Aufgespießt!

Die Mainstream-Medien-Flops der Woche

Überall Nazis, blinde Apportierjournalisten und eine Liebeserklärung an den Außenminister

Nazis, Nazis, überall Nazis. Kann ja auch nicht anders sein: Wenn plötzlich Tausende gegen die weisen Ratschlüsse ihrer allwissenden Corona-Notstandsobrigkeit demonstrieren, müssen das ja Rechtsextreme sein. Oder Verschwörungstheoretiker. Oder eben einfach nur Irre.

So sehen es jedenfalls die Mächtigen, und die folgsamen Mainstream-Medien sehen es natürlich ganz genauso. Seit Wochen üben sie sich in linientreuem Hurra-Verlautbarungsjournalismus, blenden sogar amtliche Propaganda-Parolen à la »Wir bleiben zu Hause« oder »Gemeinsam gegen Corona« als Dauerwerbebanner unter ihre Programmlogos und begnügen sich im Übrigen damit, amtliche Verlautbarungen zu transportieren und abweichende Meinungen als »verwirrt« abzustempeln oder gar nicht erst zu erwähnen. Recherche ist tabu, wer zu viele kritische Fragen stellt, ist ein Rauner oder Zündler und im Zweifelsfall für all die Infizierten und Corona-Toten verantwortlich, deren Statistik Tag für Tag zur Aufrechterhaltung der allgemeinen Panikstimmung verkündet wird.

Was jeweils als allein gültige Wahrheit zu betrachten ist, bestimmen dabei Erkenntnisstand und Laune der Regierenden. Im Januar warnte der ›Bayerische Rundfunk‹ vor »Panikmache« wegen eines Virus, das – Bundesgesundheitsminister Spahn und seine stichwortgebenden »Wirrologen« hatten es ja eben verkündet – auch nicht gefährlicher als eine Grippe sei. Wer behauptete, das neuartige Coronavirus sei besonders gefährlich, galt als, im Zweifelsfall rechter, Verschwörungstheoretiker. Heute ist man rechter Verschwörungstheoretiker, wenn man Zweifel anmeldet, ob die Gefahr tatsächlich so groß oder womöglich übertrieben worden sei.

Wenn der Verfassungsschutz-Präsident, der Bayern-Söder und all die anderen bei den Demonstrationen von Bürgern gegen die Einschränkung ihrer Grundrechte die »rechte Unterwanderung« im Allgemeinen und die AfD im Besonderen am Werke sieht, weiß natürlich auch ›ARD‹-Schwatzrundenmoderatorin Anne Will, wen sie zum sonntagabendlichen Volksbelehrungsgeplauder einzuladen hat.

Natürlich wieder nicht die AfD – die stärkste Oppositionsfraktion war in zwei Monaten Corona-Krise noch in keiner einzigen Talkshow vertreten. Die würden ja auch nur stören, wenn ansonsten alle einer Meinung sind – SPD-»Gesundheitsexperte« Karl Lauterbach, der bei der Gelegenheit erklärt, welche Demonstrationen überhaupt zulässig sind – für SPD-Projekte wie Lohnerhöhung oder »Respekt-Rente« ja, gegen die Regierung natürlich nicht –, die FDP-altlinksliberale Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die auch schon von den gefährlichen Nazis gehört hat, der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen, der Merkel-Reden preist und zum Nachhören empfiehlt, und der Chef-Nazi-Riecher Olaf Sundermeyer vom ›RBB‹, der genau wie VS-Chef Haldenwang weiß: Schlimm, dass diese »Rechten« die Proteste unterwandern (wo eigentlich?), aber die ganz große Mehrheit schart sich dafür ja umso fester hinter der besten Kanzlerin, die wir je hatten.

Geliefert wie bestellt also – der ehemalige Lehrerverbandspräsident Josef Kraus hat dafür das treffende Schlagwort von »Deutschlands Apportierpresse« geprägt. Auch dem ›Focus‹ reichen »wenige Blicke in die Menge«, um bei den »wilden Corona-Protesten« sofort zu durchschauen, »dass hier besonders Wutbürger, Extremisten und Verschwörungstheoretiker den Ton angeben«. Wahrscheinlich musste der Redakteur dafür nicht mal eine Kundgebung besuchen, der ›Focus‹ ist ja bekannt dafür, alles Mögliche abzuschreiben, was andere schon geschrieben haben.

