Der Voll-Horst

»Ein Land ohne Grenze ist kein Land« brachte es Donald Trump mal wieder auf den Punkt. Deshalb hat jedes Land eine Grenzpolizei, die alle zurückweist, die versuchen, ohne gültige Papiere einzureisen. Selbst in Deutschland ist das geltendes Recht. Bis der damalige Innenminister de Maizere – mutmaßlich auf Drängen von Merkel – an die Bundespolizei die Weisung erteilte, niemanden mehr zurückzuweisen. Das ist die berühmt-berüchtigte Grenzöffnung vom September 2015, die seither zu einer Masseneinwanderung von über 1 Million Menschen in unser Sozialsystem geführt hat.

Der neue Innenminister Seehofer kündigte an, er werde diese rechtswidrige Weisung aufheben und Recht und Gesetz an den Grenzen wieder anwenden. Ein Aufschrei war die Folge: Recht und Gesetz an den Grenzen – das gefährde Europa und den Weltfrieden! Seehofer knickte das erste Mal ein: er gab Merkel Zeit, auf einem EU-Gipfel eine andere Lösung zu finden. Die fand sie aber nicht, außer heißer Luft und wolkigen Phrasen kam nichts heraus. Nun galt es: Würde der brüllende Bettvorleger das geltende Recht wieder durchsetzen?

Natürlich nicht! Lieber kündigte er seinen Rücktritt an, falls Merkel ihn nicht weiter lieb habe. Anstatt einfach zu handeln und so die Antideutsche im Kanzleramt vor vollendete Tatsachen zu stellen, versagte er wie schon im Herbst 2015. Durch die eigene Rücktrittsankündigung geschwächt reiste er nach Berlin, um zu betteln: am Ende bekam er eine Scheinlösung, sogenannte »Transitzentren«, die selbst, wenn sie kommen, nichts am Zustand ändern, dass jeder Illegale ins Land gelassen wird. Peinlicher, ungeschickter, schwächlicher kann man gar nicht agieren als dieser Voll-Horst.

Immerhin wissen wir nun, wie es die charismalose, ungebildete und rhetorisch unterbelichtete Angela Merkel geschafft hat, die ganze Herrenmannschaft der Union von Merz über Guttenberg, Röttgen, Koch, Wulff, de Maizere bis Seehofer auszubooten: weil das alles Schlappschwänze sind, die nicht kämpfen. Mannesmut vor Königsthronen? Das war einmal.


Maximilian Krah

war bis 2016 Mitglied der CDU. Der promovierte Jurist ist seit 2018 stv. Landesvorsitzender der AfD Sachsen.

 

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