316 illegale Migranten täglich. Die Einwohner von Samos protestieren:

»Wir müssen die Grenzen sichern«

Der Druck im Kessel steigt: Die griechischen Inseln ächzen unter der Last der Massenmigration

Nach mehreren gewaltsamen Vorfällen unter illegalen Migranten haben Hunderte Einwohner auf der griechischen Insel Samos gegen die Migrantenflut demonstriert. 5.700 Migranten wohnen in einem Lager, das für 650 ausgelegt ist.

Am vergangenen Montag brannte ein Teil des Aufnahmelagers auf Samos nieder, 600 Menschen mussten von den »Ärzten ohne Grenzen« untergebracht werden, wie Reuters berichtet. Das Feuer scheint mit Absicht gelegt worden zu sein. Zuvor waren drei Syrer in einer Messerstecherei mit Afghanen verletzt worden und mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Dieses Jahr sind bis September bereits 53.462 Menschen in Griechenland angekommen, berichtet das Flüchtlings-Hilfswerk UNHCR, davon 12.530 allein im September. Es ist damit der größte Flüchtlingsstrom auf die griechischen Inseln seit 2016. Der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan hatte damit gedroht, »die Schleusen wieder zu öffnen«, obwohl ihm die EU drei Milliarden Euro pro Jahr im Rahmen des sog. Flüchtlingsdeals geboten hat.

Hunderte Bewohner von Samos demonstrierten an diesem Montag vor dem Rathaus und verlangten eine Lösung des Problems und Wiederherstellung der Sicherheit  auf den Straßen, wie Samos24 berichtet. Die Bürgermeister von Ost- und West-Samos sowie der Metropolit der Insel Eusebius nahmen ebenfalls an der Demo teil und stellten sich hinter die Bürger: »Die Kirche nimmt an diesem Protest teil und setzt sich bei den Behörden für die Lösung eines scheinbar unlösbaren Problems ein. Wir teilen die Besorgnis der Bürger und wünschen, dass Frieden und Ruhe so schnell wie möglich auf unserer Insel wiederhergestellt werden«, so der Metropolit.

Der Bürgermeister von Samos Giorgos Stantzos sah die Sicherheit der Inselbewohner und Besucher sowie »das normale Leben« auf der Insel gefährdet: »Wir müssen die Überfüllung der Insel beenden, die Sicherheit der Bürger im Alltag gewährleisten, die Grenzen sichern und das Aufnahmelager schließen«, so Stantzos.

Laut UNHCR sind 2019 18.545 Menschen auf Lesbos angekommen, 7.391 auf Samos, 5.388 auf Chios, 4.768 auf Kos, 3.002 auf Leros und 2.145 auf Symi. Die größte Herkunftsgruppe (37 Prozent) kommt aus Afghanistan, 18 Prozent aus Syrien, 8 Prozent aus der Demokratischen Republik Kongo, 8 Prozent aus dem Irak, 7 Prozent aus den palästinensischen Autonomiegebieten und 21 Prozent aus anderen Ländern. 66 Prozent sind männlich und 34 Prozent weiblich. Täglich kommen durchschnittlich auf allen Inseln 316 Menschen an. Am heuten Mittwoch starb vor Kos ein dreijähriger Junge, als ein Boot der Küstenwache und ein Schlauchboot mit 34 Migranten an Bord zusammenstießen.

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