Also doch:

Halāl-Extrawurst zum Ramadan!

Am heutigen 24. April beginnt für die rund fünf Millionen Muslime in Deutschland – ihre genaue Zahl weiß keiner – der sogenannte Fastenmonat Ramadan. Allabendlicher Höhepunkt ist das sogenannte Fastenbrechen (»Iftār«) in geselliger Runde – vorzugsweise im Freien und in den Moscheegemeinden. Vieles deutet darauf hin, dass das auch in Corona-Zeiten so bleiben dürfte.

Guten Appetit! Die abendliche Massen-Völlerei während des sogenannten Fastenmonats Ramadan könnte ein gefundenes Fressen für das Corona-Virus sein

 

Für Muslime bedeutet der Ramadan: kein Essen und keine Flüssigkeit von Sonnenaufgang bis -untergang. Dafür wird dann abends in den Moscheegemeinden oder im großen Familienkreis umso reichlicher aufgetischt – gegrilltes Fleisch, Gemüse, Falafel, Couscous, süßes Gebäck, Datteln.

Zum Auftakt des Ramadans stimmte der Zentralrat der Muslime (ZMD) in Deutschland die »Gläubigen« nun auf eine »große Prüfung« ein. Dabei sei der Kampf gegen das Coronavirus eine »religiöse und bürgerliche Pflicht«, heißt es in dem Aufruf: »Gemeinschaftliche Iftāre im großen Kreis, die Koranlesungen in der Moschee, die traditionellen Gebete in der Nacht (Tarāwīh) und weiterhin die Pflicht- und Freitagsgebete in der Moschee werden ausbleiben. Wir machen unsere Wohnungen zu den Orten der Begegnung mit Allah.«

Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) mahnte vorsorglich: »Ramadan diesmal nur im engsten Kreis!« Zweifel daran, dass heuer zu Hause gebetet und getafelt wird, scheinen angebracht.

Gemütliches Beisammensein: Nach islamischer Sitte wird vorzugsweise in großer Gesellschaft »gefastet«

Getümmel auf der Sonnenallee

Die Sonnenallee in Berlin Neukölln, auch »arabische Meile« genannt, am Vorabend des Ramadans:

Auf dem gut 500 Meter langen Abschnitt zwischen Hermannplatz und Weichselstraße braucht man starke Nerven. Zwar gibt es vor den Cafés und Schawarmabuden kaum noch Sitzgelegenheiten, aber die Bürgersteige sind auch ohne Tische und Bänke so voll, dass die aneinander vorbeiströmenden Menschen die 1,5-Meter-Abstandsregel zigfach (fasten)brechen.

An den Ampelkreuzungen und an den Obst- und Gemüseständen vor den Supermärkten drängen sich Menschentrauben. Immer wieder sieht man Männer in Dreier- oder Vierergruppen vorbeilaufen. Die meisten scheinen auf die Corona-Auflagen zu pfeifen. Meist ältere Frauen tragen Masken – sie laufen eher am Rande.

Wer misst nach? Immer mehr Bundesländer lockern zum Ramadan die Ausgangsbeschränkungen. Da schmeckt die Halal-Extrawurst gleich doppelt gut

Erste Landesregierungen fallen um

Was für ein Zufall aber auch: Die linksgrüne Regierung in Thüringen beendet pünktlich zu Beginn des Ramadans das Verbot öffentlicher Gottesdienste. Ab heute dürfen »Kulträume« wieder öffnen. Die »Ungläubigen«, für die an Ostern christliche Gottesdienste verboten waren, reiben sich verwundert die Augen.

Der ›MDR‹ berichtet: »In Thüringen sind trotz der Corona-Pandemie schneller als geplant wieder Versammlungen, Demonstrationen und Gottesdienste möglich. Bereits ab Donnerstag (23. April) dürfen sie demnach wieder mit bis zu 30 Teilnehmern in geschlossenen Räumen oder bis zu 50 Teilnehmern unter freiem Himmel abgehalten werden. Einen entsprechenden Beschluss hat das Kabinett am Mittwochmittag gefasst.«

Auch danach konnte man die Uhr stellen: »Versammlungen zur Religionsausübung« werden im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen (acht Prozent Muslime) vom nächsten Monat an wieder erlaubt. Das teilte die Landesregierung in Düsseldorf mit. Es seien Schutzkonzepte erarbeitet worden; Details dazu wurden nicht genannt.

Pünktlich zum Auftakt des Ramadans hat der rot-grün-stasirote Senat von Berlin gleichfalls bekannt gegeben, was Ostern partout nicht möglich gewesen sein soll: Noch während des sogenannten Fastenmonats werden »Versammlungen und Zusammenkünfte religiöser oder kultischer Natur« wieder erlaubt.

Da schmeckt die Halal-Extrawurst vom Grill doch gleich doppelt gut!

P.S. Ramadan-Schock am Flughafen Düsseldorf

Am Mittwoch hoben zwei Maschinen der »Turkish Airlines« am Flughafen Düsseldorf ab. Die meisten Reisenden waren Muslime, die wegen der Ramadan-Völlerei zu ihren Familien in die Türkei wollten. Zuvor drängten sich am Abfertigungsschalter Menschenmassen ohne jeglichen Sicherheitsabstand, berichtet die »Westdeutsche Allgemeine Zeitung« (WAZ). Bis zur Rückwand des Gebäudes sollen die Passagiere an den Schaltern im Terminal angestanden haben. An der Sicherheitskontrolle habe sich das Geschiebe fortgesetzt. »Es gab keinen Sicherheitsabstand oder ein Eingreifen der Bundespolizei oder ähnlicher Ordner«, zitiert die »WAZ« einen Flughafen-Mitarbeiter.

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