertschätzung der Nation teilen wir ohnehin alle. Die Nationalkonservativen haben aber auch die wichtige Aufgabe, nach rechts Grenzen zu ziehen. Rechtsextremismus und Antisemitismus haben in der AfD keinen Platz. Eine falsche Solidarisierung schadet an dieser Stelle der Sache, der wir alle gemeinsam dienen wollen.
Der Schriftsteller Botho Strauß, der sich selbst einen ›Rechten‹ nannte, schrieb: der Rechte unterscheide sich vom Rechtsextremen wie der Fußballfreund vom Hooligan. Die Hooligans können jedes Fußballspiel kaputt machen, deshalb sei der Fußballfreund der größte Feind des Hooligans. Ich denke ein besseres Bild lässt sich dafür nicht finden, wie die Grenzen zu ziehen sind. Wir wollen die Fußballfreunde, aber nicht die Hooligans (…).«

Eine Partei ohne Grenzen funktioniert nicht

»Deutschland braucht Grenzen, denn ein Land ohne Grenzen geht kaputt. Genauso ist es mit der AfD. Die AfD braucht die Einheit, denn es gibt nur eine AfD. Und die AfD braucht Grenzen, denn eine Partei ohne Grenzen funktioniert nicht (…) Blühe deutsches Vaterland!«


Beatrix von Storch

ist Mitglied des AfD-Bundesvorstandes und seit September Mitglied des Deutschen Bundestages.

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