Aufgespießt!

Die Mainstream-Medien-Flops der Woche

Gehirnwäsche bei der ›ARD‹, Gewaltprobleme beim ›ZDF‹, Journalistenpreise im Schlussverkauf

Der Agitpropsender ›ARD‹ ist gerade mal wieder in Hochform. Letzte Woche erst beglückte uns der »Tatort« mit einer Produktion, die eine reale Person, den Chef der »Identitären Bewegung« nämlich, kaum verschleiert als Mörder und Frauen-Stalker porträtierte.

Da lässt sich das vom »DDR«-Fernsehen geerbte Format »Polizeiruf 110« natürlich auch nicht lumpen und legt diesen Sonntag mit einem »Fall« nach, bei dem Mord und Verbrechen im Milieu stockkonservativer polnischer Katholiken und Abtreibungsgegner konstruiert sind.

So schön schwarz und weiß kann die Welt sein. Der Mörder ist immer der Rechte, wer religiösen Wahn thematisieren will, der macht sich über Katholiken her, notfalls auch Protestanten, aber lässt von fanatischen Muslimen des lieben Friedens willen schön die Finger. Wer Sonntagabend-»Krimis« im Zwangsgebührenfernsehen schaut, der will ja auch nicht unterhalten werden, sondern Polit-Pamphlete im Spielfilmformat serviert bekommen. AfD-Chef Jörg Meuthen hat wohl recht, wenn er der ›ARD‹ »Gehirnwäsche« bescheinigt.

Er könnte auch sagen: der deutschen Filmindustrie. Da machen ja bekanntlich die Öffentlich-Rechtlichen mit ihren gut gefüllten Kassen zusammen mit allerlei nicht minder reichlich ausgestatteten Filmförderanstalten und Preisverleihungsmaschinen die Musik. Kultur ist bekanntlich Ländersache, Kulturpropaganda daher auch.

Großabräumer beim diesjährigen »Deutschen Filmpreis« mit gleich fünf Auszeichnungen war denn auch ein Volkspädagogikstreifen mit dem irreführenden Titel »Berlin Alexanderplatz«. Mit der Romanvorlage von Alfred Döblin und der Klassiker-Verfilmung von Rainer Werner Fassbinder hat dieses Produkt der deutschen Filmförderindustrie nämlich nur den Namen gemeinsam.

Hauptperson ist – Achtung, Schwarz-Weiß-Klischees! – der gutmütig-naive afrikanische Flüchtling Francis/Franz, der es mit viel Glück durch alle Gefahren nach Europa schafft und einfach nur ehrlich und anständig leben will, in Deutschland natürlich. Allein, die böse, kalte Gesellschaft lässt ihn nicht, sein Verhängnis wird der fiese biodeutsche Drogendealer Reinhold. Wie im richtigen Berliner Leben halt. Wer sich diesen Gute-Schwarze-Böse-Weiße-Schmonzes des afghanischen Regisseurs Burhan Qurbani tatsächlich drei Stunden lang antun will: Kinostart ist am 21. Mai.

Schlichte Gemüter kann so was schon beeindrucken. Den Präsidenten des Landesverfassungsschutzes in Niedersachsen zum Beispiel, einen sonst eher unauffälligen Bürokraten namens Bernhard Witthaut. Dem fiel es beim ›ARD‹-»Identitären«-Tatort wie Schuppen aus den Haaren: »Der heutige #Tatort zeigt, dass #Extremismus & #Rassismus leider in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. Das Problem #Rechtsextremismus wird noch immer als ›männl.‹ Problem wahrgenommen. Doch auch Frauen können extrem sein!«

Ja potz Blitz! Da sage noch einer, die GEZ-Milliarden wären zum Fenster rausgeworfen, wo sie doch derart der geheimdienstlichen Erkenntnisgewinnung im Kampf gegen den gemeinsamen Feind dienen können. Nicht nur beim Gehirnwäschesender ›ARD‹ übrigens, sondern ebenso im ›ZDF‹, das mit der Serie »Deutscher: Was wäre, wenn die AfD regiert« seinen Beitrag zu Agitprop nonstop im Zwangsgebührenfernsehen leistet.

Ob Herr Witthaut die ›ZDF‹-Serie für eine Dokumentation hält, ist allerdings aktuell nicht überliefert. Vielleicht schaut der niedersächsische Geheimdienstchef sich dafür demnächst mal die Trilogie »Herr der Ringe« an und lässt anschließend die Orks und den finsteren Zauberer Sauron vom Verfassungsschutz beobachten. Da öffnet sich in der Tat ein weites Betätigungsfeld.

