Grüner Kirchenparteitag

Klartext des Chefredakteurs

David Bendels

 

 

evangelische Kirchentage sind schon seltsame Veranstaltungen: Vom Islamversteher über atheistische Kommunisten bis zu feministisch kostümierten Hobby-Pornographen sind alle dort willkommen, nur Politiker der AfD, die immerhin einen beträchtlichen Teil der Bürger und auch des Kirchenvolkes repräsentieren, müssen draußen bleiben. Da sind die Protestanten, die sich fälschlich immer noch mit dem Namen Luthers schmücken, beim Ausgrenzen und Exkommunizieren rigoroser und gnadenloser als die Spanische Inquisition.

Aber eigentlich geht es beim evangelischen Kirchentagsrummel ja auch schon lange nicht mehr um Religion und Kirche, allenfalls um grüne Ersatzreligionen wie Multikulti-Glaube und die bedingungslose Unterwerfung unter die Forderungen und Gebote der »Klimaschutz«-Sekte. Ketzer, die nicht an die Dogmen der Kirche der menschengemachten globalen Erwärmung glauben wollen, werden von der Kirchentagsregie denn auch postwendend mit dem Anathema belegt.

Überhaupt ist es kein Zufall, dass der sogenannte Kirchentag eher an einen Grünen-Parteitag mit Begleitprogramm erinnert. Die Hauptakteure sind aufs Engste verfilzt und verwoben: Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt war früher selbst mal EKD-Ratsmitglied und Kirchentags-Schirmherrin; ihren ersten Ehemann, einen einfachen evangelischen Pfarrer, hat sie vor Kurzem durch einen Vizepräsidenten des EKD-Kirchenamts ersetzt; und der aktuelle Kirchentagspräsident Hans Leyendecker war viele Jahre Vorzeige-Reporter des ›Süddeutschen Beobachters‹, der »Prantl-Prawda« von der Isar, die derzeit besonders eifrig dabei ist, die Grünen an die Macht zu schreiben.

Die Bundestags-AfD ist also auf der richtigen Fährte, wenn sie eine Untersuchung dieser personellen Verflechtungen fordert sowie eine Rückzahlung der rund 8,6 Millionen Euro, mit denen der 37. Evangelische Kirchentag großzügig aus Steuermitteln unterstützt wurde. Im Grunde, kritisiert eine Arbeitsgruppe aus den Abgeordneten Petr Bystron, Volker Münz und Martin Renner, handelt es sich dabei um verdeckte Spenden beziehungsweise illegale Parteienfinanzierung.

Wer also als Politiker auf dem Kirchentag auftreten will, der muss den grünen Machtambitionen wohlgesonnen sein oder zumindest nicht im Wege stehen. Von der CDU sind das zum Beispiel der als Bundespräsident gescheiterte Christian »Der Islam gehört zu Deutschland« Wulff, der schwarz-grüne Antreiber und Merkel-Paladin Armin Laschet aus NRW und natürlich die Kanzlerin selbst, die versprochen hat, die Hunde der Inquisition »gegen rechts« noch schärfer auf alle Spielverderber zu hetzen.

»Spalter« und »Hetzer« sind nämlich immer diejenigen, die eine andere als die grüne Einheitsmeinung vertreten. Soweit hat das auch Merkels Möchtegern-Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer begriffen, die im Zwangsgebühren-Hochamt bei »Anne Will« gleich noch einmal, wie von den Grünen gefordert, jede Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen und »Parteifreunde« wie Hans-Georg Maaßen, die sich etwas differenziertere Gedanken erlauben, in den Senkel zu stellen versucht hat.

Die AfD sei ja irgendwie schuld an dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke, den ein Neonazi begangen haben soll, der schon seit Jahrzehnten in militanten Kreisen unterwegs war – lange bevor es eine AfD gab, die den Hardcore-Extremisten, der bei ihr nie hätte Mitglied werden können, »radikalisiert« haben soll. Aber pfeif auf die Glaubwürdigkeit, Hauptsache auf der richtigen Seite mit Dreck geworfen. »Spalter« der Gesellschaft und »Hetzer« sind wie gesagt ja immer die anderen.
Mit den Grünen, die die militanten Rechtsbrecher aus der »Ende Gelände«- und »Fridays for Future«-Szene unterstützen und verharmlosen, die eben wieder im Hambacher Forst sich an fremdem Eigentum austobten und Polizeibeamte verletzten, hat »AKK« jedenfalls kein Kooperations-Problem. Wie die CDU ihren weiter rapide schrumpfenden Anteil am Machtkuchen behaupten soll, kann sie ihrem Parteivolk freilich auch nicht so recht erklären. Dass die Mobilisierung von Grünen, Linken, Antifa und Hollywood-B-Sternchen gegen einen AfD-OB-Kandidaten in Görlitz ein CDU-Erfolg sein soll, nimmt man ihr in den Wahlkreisen jedenfalls nicht so recht ab.
Kramp-Karrenbauer ist allerdings auch schon Auslaufmodell, bevor sie die Merkel-Nachfolge überhaupt richtig antreten konnte.

Die Zukunft auf dem sinkenden Unions-Schiff gehört wohl eher geschmeidigen schwarz-grünen Anschleimern wie dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder von der CSU, der auf dem grünen Kirchenparteitag nicht nur im Duett mit dem grünen Stuttgarter Amtskollegen Winfried Kretschmann seine Freude über die Ausgrenzung der AfD bekunden durfte, sondern sich ebenso wie die Kanzlerin gleich auch noch tief vor den »Fridays«-Einpeitschern verneigte und gelobte, die Deindustrialisierung Deutschlands durch ein Vorziehen des »Kohleausstiegs« kräftig zu beschleunigen.

Das sollte doch wenigstens für einen Ministerposten als Juniorpartner in der nächsten grünen Bundesregierung gut sein. Oder ging’s etwa noch um was Anderes auf diesem »Kirchentag«?

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