Asylbewerberzahl:

Deutschland zum siebten Mal in Folge EU-weit Spitzenreiter

Die meisten sogenannten Schutzsuchenden innerhalb der EU wollen nach Deutschland. Im vergangenen Jahr beantragten laut der EU-Asylbehörde EASO gut 184.000 Migranten internationalen Schutz in der Bundesrepublik. Somit nimmt kein anderes Land in Europa so viele Immigranten – unterschiedslos »Flüchtlinge« genannt – auf wie Deutschland. Und das zum siebten Mal in Folge.

Deutschland bleibt Spitzenreiter. Zum siebten Mal in Folge haben in Deutschland so viele Menschen Asyl gesucht wie in keinem anderen europäischen Land. Das geht aus dem diesjährigen Jahresbericht des Europäischen Unterstützungsbüros für Asylfragen (EASO) hervor. Gemessen an der Bevölkerungszahl würden die meisten Asylersuchen jedoch laut der EU-Asylbehörde in Zypern, Griechenland und Malta eingehen. Die meisten Anträge, gut ein Viertel der Gesamtzahl, stellen muslimische Immigranten aus Syrien, Afghanistan und dem Irak.

Im vergangenen Jahr haben in den 28 EU-Staaten sowie Norwegen, Schweiz, Island und Liechtenstein 664.480 Menschen um Asyl ersucht. Das seien laut der Asylbehörde EASO zehn Prozent weniger als 2017. Die Anerkennungsquote lag bei 39 Prozent. Das sind sieben Prozentpunkte weniger als im Jahr zuvor. Die höchsten Chancen auf eine Anerkennung hatten Asylsuchende aus dem Jemen, Syrien und Eritrea. Anträge aus Moldawien, Nordmazedonien und Georgien wurden 2018 hingegen besonders häufig abgelehnt.

EASO begründete den Rückgang der Migration in Europa im Jahr 2018 damit, dass immer weniger Menschen über das Mittelmeer kämen. Für diesen Migrationsrückgang und die damit verbundene geringere Zahl von Opfern, die ihr Leben bei dem Versuch verlieren, Europa auf diesem Weg zu erreichen, zeichnet sich maßgeblich Italiens Innenminister Matteo Salvini (Lega) verantwortlich. Seine – von der EASO als »migrationsfeindlich« bezeichnete – Politik richtet sich gegen eine unkontrollierte Massenmigration, die von privaten »Seenotrettern« betrieben und befeuert werde. Salvini verweigert diesen NGOs konsequent die Einfahrt in seine Häfen.

In den ersten fünf Monaten des Jahres 2019 bestätigt sich der rückläufige Trend für Europa allerdings nicht. Europaweit nahm die Zahl der Asylanträge von Januar bis Mai 2019 wieder deutlich auf mehr als 290.000 zu – ein Zuwachs um 11 Prozent zum Vergleichszeitraum 2018. Mit einem Anteil von 7 Prozent – das entspricht rund 18.400 Anträgen – liegt das krisengeschüttelte Venezuela zusammen mit Afghanistan auf Platz zwei der Hauptherkunftsstaaten. Das sozialistisch regierte südamerikanische Land leidet unter einer schweren wirtschaftlichen und politischen Krise. Rund 4 Millionen der insgesamt etwa 31 Millionen Venezolaner haben deshalb das Land verlassen. Aber auch aus anderen südamerikanischen Ländern wie Kolumbien migrierten deutlich mehr Menschen nach Europa.

Die europäische Asylbehörde versucht jedoch dahingehend zu beruhigen, dass diese Zunahme keine Trendwende darstelle und monatliche Schwankungen ganz normal seien.

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