20. Juli 1944

Ein Aufstand für die Freiheit

Das Attentat am 20. Juli 1944 war der erfolgversprechendste aller Versuche, die Diktatur Adolf Hitlers und der Nationalsozialisten zu beseitigen. Dieses Erbe verpflichtet zum konsequenten Eintreten für Freiheit und Rechtsstaatlichkeit, wo immer diese in Gefahr sind.

Ein deutscher Held: Claus Graf Schenk von Stauffenberg (1907-1944), Hitler-Attentäter und Kopf der Verschwörung gegen das NS-Regime

Es war der erfolgversprechendste aller Versuche, die Diktatur Adolf Hitlers und der Nationalsozialisten zu stürzen. Vor 75 Jahren, um 7 Uhr am Morgen des 20. Juli 1944, flog Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg von Berlin nach Ostpreußen in das Hauptquartier des Diktators.

Letzte Begegnung vor dem Attentat: Stauffenberg (ganz links) mit Adolf Hitler und Wilhelm Keitel (rechts) am 15. Juli 1944 im Führerhauptquartier »Wolfsschanze«

Um 12.42 Uhr detonierte die Bombe. Stauffenberg flog zurück nach Berlin, um »Operation Walküre« auszulösen, einen von ihm heimlich zum Militärputsch umgebauten Notfallplan. Die Entwaffnung von SS und Gestapo gelang zunächst, in Paris und Wien übernahmen die Aufständischen die Kontrolle.

Doch der Diktator hatte überlebt. Seinen Paladinen gelingt es, Einheiten des Ersatzheeres zurückzugewinnen. Der Aufstand bricht zusammen, die Anführer werden verhaftet und zum Tode verurteilt. Stauffenberg stirbt kurz nach Mitternacht im Hof des Bendlerblocks mit dem Ruf: »Es lebe das heilige Deutschland!«

Der Tyrann hat überlebt: Hitler besichtigt die zerstörte Lagerbaracke nach dem Anschlag

Es war kein »ganz kleiner Klüngel«, wie Hitlers Propaganda später behauptete. Zum Kreis der Verschwörer gehörten Adelige und Gewerkschafter, Bürgerliche und Offiziere, Zentrumsleute und Sozialdemokraten, Christen und Intellektuelle. Sie hatten konkrete Pläne entworfen für eine Übergangsregierung und für eine »neue Ordnung, die alle Deutschen zu Trägern des Staates macht und ihnen Recht und Gerechtigkeit verbürgt«.

Carl Friedrich Goerdeler (1884-1945) vor dem Volksgerichtshof: Goerdeler gehörte zu den führenden zivilen Köpfen der Widerstandsbewegung und sollte nach dem Attentat vom 20. Juli 1944, an dessen Planung er maßgeblich beteiligt war, das Amt des Reichskanzlers übernehmen

Ihr Motiv war, Deutschlands Ehre zu retten, die durch die Verbrechen Hitlers und der Nationalsozialisten besudelt war. Sie glaubten an die Zukunft der Deutschen, sie wollten die Nation vor dem Untergang bewahren. Das Attentat müsse geschehen, selbst wenn es scheitere, um die Deutschen vor der Geschichte zu rechtfertigen, darin waren sich Stauffenberg und der zweite Kopf der Verschwörung, Henning von Tresckow, einig. Dafür haben sie ihr Leben geopfert.

Ihr Opfer war nicht umsonst, wenn wir dieses Vermächtnis annehmen. Der 20. Juli ist eine erhabene Wendemarke der deutschen Geschichte. Er steht in einer langen Tradition großer Stunden, in denen Deutsche für Freiheit und Recht gekämpft haben, von der Freiheitsbewegung von 1813 und der bürgerlichen Revolution von 1848 bis zum Aufstand des 17. Juni 1953, den Montagsdemonstrationen und dem Mauerfall 1989.

Generalfeldmarschall Erwin von Witzleben (1881-1944) vor dem Volksgerichtshof: Er war von den Verschwörern als Oberbefehlshaber über die gesamte Wehrmacht vorgesehen.

Im Eid der Verschwörer heißt es:

»Wir bekennen uns im Geist und in der Tat zu den großen Überlieferungen unseres Volkes, das durch die Verschmelzung hellenischer und christlicher Ursprünge in germanischem Wesen das abendländische Menschentum schuf.«

Dieses Erbe verpflichtet zum konsequenten Eintreten für Freiheit und Rechtsstaatlichkeit, wo immer diese in Gefahr sind.

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