Amokfahrer von Limburg war polizeibekannt und hatte keinen Aufenthaltstitel:

»Ich heiße Mohammed«

Wieder ist es geschehen, mitten in Deutschland! Allah hatte allerdings einen relativ gnädigen Tag: Die nordhessische Stadt Limburg (33.000 Einwohner) entging nur knapp einer Katastrophe mit vielen Toten.

Amokfahrt im Schatten der Kathedrale: Den auf einem hohen Kalkfelsen thronenden Limburger Dom kennt jeder Autofahrer, der auf der A 3 unterwegs ist

09Nach dem Massencrash von Limburg an der Lahn steht Hessen unter Schock: Ein 32 Jahre alter Syrer, der 2015 im Zuge der unkontrollierten Masseneinwanderung nach Deutschland gelangt war und bereits mehrfach auffällig geworden sein soll, kaperte am Montag kurz nach 17 Uhr einen Lkw und verursachte in der Limburger Innenstadt einen Massencrash. Sieben Fahrzeuge wurden schrottreif ineinander gefahren. Zum Glück gab es nach vorläufigem Stand »nur« acht Verletzte, die meisten davon angeblich leicht. Man ist versucht, hinzuzufügen: Allah sei Dank!

Generalbundesanwaltschaft wartet ab

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/M. ermittelt »in alle Richtungen«. Sollte sich der in Ermittlerkreisen geäußerte Verdacht eines terroristischen Hintergrunds bestätigen, behält sich die Bundesanwaltschaft die Übernahme der Ermittlungen vor. »Wir beobachten«, hieß es seitens der Karlsruher Behörde am Dienstag. Fakt ist: Im Rhein-Main-Gebiet gibt es eine ausgeprägte gewaltbereite islamistische Szene.

Das Protokoll der Amokfahrt

Limburg am späten Montagnachmittag: In der Diezer Straße wartet knapp 200 Meter vor einer roten Ampel der Lkw einer Logistikfirma. Der Fahrer wollte links auf die Bundesstraße 54 Richtung Autobahn abbiegen, als plötzlich ein Fremder mit Bart die Fahrertür aufriss. Der Angreifer habe ihn mit großen Augen angestarrt, berichtete der Fahrer laut ›Frankfurter Neue Presse‹ (FNP).

»Was willst du von mir?«, fragte demnach der Lkw-Fahrer. Der – wie sich später herausstellte – Syrer sagte trotz Nachfrage kein Wort. »Dann hat er mich aus dem Lkw gezerrt«, schilderte der Lkw-Fahrer.

Der Angreifer setzte sich ans Steuer und fuhr unmittelbar los. Er bog links ab und beschleunigte. Auf der mehrspurigen Straße fuhr er knapp eine Minute lang. Bis zur Unfallstelle waren es mehrere Hundert Meter.

Gegen 17.20 Uhr rammte der gekaperte Lastwagen an der Kreuzung Josef-Ludwig-Straße vor dem Landgericht Limburg mehrere Autos, schob sieben Fahrzeuge ungebremst ineinander. Acht Menschen wurden verletzt. Anfangs hieß es in einigen Medienberichten, einer der Verletzten befände sich in einem kritischen Zustand. Zuletzt war die Rede von angeblich nur Leichtverletzten.

Bei der Festnahme ruft der Syrer »Allah«

Nach dem Unfall stieg der Mann aus dem Lkw. Er wirkte laut Zeugen benommen, »als hätte er unter Drogen gestanden«. Er soll sich an einer wenige Meter entfernten Platane hingesetzt haben. Dabei habe er stark aus der Nase geblutet, seine Hose war zerrissen. Laut Zeugen soll der Syrer sich bei seiner Festnahme heftig gewehrt und »Allah« gerufen haben. »Ich heiße Mohammed«, soll der Amokfahrer laut Zeugen gestammelt haben.

Unklar bleibt vorläufig, wohin der Täter mit dem gekaperten Lkw wollte. In der Fahrtrichtung geht es weiter zum Fluss Lahn und zur Autobahn. Der Limburger Bahnhof und ein Einkaufszentrum sind nicht weit entfernt, liegen aber in der anderen Fahrtrichtung.

Ermittler stellen Handys und USB-Sticks sicher

Fest steht bislang nur: Der Syrer kam nach übereinstimmenden Medienberichten im November 2015 nach Deutschland, also auf dem Höhepunkt der illegalen Masseneinwanderungswelle. Er lebte zuletzt in Langen im Landkreis Offenbach. Seine Wohnung wurde noch am Montagabend durchsucht. Seit 1. Oktober 2019 hat der Gast der Masseneinwanderungskanzlerin Angela Merkel (CDU) keinen gültigen Aufenthaltstitel.

Eine weitere Wohnung eines mit dem Täter angeblich verwandten Mannes wurde im Kreis Limburg-Weilburg durchsucht. Mit ihm soll der Amokfahrer zuvor in einer Kneipe Alkohol getrunken haben. Bei beiden Durchsuchungen stellten die Ermittler unter anderem Mobiltelefone und USB-Sticks sicher.

Bekannt wurde außerdem: 2018 ermittelte die Polizei gegen den Syrer wegen einer Prügelei mit Familienangehörigen. Zudem wurde der 32-Jährige bei einer Kontrolle mit 2,9 Gramm Haschisch erwischt.

Eine Polizeisprecherin erklärte: »Die Ermittlungen laufen noch. Derzeit können wir keine weiteren Angaben machen.«

Während in den Staatsmedien (u. a. ›ZDF‹) anfangs noch von einem möglichen terroristischen Hintergrund gesprochen wurde, war am Nachmittag unverkennbar, dass der Mainstream zunehmend in eine andere Richtung floss: psychisch gestörter Einzeltäter. Dem ›Deutschlandfunk‹ (DLF) zum Beispiel war die Amokfahrt von Limburg in seinen Nachmittagsnachrichten nicht einmal mehr eine Meldung wert.

Der Bürgermeister von Limburg, Marius Hahn (SPD), sagte: »Ich bin geschockt und in meinen Gedanken bei den verletzten Unfallopfern und deren Familien.«

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) äußerte sich am Rande eines Treffens der EU-Innenminister in Luxemburg zurückhaltend. Auf die Frage nach möglichen Hinweisen auf einen terroristischen Anschlag sagte Seehofer: »Da wird ermittelt und ich kann Ihnen zur Stunde noch nicht sagen, wie diese Tat zu qualifizieren ist.« (hh/lol/oys)

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