Aufgespießt!

Die Mainstream-Medien-Flops der Woche

Mit von der Partie: Nothelferin Merkel, verhätschelte Grüne und treue Medienschaffende

Langsam wirds unheimlich. »Merkel, hilf«, fleht der ›Focus‹, der die »Corona-Kanzlerin« in »blendender Spätform« sieht. »Alles wankt. Die Wirtschaft. Das Zusammenleben. Die Stabilität« – nur die Kanzlerin nicht. Die »bewährt sich in diesen Tagen in erweiterter Doppelrolle: als Krisenmanagerin und Kümmererin. Bei alledem zeigt die mächtigste Frau der Welt, was manche lange an ihr vermissten: hohe Risikobereitschaft, enormen Mut«.

Mehr Pathos war selten, seit der spätere »DDR«-Hofdichter Erich Weinert im Moskauer Hotel »Lux« saß, zum Kreml hinüberblickte und verzweifelt Lobeshymnen auf den Genossen Stalin dichtete. Die ›Focus Online‹-Korrespondentin, Margarete van Ackeren, zeichnet für die oben zitierte Jubelarie verantwortlich. Zwei Kollegen von ihr arbeiten ja schon als Sprecherinnen für Angela Merkel, womöglich bewirbt sich Frau van Ackeren gerade auf die nächste freie Stelle. Das könnte zumindest diesen peinlichen Fall von Jungmädchen-Anhimmelei erklären.

Ein Einzelfall ist die wackere ›Focus‹-Preisrednerin damit natürlich trotzdem nicht. So schnell lassen sich ›ARD‹ und ›ZDF‹ auch nicht die Butter vom Brot nehmen, schon gar nicht beim regierungsfrommen Verherrlichen der Kanzlerin.

»Die Leistung der öffentlich-rechtlichen Medien bestand beim Thema Corona jedenfalls bisher vor allem darin, immer genau die gerade aktuelle Haltung der Bundesregierung zu verbreiten und vehement für richtig zu befinden«, spottet Boris T. Kaiser, der den Zwangsgebührensendern »Regierungserklärungen in Endlosschleife« vorhält, leicht maliziös in der ›Jungen Freiheit‹.

Aber die gehört ja selbst zu Dunkeldeutschland. Für die im Lichte ist klar, weil es klar sein muss: »Kanzlerin Merkel erlebt in der Corona-Krise einen Zuspruch wie seit Jahren nicht.« Also verkündet es uns einen »Kommentar« in den »Tagesthemen« und warnt gleich: Ausruhen sollte sich die Kanzlerin auf den aktuellen Umfragewerten aber nicht.

Und die Genossen Medienschaffenden natürlich auch nicht. Es ist nämlich ein hartes Stück Arbeit, Umfragen so lange zu bearbeiten, bis das gewünschte Ergebnis herauskommt. Boris Reitschuster hat mal in die Werkstatt geschaut und sich eine Umfrage des Online-Meinungsforschungsinstituts Civey näher angesehen, die – natürlich – wieder bei ›Focus online‹ erschienen war und der Kanzlerin bescheinigt, 55 Prozent der Deutschen hätten Merkel in der Corona-Krise bisher als »eindeutig oder eher souverän« wahrgenommen, nur 26,7 Prozent waren vom Gegenteil überzeugt.

print