Also doch: Türkei winkt durch

Griechenland schlägt Migranten-Alarm!

Schlepper haben einen neuen Korridor von der Türkei in die EU entdeckt. Ankara winkt offenbar durch. Athen schlägt Alarm. Die EU bleibt tatenlos.

Berichten griechischer Medien zufolge kommen immer mehr »Flüchtlinge« via Türkei auf der griechischen Insel Lesbos an. An manchen Tagen sollen es bis zu 500 und mehr sein. Damit scheint sich zu bestätigen, dass die Türkei das sogenannte Flüchtlingsabkommen mit der EU faktisch aufgekündigt hat.

Selbst laut aktuellen Angaben der UN-»Flüchtlingsagentur« (UNHCR) liegt die Zahl der Ankünfte auf allen vier Ägäischen Inseln der Region inzwischen bei im Schnitt 250 täglich. Allein in der vergangenen Woche seien über 1.000 Migranten in Lesbos gelandet.

Jeden Tag kommen mehr

Trotz der brisanten Entwicklung schaut die EU tatenlos zu. »Seit dem 7. Juli gab es keinen Tag mehr ohne Ankünfte«, sagte der griechische Vizeminister für Bürgerschutz, Georgios Koumoutsakos, der Athener Tageszeitung ›Kathimerini‹. Allein in Lesbos, dem wichtigsten Ankunftshafen während der Migrantenkrise 2015, würden 44 Prozent mehr Menschen als im Vorjahr ankommen.

Nach Angaben von Koumoutsakos haben Schlepper einen neuen Korridor zwischen der Insel Samothraki und der nordwestlichen Stadt Alexandroupolis auf dem Festland nahe der Grenze entdeckt. Einfallstor scheint der nur rund 20 Kilometer entfernte türkische Nationalpark »Gala Gölü« zu sein.

Zwei Millionen unbearbeitete Anträge EU-weit

Unterdessen warten fast 900.000 Asylbewerber in der EU nach Angaben des Europäischen Statistikamtes auf die Bearbeitung ihrer Anträge. Die Zahl der zusätzlich anhängigen Anträge auf internationalen Schutz ist nahezu unverändert gegenüber vor zwei Jahren, als sich 1,1 Millionen Migranten auf dem Kontinent befanden. Nach Angaben von Eurostat lag der Auftragsbestand Ende 2018 bei 878.600 Anträgen, wobei Deutschland mit 44 Prozent vor Italien mit zwölf Prozent den größten Anteil an den anhängigen Anträgen hatte. (lol)

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