Wäre er dabei gewesen, hätte er womöglich bemerken müssen, dass es eben doch vor allem ganz normale Leute sind, die da aus Sorge um ihre Grundrechte, ihre Existenz und ihre Zukunft auf die Straße gehen. Freilich gehören diese meist der für Medien- und Politprofis exotischen Gattung Steuerzahler an.

Statt der imaginierten Rechtsextremisten tummeln sich auf den Demos gegen die Corona-Einschränkungen auch ganz reale Linksextremisten, die ihren Kampfauftrag darin sehen, Regierungskritiker zu verprügeln. Keineswegs nur in Berlin und Hamburg, den Hochburgen dieses Milieus, sondern auch in Köln, wo Oberbürgermeisterin Henriette »Armlänge« Reker ausgiebig Stimmung gegen die demonstrierende »Mischpoke« gemacht hatte; auch am Rande der nach Polizeiangaben friedlichen Stuttgarter Großdemo wurden Teilnehmer am Rande der Kundgebung von linken Rollkommandos gejagt und zusammengeschlagen. Dem Medien-Mainstream war dies beinahe durch die Bank kaum eine Zeile wert; ›Bild‹ war diesmal die rühmliche Ausnahme.

Auch dort aber kein Wort zu der skandalösen Verhaftung der früheren »DDR«-Bürgerrechtlerin Angelika Barbe, die am Rande einer linksextremen Gegendemonstration in Berlin von mehreren Polizisten als zufällige Passantin herausgefischt, festgenommen und mit grober Gewalt abgeführt wurde. Im Netz kursiert ein Video dieses entwürdigenden Übergriffs, ihre eigene Schilderung ist hier ausführlich zitiert.

Der Vorfall ist in mehrfacher Hinsicht ein Skandal. Gegen eine erklärte Merkel-Gegnerin zeigt die Berliner Polizei eine Härte, zu der sie gegenüber militanten Linksextremisten, Araberclans oder Islamisten bekanntlich nicht den Mut hat. Hätte man in, sagen wir, Moskau eine ältere Dame und prominente Oppositionelle derart behandelt, man hätte die Bilder ganz vorne in der »Tagesschau« gesehen. So aber im gesamten deutschen Medien-Mainstream: kein Ton dazu, kein Wort darüber.

Die müssen sich aber auch um wichtigere Themen kümmern. FDP-Chef Christian Lindner, seit der auf Merkel-Wunsch rückgängig gemachten Wahl seines Parteifreunds Kemmerich zum Thüringer Kurzzeit-Ministerpräsidenten ohnehin im Dauer-Kotau, muss sich wieder mal »entschuldigen«, diesmal via ›Spiegel‹, weil er nach einem privaten Abendessen einen Freund umarmt hat. Ja, auch das ist jetzt schon eine Sünde. Kleiner Trost: Sawsan Chebli und selbst Enteignungs-Kevin Kühnert halten ihm diesmal das Händchen, virtuell natürlich.

Und der ›ARD‹-»Bericht aus Berlin« lässt uns wieder mal wissen, was für ein toller Hecht doch unser Bundesaußenminister ist. Was wir schon immer über Heiko Maas wissen wollten – »Wie schaffen Sie es, immer so unfassbar gut auszusehen?« – der Bericht aus Berlin enthüllt es, und der kleine Heiko sieht dabei aus wie ein Sextaner, der von der Klassenlehrerin gerade ein Fließbienchen bekommen hat.

Angeblich hat »ein User« diese Frage aller Fragen gestellt; vielleicht war es ja sein Pressesprecher, den er vor Jahren schon mal als Klatschhäschen mit zu »Anne Will« genommen hatte. Um die Unterstützung für die nächste und auch die übernächste Gebührenerhöhung müssen sich die GEZ-Sender nach dieser geradezu hymnischen Liebeserklärung jedenfalls noch etwas weniger Gedanken machen also ohnehin. Und schon ist die schöne Medienwelt wieder ein bisschen heiler geworden.

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