Fast hätte das ›ZDF‹ an diesem Wochenende so richtig Sympathie- und Solidaritätspunkte sammeln können. Da ist doch tatsächlich ein Kamerateam der als »Satire« camouflierten Agitprop-Sendung »heute-show« am 1. Mai in Berlin von einer fünfzehnköpfigen Truppe überfallen und trotz Security so verprügelt worden, dass mehrere Teammitglieder ins Krankenhaus mussten.

Dummerweise handelte es sich bei den Angreifern nicht, wie gleich munter spekuliert wurde, um »Rechte« oder gar verruchte »Identitäre«, sondern um just dieselbe Klientel, die in Berlin am 1. Mai nun mal die Straßen beherrscht. Zu drei der mutmaßlichen Täter gebe es »Vorerkenntnisse links«, musste die Berliner Polizei nach einigem Herumdrucksen einräumen. Da gemischte Schlägertrupps eher selten sind, werden die übrigen wohl auch keine »Nazis« gewesen sein.

Zwar verurteilte die Bundesregierung den »Angriff auf die Pressefreiheit«, aber sonst fiel das Echo auch im Kollegenkreis eher verhalten aus. Wenn die Guten von den Guten verprügelt werden, hält man sich als wackerer Haltungsjournalist eben lieber bedeckt. Nichts wars also mit dem großen Aufschrei zum Tag der Pressefreiheit.

Ob sie beim ›ZDF‹ den Vorfall aber wenigstens zum Anlass nehmen, mal das eigene Verhältnis zur politischen Gewalt zu klären? Das Internet vergisst ja nichts. Ein Schelm, wer dieser Tage den schon etwas älteren Clip ausgräbt, auf dem ein »heute-show«-Kasper im Clownskostüm einem – übrigens ganz friedlichen und freundlichen – Demo-Teilnehmer bestätigt, »da hinten sind welche, die sind gewalttätig intolerant, weil sie euch Rechten paar auf die Fresse hauen wollen«, und dann in die Kamera grinsend erklärt, »und ich finde, die Jungs haben recht«. Und hat nicht erst im Januar ein anderer zwangsgebührenbesoldeter ›ZDF‹-Clown, Jan Böhmermann, via Bildschirm verkündet, »irgendjemand soll verdammt noch mal endlich Dieter Nuhr die Fresse polieren«, weil der ja über die heilige Greta gelästert hatte? Aber das ist natürlich gaaanz was anderes.

Uns sonst? Sonst geht alles seinen sozialistischen Gang in der gut geölten etablierten Propagandamaschinerie. Sechs Wochen Corona-Krise, über siebzig Politiker bislang als Studiogäste in den öffentlich-rechtlichen Talksendungen, aber noch immer kein einziger von der AfD. Könnte die Bürger ja auch verunsichern, wenn die größte Oppositionsfraktion zu Wort käme, die noch dazu eine dezidierte Gegenposition zur Shutdown-Politik der Bundesregierung einnimmt.

Außerdem bemüht sich Sonntagabend-Gastgeberin Anne Will ja schon um Abwechslung; letzten Sonntag zum Beispiel hat sie statt Grünen-Chefin Annalena Baerbock mal Grünen-Chef Robert Habeck eingeladen. Und auch wenn es immer dieselben Gesichter und zu 80 Prozent Regierungspolitiker sind, die in den Quasselsendungen herumsitzen: Wenigstens bleiben einem in Corona-Zeiten das handverlesene politisch korrekte Klatschhäschen-Publikum erspart.

Auch an der schreibenden Front wissen die Genossen Medienschaffenden, was sie zu tun haben. Die ›Welt‹ feiert den grünen Europa-Abgeordneten Erik Marquardt, der als »Flüchtlingsaktivist« die griechischen Nachbarn der Migranten-Camps nervt und von dort munter weiter herzzerreißende Bilder von armen Flüchtlingsmädchen schickt – nach Deutschland kommen ja eher die halbstarken Jungs. »Fantastisches Foto«, freut sich Chefredakteur Ulf Poschardt. Und die ›Zeit‹, die für die Grünen ja inzwischen ähnlich wichtig ist wie die Parteizeitung ›Vorwärts‹ für die Sozis, hat letzte Woche der schon wieder halb vergessenen grünen »Klima-Aktivistin« Luisa Neubauer einen Hausbesuch abgestattet.

Vielleicht reicht es ja doch mal für einen Journalistenpreis. Da kommt’s schließlich auf die Gesinnung an, sonst sind die Hürden nicht so hoch. Eben hat der Video-Flegel »Rezo« den einst angesehenen Nannen Preis für sein Grünen-Propaganda-Video »Die Zerstörung der CDU« erhalten. Fehlt dann nur noch der Literaturnobelpreis für Claas Relotius.

Drucken