Schorndorf: Besser lügen

Der SWR berichtete über ein Volksfest in der Kleinstadt Schorndorf: »In der Nacht zum Sonntag versammelten sich laut Polizei zwischen 20 Uhr am Abend und 3 Uhr in der Nacht bis zu 1000 junge Leute im Schlosspark der Stadt und randalierten. »Bei einem großen Teil handelte es sich wohl um Personen mit Migrationshintergrund», heißt es in der Mitteilung. Als die Polizei einschritt, wurden die Beamten mit Flaschen beworfen.«

Erinnerungen an die Ereignisse der Kölner Silvesternacht werden wach. Aber anders als damals haben Behörden und Presse beim Verharmlosen dazugelernt. Es begann mit der ›Welt‹: »Im ersten Polizeibericht hatte es zwar geheißen, dass die Aggressoren ›zu einem großen Teil‹ Menschen mit Migrationshintergrund gewesen seien. Augenzeugen sagen nun aber, dass nicht nur solche, sondern vor allem zahlreiche Deutsche mit türkischem Hintergrund oder in Deutschland lebende Türken beteiligt gewesen sein sollen«.

Wir wissen also: Polizei und Augenzeugen haben dasselbe gesehen, nämlich einen großen Mob von Migranten. Die ›Welt‹ will aber Deutsch-Türken nicht als Migranten erkennen und bezweifelt allein deshalb den Polizeibericht. Weil nun doch fast jeder dieses billige Ablenkungsmanöver durchschaute, musste etwas handfester gelogen werden: Das Polizeipräsidium Aalen »präzisierte« seinen Bericht, indem es aus 1000 Randalierern nur noch 100 machte. Das Schätzen der Größe einer Menschenmenge ist immer ungenau, aber dass erfahrene Polizisten sich am Tag des Einsatzes um das 10-Fache verschätzt haben, ist absurd. Wahrscheinlich ist hingegen, dass die Aalener Polizei in den Fußstapfen der Kölner wandelt. Die hatte am 1.1.2016 ja auch stolz verkündet, dass die Silvesternacht ruhig verlaufen ist.


Dr. Maximilian Krah

ist Rechtsanwalt und ehemaliges Mitglied der CDU.

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