Aufgespießt!

Die Mainstream-Medien-Flops der Woche

Merkel wird heiliggesprochen, in der Medien-Herde grassiert das Regierungslob-Virus, und die Staatsfunker verlieren die letzten Hemmungen

Wir wissen nicht, ob Papst Franziskus bereits die Heiligsprechung von Angela Merkel betreibt; in der Migrationspolitik sind sie ja beide treue UNO-Erfüllungsgehilfen. Die ›ARD‹ hat auf jeden Fall schon mal eine filmische Heiligenlegende abgeliefert und uns damit die Osterferienstimmung verdorben.

Der zweistündige Fernsehfilm »Die Getriebenen«, der noch bis 15. Juli in der ›ARD‹-»Mediathek« zu sehen ist, gibt sich als Verfilmung des gleichnamigen Sachbuchs aus der glänzenden Feder des stellvertretenden ›Welt‹-Chefredakteurs Robin Alexander aus, das seinerzeit wie eine Granate eingeschlagen hatte.

Der bestens vernetzte und akribisch recherchierende Alexander schildert darin glaubhaft, wie Merkel und ihre Umgebung in einer Mischung aus Opportunismus, Hilflosigkeit, Verantwortungsflucht und Angst vor schlechter Presse und »unschönen Bildern« die größte Migrationswelle ausgelöst haben, die die Bundesrepublik Deutschland bis dato gesehen hat.

Dagegen strickt der von ›RBB‹ und ›NDR‹ in Auftrag gegebene Film an der Apotheose der »Willkommens«-Kanzlerin: Die edle, menschenfreundliche Angela, die gegen alle Ränke und Gemeinheiten von bösen alten weißen Männern wie Horst Seehofer oder Viktor Orbán für eine humane »Flüchtlings«-Politik kämpft und sich nicht beirren lässt.

Das jedenfalls wollen uns die Schauspieler, die in dem Agitprop-»Dokudrama« reale in- und ausländische Politiker verkörpern, in echt klingenden, aber halt in die richtige Richtung gedrehten Dialogen weismachen. Falls Sie sich das jetzt doch nicht anschauen wollen: Bezahlt haben Sie trotzdem schon dafür. Mit ihren Gebührengeldern.

Gedreht hat den Film eine Produktionsgesellschaft namens »carte blanche«. ›ARD‹ und ›ZDF‹ bedienen sich gerne solcher Firmen, da kann man die Gebührengelder besser an loyale Filmhandwerker verteilen, und es bleibt noch genug für die eigenen Pensionslasten.

Wichtiger Auftraggeber für diese und viele weitere Medienschmieden ist das hundertprozentige ›ARD‹-Tochterunternehmen Degeto. Alleinige Geschäftsführerin der ›ARD‹ Degeto ist seit gut einem Jahr Christine Strobl, Tochter von Bundestagspräsident und Alt-CDU-Strippenzieher Wolfgang Schäuble, Ehefrau des baden-württembergischen CDU-Chefs, Innenministers und Grünen-Juniorpartners Thomas Strobl. Danke, keine weiteren Fragen.

Hat man Robin Alexander eigentlich mal gefragt, bevor man sein Buch praktisch ins Gegenteil verfilmt hat? Wahrscheinlich blieb ihm gar nichts anderes übrig, als loyal den Mund zu halten. Denn auch dem Springer-Konzern schlägt die Corona-Krise auf die Stimmung, wie schon mehrere Medienhäuser zuvor hat auch Springer für seine Belegschaft schon »Kurzarbeit« angemeldet.

Das verwundert erst mal. Schließlich kann doch kaum ein Berufsstand im digitalen Zeitalter besser vom »Homeoffice« aus arbeiten als eben die Journalisten. Recherchieren, Interviews führen, mit Informanten und Quellen telefonieren und natürlich schreiben, das geht alles mit Telefon und Rechner, dafür braucht man kein Redaktionsbüro.

Zudem sitzen doch gerade so viele Leute zu Hause und haben Zeit zum Lesen, viel Zeit. Wollen die etwa von den etablierten Medienprodukten doch nichts wissen, nicht mal in der Krise? Oder ist es gar ganz gewöhnlicher verdeckter Subventionsbetrug – die Journalisten arbeiten wie bisher, aber die Verlage nehmen das erleichterte Kurzarbeitergeld mit und lassen mal eine Weile zwei Drittel der Lohnkosten vom Steuerzahler begleichen.

