Neue Dimension des Terrors: Biowaffen-Experten während der Gift-Razzia in Köln-Chorweiler

Tunesischer Islamist plante Anschlag mit Bio-Bombe

Die Bio-Bombe, es ist DER Albtraum der Sicherheitsbehörden! Seit Jahren warnen Experten vor dieser neuen Dimension des islamistischen Terrors. In der vorvergangenen Woche wurden ihre schlimmsten Befürchtungen wahr:

Ein Sonderkommando der Polizei in Bio-Schutzanzügen und mit Atem-Masken stürmte im berüchtigten Salafisten-Stadtteil Köln-Chorweiler die Hochhauswohnung des Tunesiers Sief Allah Hammami (29). Die Beamten fanden, wonach sie suchten:

Rizin, ein hochgradiges Gift, das aus den Samenbohnen des Wunderbaums (Familie der Wolfsmilchgewächse) gewonnen wird.

Dieser biologische Kampfstoff, gegen den es kein Gegenmittel gibt, zersetzt bereits in kleinsten Konzentrationen das Blut und wirkt – etwa in der Atemluft oder im Trinkwasser – absolut tödlich.

Die Sicherheitsbehörden waren alarmiert: Der Islamische Staat (IS) hat mehrfach zu Rizin-Anschlägen aufgerufen. Auf die Spur des Tunesiers, der sich als »IS-Kämpfer« rühmte, kam der Verfassungsschutz, weil der Bio-Bomber im Internet nach Samen des Wunderbaums (Ricinus communis) und einer Kaffeemühle suchte. Der Tunesier hatte außerdem Baupläne zum Bau einer Bio-Bombe von Webseiten des »Islamischen Staats« heruntergeladen. Den entscheidenden Hinweis auf den Bio-Bomber sollen jedoch US-Geheimdienste gegeben haben.

Nach Einschätzung des Präsidenten des (ebenfalls) in Köln-Chorweiler ansässigen Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, plante der Tunesier »sehr wahrscheinlich« einen Terroranschlag. Ein Verdacht, den das Bundeskriminalamt (BKA) inzwischen bestätigte. Dafür spricht, dass in dem Gift-Labor des Islamisten auch Sprengstoff gefunden wurde.

Der Tunesier hatte in seiner Wohnung insgesamt 3.150 Rizinus-Bohnen gehortet – eine mehr als dreimal so hohe Menge wie die Ermittler zunächst vermutet hatten. Laut Generalbundesanwalt Peter Frank verfügte der Bio-Bomber über insgesamt 84,3 Milligramm Rizin.

Schon 0,5 Milligramm gelten als absolut tödlich. Die Menge hätte ausgereicht, um fast 200 Menschen den Tod zu bringen! Mit dem Gift wollte der Tunesier laut BKA-Chef Holger Münch ein Attentat verüben, das Deutschland erschüttert hätte wie kein anderer Anschlag zuvor. »Hier gab es schon ganz konkrete Vorbereitungen zu einer solchen Tat, mit einer, wenn Sie so wollen, Bio-Bombe«, sagte Münch dem RBB-Inforadio.

Der höchst besorgte BKA-Chef weiter wörtlich: »Das ist ein in Deutschland einmaliger Vorgang!«

Bisher.

QUELLEBild: imago
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