Angela Merkel sorgt schon einmal vor …

Was haben die sprichwörtliche schwäbische Hausfrau und Angela Merkel (CDU/64) gemeinsam? Beide sorgen vor! Jede auf ihre Weise. Die eine durch sparsames Wirtschaften, die andere durch Günstlingswirtschaft.

Im Trubel der Wiedersehensfreude nach zweimonatiger Sommerpause ging im Regierungsviertel eine Meldung unter, deren tatsächlicher Nachrichtenwert auf den ersten Blick nicht erkennbar war, weil er zwischen den Zeilen steckte.

Das ›Handelsblatt‹ berichtete, Merkel wolle nicht mehr daran festhalten, dass ein Deutscher nächster Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) werden soll. Die Amtszeit von Mario Draghi endet im Oktober 2019.

Der Nachfolger des 70-jährigen Italieners stand eigentlich schon so gut wie fest. Hauptstadt-Auguren gingen bisher davon aus, dass Bundesbank-Chef Jens Weidmann (50) für die Draghi-Nachfolge fest gesetzt war. Der Volkswirt war von 2006 bis 2011 wirtschaftspolitischer Berater der ökonomisch unbedarften Kanzlerin und hatte sich schon auf seine Beförderung zum EZB-Chef gefreut.

Laut ›Handelsblatt‹ hat es sich Merkel aber anders überlegt – und das ganz offensichtlich nicht aus einer Tageslaune heraus. Die Meldung ist vielmehr ein weiteres untrügliches Indiz dafür, dass die Masseneinwanderungskanzlerin (»Ich trete für vier Jahre an«) selbst nicht mehr daran glaubt, ihre volle Amtszeit zu überstehen; dass die Chaos-GroKo nicht einmal die Hälfte der Legislaturperiode überdauern wird.

Merkel, so heißt es in CDU-Kreisen, gehe inzwischen fest davon aus, dass die SPD spätestens 2020 von ihrer im Koalitionsvertrag vereinbarten Ausstiegsklausel Gebrauch machen werde.

Da gilt es, noch rechtzeitig den treuesten ihrer servilen Paladine zu versorgen: Peter Altmaier (60/CDU). Der Demokratieverachter, dem jeder Nichtwähler lieber ist als ein AfD-Wähler, wäre bei einem Bruch der Chaos-GroKo seinen Posten als Wirtschaftsminister los und müsste sein politisches Dasein als CDU-Hinterbänkler fristen. Merkel will, wie man jetzt in Berlin hört, ihren Chef-Speichellecker nach der Europawahl Ende Mai 2019 auf den Posten des EU-Kommissionspräsidenten (32.200 Euro Monatssalär) hieven – und hat dafür den Anspruch auf die EZB-Spitze aufgegeben.

Die schreibende Zunft nennt das auch »die Nachricht hinter der Nachricht«.

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