Also doch:

Erster CDU-Politiker für weitere Amtszeit von Merkel

Vor gut einer Woche berichtete der Deutschland Kurier als erstes Medium über ein irres Gerücht in der Union: Angela Merkel (CDU) spekuliere insgeheim auf eine weitere, dann fünfte Amtsperiode. Jetzt hat sich der erste CDU-Spitzenfunktionär mehr oder weniger offen dafür ausgesprochen!

Rücktritt vom Rückzug? Angela Merkels (CDU) treuer Vasall Daniel Günther (ebenfalls CDU, li.) trommelt bereits für Muttis fünfte Amtszeit als Bundeskanzlerin

Da schau an: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), einer der treuesten Merkel-Vasallen und gleichzeitig serviler Sprechpupperich der Kanzlerin, will laut Agenturberichten im Bundestagswahlkampf »auf das Zugpferd« Angela Merkel setzen. Nachtigall, ick hör dir trapsen, sagt der Berliner.

In der Diskussion über die Neuaufstellung der CDU hat der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) jedenfalls schon mal einen Versuchsballon gestartet. In den »ARD-Tagesthemen« gab er am Montagabend dieser Woche zu bedenken: »Mit Angela Merkel haben wir als CDU alle Chancen, ein sehr gutes Ergebnis bei der Bundestagswahl zu holen …«

Merkel gehöre auf jeden Fall ins Team der Union, denn (hört, hört): »Sie ist eine beliebte Politikerin. Sie genießt hohes Ansehen – auch als Bundeskanzlerin.« Jedenfalls habe die Partei ein großes Interesse, dass man mit Merkel als Kanzlerin in die nächste Wahlauseinandersetzung gehe, betonte das CDU-Präsidiumsmitglied.

›Tagesthemen‹-Moderatorin Caren Miosga war plötzlich hellwach und gab die weiteren Stichworte: »Sie glauben, das funktioniert?«

Günther gab sich erwartungsgemäß zuversichtlich: Man müsse im Bundestagswahlkampf auf der einen Seite deutlich machen, dass es um die Zukunft nach der Großen Koalition gehe. Gleichzeitig gelte es aber auch zu zeigen, »was wir leisten können für unser Land«, salbaderte der Polit-Klabautermann aus Kiel. »Ich glaube gerade, dass man das in einem guten Tandem auch hinbekommen kann.«

Mit anderen Worten: Der CDU geht der Allerwerteste offenbar bereits so auf Grundeis, dass sie fürchtet, mit ihrem grotesken Personalangebot vollends unterzugehen und als Juniorpartner unter einem grünen Kanzler Robert Habeck dienen zu müssen.

Das Kalkül des offensichtlich vorgeschickten Merkel-Vasallen aus dem hohen Norden: Die »Änschie, Änschie«-Rufe werden schon von ganz allein kommen, wenn die Union in den bundesweiten Umfragen erst einmal bei 20 Prozent und weniger angekommen ist.

Eigentlich sollte ja 2021 endgültig Schluss sein – aber der »staatspolitischen Verantwortung« kann man (frau) sich gewiss nicht entziehen.

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