Wie auch immer – wenn alle möglichen zwangsgeschlossenen Unternehmen Geld vom Staat bekommen, will auch der Medien-Mainstream nicht abseitsstehen und »systemrelevant« sein. Der Ruf nach Staatshilfen für Medien, die keiner mehr lesen und kaufen will, wird lauter; so wie Italiener und Franzosen in der Corona-Krise die Stunde gekommen sehen, endlich in die Vergemeinschaftung der Staatshilfen über Euro-, Corona- oder Was-immer-Bonds einzusteigen, kann so mancher private Zeitungsverlag es wohl gar nicht mehr erwarten, bis es endlich Pressesubventionen gibt. Wenn schon keine Zeitungs-GEZ, dann kann »der Staat« wenigstens die Zustellkosten für Zeitungen übernehmen, die keiner lesen will. Alles im Namen der »Vielfalt«.

An der kann man freilich zweifeln, wenn überall dieselben Agenturmeldungen und die gleichen moralisierenden Kommentare stehen. Stimmen, die »Corona-Bonds« als das bezeichnen, was sie sind, nämlich vertragswidrig und illegal, von der fiskalischen Zeitbombe für den Euroraum gar nicht zu reden, muss man derzeit mit der Lupe suchen. Zweifel und Gegenargument stehen offenbar unter Kontaktverbot, resigniert Gabor Steingart, früher selbst mal ›Spiegel‹-Mann. Vielleicht gilt auch einfach nur: Schnorrer müssen zusammenhalten.

Die Hand, von der man gefüttert werden möchte, soll man nicht beißen; daran halten viele Redaktionen sich offenkundig auch. »Gut gemacht, Deutschland«, feiert die ›Welt‹ die Bundesregierung und Gesundheitsminister Spahn, der eigentlich nichts richtig gemacht hat. »Merkels Medizin ist die richtige«, jubelt die ›FAZ‹, die ›Zeit‹ steuert das übliche Trump-Bashing bei und serviert mal wieder die Legende von der »nüchternen Wissenschaftlerin« Angela Merkel (»Krisen kann sie« – hat man ja schon beim Willkommensputsch gesehen), der ›Spiegel‹ erklärt die »Krisenkanzlerin« schon wieder für »alternativlos«, und in der ›Welt am Sonntag‹ wird mal wieder Grünen-Chef Robert Habeck im plakat-großen Gefälligkeitsinterview verherrlicht. Es ist ein Graus.

Fast könnte man meinen, in der deutschen Medien-Herde grassiere ein vom neuartigen Coronavirus ausgelöstes Regierungslob-Virus, das Journalisten unfähig macht, noch irgendeinen kritischen Gedanken über das Regierungswirken zu schaffen. Die Herdenimmunität ist da fast schon erreicht.

Bei ›ARD‹ und ›ZDF‹ hat es dafür keine Corona-Krise gebraucht, die wussten auch vorher schon, wem sie die Gebührenzahler-Milliarden verdanken: Nicht den Gebührenzahlern, sondern den Politikern, die sie zuverlässig eintreiben und regelmäßig die Sätze erhöhen.

Aber auch im öffentlich-rechtlichen Zirkus werden die Sprünge immer toller. Jetzt nickt Marietta Slomka sogar schon eifrig, wenn der stramm nach grünlinks gerutschte Bayer Markus Söder etwas sagt. So langsam reißen alle Dichtungen. Ein ›BR‹-Moderator macht das neue Feindbild des deutschen Spargelessers für den Tod eines rumänischen Erntehelfers verantwortlich, der sich – wo auch immer – mit SARS-CoV-2 infiziert hatte. Ein Videobeitrag des Jugend-Formats »Deutschland 3000« des Staatsfunk-Internetangebots »Funk« preist Kinderlosigkeit, Abtreibung und Sterilisation junger Frauen. Und am Ostersonntag darf Microsoft-Milliardär Bill Gates in einem hart am Wahnsinn entlangschrammenden Neun-Minuten-Interview, für das er wohl nicht mal zahlen musste, davon schwärmen, wie seine Stiftung sieben Milliarden Menschen impfen will.

Jetzt reicht’s aber wirklich. Lassen Sie den Kasten doch mal aus und lesen Sie wieder ein gutes Buch. Ist in den meisten Fällen auch besser als die Verfilmung.

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