Das sogenannte TV-Duell zwischen Angela Merkel (CDU) und Martin Schulz (SPD) war auch im Urteil vieler in- und ausländischen Medien reiner Wahlkrampf! Hier wichtige Stimmen:

Die national-liberale ›JUNGE FREIHEIT‹, Berlin, urteilte: »Wer das TV-Duell am Ende nun gewonnen hat, ist völlig egal. Es geht weiter so. … Zwischen Merkel und Schulz gibt es keine inhaltlichen Differenzen. Der SPD-Chef wirkte streckenweise sogar so, als bewerbe er sich um einen Posten an Merkels Kabinettstisch.«

So sahen es auch die ›STUTTGARTER NACHRICHTEN‹: »Dieses TV-Duell war ein getreues Spiegelbild des Wahlkampfs: Da streicheln sich zwei Koalitionspartner.«

Die ›FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG‹ (FAZ) konnte ebenfalls nur gepflegte Langeweile ausmachen: »Wenn sich die kleinen Parteien das Duell der großen anschauen, können sie darin nicht viel mehr erkennen als die Große Koalition.«

Für ›Bild‹ heuchelte Chefredakteur Julian Reichelt: »Ich hätte gern gehört, wie Merkel und Schulz dafür sorgen wollen, dass es weniger Einbrüche gibt und diese häufiger aufgeklärt werden. Die überwältigende Mehrheit der Menschen in Deutschland ist der Meinung, dass kriminelle Asylbewerber abgeschoben werden sollen … Es waren nicht die Themen, die Menschen in diesem Land bewegen.« (Anmerkung der Redaktion: Reichelts Themen sind es allerdings auch nicht!)

Hier die Kommentierungen wichtiger ausländischer Medien auf den Punkt gebracht:

Breitbart‹, USA: »LAAAAANGWEILIG!«

Selbst die Merkel-freundliche ›Washington Post‹ hatte den Eindruck, »zeitweise eher einem Duett« zu folgen: »Trump bekam wesentlich mehr Kritik ab als das, was die beiden Kandidaten gegenseitig auf sich abluden.«

Die ›Neue Zürcher Zeitung‹ (NZZ) spottete: »Ein vorgezogenes Koalitionsgespräch. Schulz und Merkel nickten sich oft gegenseitig zu. Der eine sprach, die andere nickte, und umgekehrt.»

Le Figaro‹, Paris, ätzte: »Finde den Unterschied? Nach der 90-minütigen Debatte zwischen Kanzlerin Merkel und Sozialdemokrat Martin Schulz ist das die schwierigste Frage.«

Die lettische Zeitung ›LATVIJAS AVIZE‹ sah in der Sendung den untauglichen Versuch, vom eigentlichen Thema, der Masseneinwanderung, abzulenken: »Den traditionellen deutschen Parteien gelang es, auf elegante Weise ein weiteres ›heißes‹ Thema zu finden: das Auto.»

Die ›Basler Zeitung‹ fasste zusammen: »In Deutschland ist es still geworden. Ein Land ohne Opposition, ohne Debattenkultur, ohne Kritiker. Beängstigend. Beklemmend.»

Ein Land ohne Opposition?
Danach sieht es in den letzten Umfragen vor der Wahl nicht aus! Und: Bei einer Umfrage von ›t-online‹ hatte jeder zweite AfD-Anhänger nach der TV-Posse eine noch schlechtere Meinung von Merkel als zuvor. The winner is… (oys)

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