Alice Weidel bekräftigt Zweifel am menschgemachten Klimawandel

»Man kann mit Glauben und Ideologien keine nachhaltige Politik machen«: AfD-Fraktionschefin Alice Weidel fordert eine Rückkehr zur Vernunft in der Energiepolitik

AfD-Fraktionschefin Alice Weidel hat Zweifel ihrer Partei daran, dass der aktuelle Klimawandel vorwiegend vom Menschen verursacht ist, bekräftigt. »Ich streite nicht ab, dass sich die Erde erwärmt, aber ich glaube nicht, dass der menschliche Einfluss maßgeblich ist«, so Weidel in einem Interview mit der ›Welt‹. »Die gesamte Klimaagenda« beruhe auf den Berichten des Weltklimarats.

Die gesamte Klimaagenda beruhe auf den Berichten des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change [IPCC]), stellt Weidel im Welt-Interview hinter der Bezahlschranke dar. Der Weltklimarat sei »keine naturwissenschaftliche, sondern eine politische« Organisation. »Es geht um nichts anderes als Lobbypolitik.«

Auf die Frage, ob die ehrenamtliche Arbeit der Wissenschaftler an den IPCC-Berichten sowie die Erkenntnisse, die angeblich unabhängig vom IPCC erforscht wurden, für sie eine »Glaubenssache« sei, antwortet Weidel:

»Man kann mit Glauben und Ideologien keine nachhaltige Politik machen. Das passiert aber: Es wird völlig unhinterfragt proklamiert, dass es einen Zusammenhang des Anteils des CO2 in der Atmosphäre mit einem Temperaturanstieg gibt. Jeder, der eine andere Meinung hat, wird als Spinner dargestellt. So ist es dem Physiker Henrik Svensmark gegangen, der den Einfluss des Kohlendioxids auf das Klima für überbewertet hält. Dafür wurde er vom IPCC ausgegrenzt und diffamiert. Kritische Stimmen kommen gar nicht zu Wort. Ignoriert wird beim IPCC auch, dass Klimawissenschaftler bei Eisbohrungen keinen Nachweis für eine Korrelation zwischen einem hohen CO2-Anteil in der Atmosphäre und einem nachgelagerten Temperaturanstieg finden können«, so Weidel, die im ›Welt‹-Interview auf Forscher des Niels-Bohr-Instituts verweist. Diese argumentieren, dass es einen viel belastbareren Zusammenhang mit der Sonnenaktivität gebe.

Nach dem Erfolg der Grünen bei der Europawahl hatten Mitglieder der Berliner AfD-Jugend einen Kurswechsel ihrer Partei bei der Klimapolitik gefordert. Dies wies Weidel zurück: »Die Greta-Kampagne war in Deutschland im Hinblick auf die Europawahl unbestritten erfolgreich. Den Grünen ist es hier, im Gegensatz zu Gretas Heimatland Schweden, sehr gut gelungen, auf diesen Zug aufzuspringen. Die AfD ist diesem Hype nicht hinterhergelaufen, da wir dies für unseriös halten.«

Gleichwohl forderte Weidel dazu auf, »sparsam« mit »fossilen Energieträgern« umzugehen, da das Angebot endlich sei: »Wir brauchen eine energiepolitische Agenda, die in einen nachhaltigen Energiemix mündet.« Weidel fügte hinzu: »Wir brauchen einen runden Tisch, an dem sich alle beteiligten Akteure zusammensetzen: Verbrauchervertretungen, Handwerkervertretungen, Energieunternehmen, Politik und Gewerkschaften.« Diese müssten ein Konzept ausarbeiten, »wie wir Energiesicherheit für die nächsten 50 Jahre sicherstellen«.

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