Am Beispiel der »Deutschen Bahn« zeigt sich einmal mehr, wie unausgegoren das sogenannte Klimapaket der Regierung ist:

Der reinste Baaahnsinn!

Es fährt kein Zug nach irgendwo: Immer mehr Züge kommen deutlich zu spät – wenn sie denn überhaupt kommen. Der angebliche Klimaretter Nr. 1 ist ein Totalausfall. Der tägliche Baaahnsinn – falls Sie beim Kreuzworträtsel ein anderes Wort für Wahnsinn suchen.

Verspätungen, Zugausfälle, Pannen: Rechtzeitig ans Ziel zu kommen, ist für Kunden der »Deutschen Bahn« zum Lotteriespiel geworden

»Alle reden vom Wetter. Wir nicht«, warb die »Deutsche Bundesbahn« in den 60er-Jahren, als die Schiene noch ein Synonym für Pünktlichkeit war. Heute, 50 Jahre später, ist die Bahn in Deutschland zum Synonym für Unpünktlichkeit geworden: Alle reden vom Wetter – wir auch!

Rechtzeitig an ihr Ziel zu kommen, ist für Bahn-Kunden zur Glückssache geworden. Jeder vierte Zug kommt deutlich zu spät. Aber seien Sie froh, wenn er überhaupt kommt!

Entschädigungszahlungen verdoppelt

Die Entschädigungen für Verspätungen und Zugausfälle werden immer mehr zu einem Problem für das Unternehmen, dessen 100-prozentiger Eigentümer trotz Teilprivatisierung des Netzes nach wie vor der Staat in Gestalt der (noch amtierenden) Bundesregierung ist. Die Entschädigungszahlungen der Bahn haben sich innerhalb von nur vier Jahren mehr als verdoppelt!

Machtkampf im Bahnvorstand

Im Bahnvorstand tobt ein Machtkampf zwischen Bahnchef Richard Lutz und Infrastrukturchef Ronald Pofalla (CDU), einem Merkel-Vertrauten, auf der einen und Finanz- und Güterverkehrschef Alexander Doll, einem Ex-Investmentbanker, auf der anderen Seite. Ausgetragen wird er auf dem Rücken der Kunden.

Der Stand gestern Abend: Die Bundesregierung ist mit dem Versuch einer sofortigen Ablösung von Bahn-Finanzvorstand Doll vorerst gescheitert, meldet die Nachrichtenagentur ›Reuters‹. Doll, der die Unterstützung der Gewerkschaften hat, werde seinen Posten zumindest vorerst behalten, hieß es aus Bahnkreisen – trotz der Versuche von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und des ihm willfährigen Aufsichtsratschefs Michael Odenwald (CDU), Doll aus dem Amt zu mobben. Die Personalie wurde vertagt und soll in zwei Wochen erneut auf den Tisch.

Kein Sitzplatz für Robääärt

Die Querelen im Bahnvorstand sind eigentlich völlig nebensächlich. Sie lenken vom Kernproblem der Bahn ab: Es ist der desolate Zustand eines Massenverkehrsmittels, das die Regierung Merkel in 14 Jahren vor die Wand gefahren hat.

Überfüllte Bahnsteige und Züge sind Normalität in Deutschland: Wie soll die Bahn noch zusätzliche Passagiere befördern?

 

Von wegen, die Bahn fährt uns alle vermeintlichen Klimasorgen fort. Zwar soll laut »Klimapaket« der Bundesregierung die Mehrwertsteuer auf Bahntickets von 19 auf sieben Prozent gesenkt und der Flugverkehr verteuert werden; aber ob die Bahn die zusätzlichen Passagiere überhaupt befördern kann, scheint in Berlin niemanden zu interessieren.

Es ist ein Kuriosum, das mehr über den Zustand der Bahn aussagt als alle Verspätungsstatistiken: Das de facto noch immer Staatsunternehmen kann nicht einmal seinen grünen Märchenprinzen vor dem alltäglichen Baaahnsinn schützen!

Es ist der 12. September, ein Donnerstag: Um 17.21 Uhr wird im ICE 296 von Frankfurt nach Berlin endgültig klar, dass nicht nur die Bahn am Boden ist, sondern auch Deutschlands oberster »Klimaretter« himself, Grünen-Chef Robert (Robääärt) Habeck, sitzt in der – wohlgemerkt – 1. Klasse auf dem Fußboden im Gang. Für »Normalos« der 2. Klasse ist das im Berufsverkehr montags und freitags der inzwischen alltägliche Baaahnsinn. Stehen für viel Geld im angeblich schnellsten Zug Deutschlands – aber gerne auch im überfüllten ICE oder Regionalexpress.

Noch Fragen Kienzle, warum die Menschen lieber mit dem Auto von A nach B und zur Arbeit fahren? (hh)

Drucken