Alice Weidel:

Koalitionen zwischen CDU und AfD nur noch Frage der Zeit

»Manche Gebietsverbände der CDU wollen mit der AfD zusammenarbeiten«: Die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel, ist sich sicher, dass es in absehbarer Zeit auch zu Koalitionen zwischen AfD und CDU kommen wird

Die AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Alice Weidel, hat Regierungsbündnisse zwischen CDU und AfD vorausgesagt. Laut Weidel sei dies nur noch eine Frage der Zeit. Der informelle Austausch zwischen AfD und CDU laufe doch schon längst.

Erste Regierungsbündnisse zwischen CDU und AfD sind nach Einschätzung der AfD-Fraktionschefin im Bundestag, Alice Weidel, nur noch eine Frage der Zeit. »Manche Gebietsverbände der CDU wollen mit der AfD zusammenarbeiten, der informelle Austausch zwischen AfD und CDU läuft da doch längst«, sagte sie gegenüber der ›Rheinischen Post‹.

Dies gelte für die gesamten östlichen Bundesländer. »Vor Ort sind die Leute im Austausch«, verdeutlichte Weidel. Wenn die CDU-Parteiführung das von oben herab verbieten wolle, zeige das, wie weit weg sie von der Realität sei. »Die CDU im Osten ist teilweise deutlich weiter, als man in Berlin glaubt. Das können sie nicht mehr aufhalten.«

»Der informelle Austausch läuft längst«

Die CDU hatte im Dezember 2018 auf ihrem Parteitag in Hamburg zum wiederholten Mal beschlossen, »Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit« sowohl mit der Linkspartei als auch mit der Alternative für Deutschland abzulehnen. Erste Parteizusammenarbeit zwischen CDU und AfD hatte auf kommunaler Ebene wegen »parteischädlichen Verhaltens« zum Parteiausschluss der pfälzischen Politikerin Monika Schirdewahn geführt (der Deutschland Kurier berichtete). Die 62-Jährige hatte im Gemeinderat von Frankenstein (Kreis Kaiserslautern) mit ihrem AfD-Ehemann eine Fraktionsgemeinschaft gebildet.

Der Berliner AfD-Fraktionschef und stellvertretende Bundesvorsitzende, Georg Pazderski, hatte am Donnerstag die CDU aufgefordert, ihre Einstellung zu seiner Partei zu überdenken. Das berichtete ›Die Welt‹ mit Berufung auf ein Strategiepapier Pazderskis mit dem Titel »Warum die ›Mitte‹ in Deutschland und in Berlin heute so schwach ist«.

Darin schreibt der AfD-Politiker: »Warum traut sich die CDU nicht zu, gegebenenfalls das bei der AfD zu verhindern, was sie für zu weit rechts hält?« Wenn sie nach links die Rolle der Hüterin der Mitte spielen wolle und Forderungen der SPD oder der Grünen ablehne, frage er sich, warum das mit der AfD nach rechts nicht möglich sein solle. Die CDU könne doch sagen, »was mit ihr nicht zu machen ist«, argumentierte Pazderski kurz vor dem AfD-Bundesparteitag an diesem Wochenende in Braunschweig. Die CDU sei nur dann eine Partei der Mitte, wenn sie auch rechts von ihr eine koalitionsfähige Partei akzeptiere. Die SPD sei längst weit nach links abgeglitten und die Grünen setzten »radikaler denn je auf Verbote und auf die totale Abzocke der Bürger im Namen eines enthemmten Klimaschutzes«.

Drucken