Die Diskussion um den »Dieselskandal« geht weiter. So sorgen die von zahlreichen Autoherstellern verkündeten Rücknahmeprämien für ältere Dieselwagen der Schadstoffklassen Euro 1 bis 4 für heftige Reaktionen. ›BILD‹ begrüßte den Schritt, die ›Süddeutsche‹ sprach von einer PR-Aktion; sie diene dazu, schleppende Verkäufe anzukurbeln. Außerdem erhielten gerade jene Käufer, die Wagen der Klassen Euro 5 und 6 mit der berüchtigten »Schummelsoftware« erwarben, keinen Rabatt; sie werden weiterhin mit einem Softwareupdate abgespeist.

In der Wissenschaft ist umstritten, ob neue Software den Feinstaubausstoß reduzieren kann, ohne zu anderen Nachteilen zu führen. Ungeklärt ist ebenfalls, ob und welchen Einfluss das Update auf die Laufleistung des Motors hat. Im Internet wird über Motorschäden infolge der neuen Software berichtet; das wird von den Autoherstellern bestritten. In jedem Fall hat der Kunde keine Wahl: Ohne das Softwareupdate verliert der Wagen seine Betriebszulassung.

Ob die von der Politik vorgegebenen Grenzwerte realistisch sind, ist ebenfalls Gegenstand der Debatte. Kritiker sehen in den Vorgaben den Versuch, den Autoverkehr generell zu unterbinden. Dass der Stickoxidausstoß eines Pkw nur einen Bruchteil der zulässigen Stickoxidbelastungen in Büroräumen ausmachen dürfe, sei Ausdruck eines autofeindlichen Denkens. Damit werde eine deutsche Kernindustrie politisch kaputt gemacht, würden Tausende Arbeitsplätze gefährdet.

Sicher ist nur zweierlei: Die Debatte geht weiter; und sie nützt in erster Linie ausländischen Autoherstellern.

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