Aufgespießt!

Die Mainstream-Medien-Flops der Woche

Von Vertrauensverlust und Gefälligkeitsgutachten, großen und kleinen Inquisitoren, einäugiger Sensationslust und enttäuschten ›Welt‹-Gouvernanten

Wer hätte das gedacht: Das Vertrauen in die Medien schwindet, weltweit. Der erfolgreiche Onlinejournalist Gabor Steingart zitiert in seinem ›Morning Briefing‹ den »Edelman Vertrauensindex«, der die deutschen Medien »auf einer Ebene mit den kolumbianischen Zeitungen und hinter den US-Medien mit ›CNN‹ und ›Fox News‹« sieht, und verweist auf eine aktuelle Umfrage von infratest dimap, derzufolge »jeder Dritte die über Medien verbreiteten Informationen für unglaubwürdig« hält.

Der Vertrauensverlust äußert sich in einer regelrechten Abstimmung mit den Füßen: Den Etablierten laufen die Leser und Zuschauer in Massen davon. Der ›Spiegel‹ verkaufte vor zwei Jahrzehnten noch 1,1 Millionen Exemplare, aktuell sind es gerade mal 700.000. Die ›FAZ‹ verlor in den letzten zehn Jahren fast vierzig Prozent ihrer Leser und fiel von 364.000 auf 230.000 verkaufte Exemplare. Und die Öffentlich-Rechtlichen, bestätigt das Reuters Institute, sind tatsächlich nur noch Rentnerfernsehen: Nur sechs Prozent der 18- bis 24-Jährigen und dreizehn Prozent der 25- bis 34-Jährigen schauen noch die Nachrichten von ›ARD‹ und ›ZDF‹.

Hat natürlich nichts damit zu tun, dass überall dasselbe drinsteht und gesendet wird, dass Grundsatzkritik am Euro-, Einwanderungs- und Energiewendewahnsinn praktisch nirgendwo bei den Etablierten mehr vorkommt und keiner es wagt, dem linksgrünen Zeitgeist zu widersprechen. Das hat das doofe Publikum nur wieder falsch verstanden, hat sich der Zwangsgebührensender ›Deutschlandfunk‹ gerade wieder von diversen Studienmachern bestätigen lassen und frohlockt: »Deutsche Medien nicht ›links-grün‹.«

Na, dann ist ja alles in Ordnung. Seltsam nur, dass den Etablierten trotzdem weiter die Hörer und Leser davonlaufen, während alternative Medien, die nicht von Politik, GEZ oder staatsfinanzierten »NGOs« gehätschelt und gepampert werden, kontinuierlich wachsen und gedeihen.

Wer es sich immer noch antut, ab und zu die zwangsgebührenfinanzierten Polit-Magazine einzuschalten, der wird die fromme Legende von den doch nicht so linksgrünen deutschen Medien ohnedies kaum schlucken. Schon gar nicht, wenn er bei »Monitor« landet, dem von dem ausgemachten »Antifa«-Sympathisanten Georg Restle moderierten Agitprop-Format des auch sonst berüchtigten ›WDR‹.

Mitunter bekommt auch Großinquisitor Restle Gegenwind. Zum Beispiel, wenn er aus dem Tod eines – fälschlich inhaftierten, aber keineswegs so unbescholtenen, wie »Monitor« tut – illegalen Einwanderers aus Syrisch-Kurdistan bei einem Zellenbrand in der JVA Kleve einen Polizei- und Justizskandal um Versäumnisse und Vertuschung konstruiert. Die Ermittler wehren sich allerdings und sprechen von Verschwörungstheorien. »Monitor« stütze sich auf einen dubiosen Zeugen, der massiv beeinflusst und für seine Aussage auch bezahlt worden sei.

Mithilfe der zweifelhaften ›WDR‹-»Recherchen« hatten SPD und Grüne monatelang eine Kampagne gegen die schwarz-gelbe Landesregierung gefahren. Der WDR bleibt trotzdem bei seiner Darstellung, und Restle gibt die verfolgte Unschuld. Schon klar, »Handlanger« sind immer die anderen.

Im sonstigen Mainstream gibt es dazu ja jede Menge kleine Möchtegern-Restles. Zum Beispiel einen gewissen Bernd Kastner von der Isar-Prawda. Der hat sich einen renommierten Comic-Zeichner als Opfer ausgeguckt, weil der nicht nur für große Adressen in der Industrie arbeitet und für die Münchner Nahverkehrsgesellschaft die Sympathiefigur »Münchner Kindl« zeichnet, sondern auch einmal für Bernd Höcke und die Thüringer AfD eine Wahlkampf-Bildergeschichte gestaltet hat.

Der ganze Denunziationsartikel lechzt nach Berufsverbot, schiebt den Schwarzen Peter aber vornehm dem Verkehrsunternehmen zu, das jetzt »ein Problem« habe – das die Petze im Journalistengewand ihm ja erst einbrocken möchte. Und zitiert auch noch scheinheilig aus dem AfD-Comic, den der Zeichner – er wusste wohl warum – gar nicht signiert hat: Da heißt es doch glatt, »dass AfD-Mitglieder allein wegen ihrer politischen Meinung angeblich ihren Job verlören«. Wer denkt sich aber auch so etwas aus.

Wie mustergültig objektiv der deutsche Medien-Mainstream arbeitet, zeigte sich wieder einmal am 30. Januar, als am selben Tag der Staatsanwalt nach Aufhebung der parlamentarischen Immunität bei AfD-Fraktionschef Alexander Gauland anrückte, dem ein längst bekannter kleinerer Fehler in der Steuererklärung unterlaufen war, und bei der CDU-Bundestagsabgeordneten Karin Strenz, die mit einigen prominenten Polit-Komplizen in einen handfesten Korruptionsskandal mit internationaler Dimension verstrickt ist.

Dazu der Schnellcheck vom streitbaren Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel: »Gauland Immunität wg. Steuersache aufgehoben, es geht um € 3.000. Google News: 13.500 Treffer. Strenz, CDU MdB, Immunität aufgehoben wg. ›wegen Bestechung und Bestechlichkeit von Mandatsträgern‹ (4 Mio Euro), Google News: 592 Treffer. Noch Fragen?« Keine weiteren Fragen. Ein Schelm, wer da denkt, die Razzien wären absichtlich am selben Tag erfolgt, damit das schwarze CDU-Schaf in den Medien glimpflicher davonkommt.

Gar keinen Spaß verstehen deutsche Presse-Gouvernanten, wenn die unbelehrbaren Wähler in anderen Ländern einfach nicht so abstimmen wollen, wie man das in deutschen Redaktionsstuben so für richtig hält. Der Schock, dass die törichten Amis vor drei Jahren nicht wie vorher festgelegt die Clinton-Gattin Hillary zur Obama-Erbin machten, sondern den Erzbösewicht Trump auf den Schild hoben, sitzt noch immer tief in den Knochen.

Auch die frechen Italiener wollen einfach nicht hören und bescheren dem populären Ex-Innenminister Matteo Salvini von der EU- und einwanderungskritischen Lega einen Sieg nach dem anderen. Was für eine Erleichterung, dass Salvini es wenigstens nicht geschafft hat, bei den Regionalwahlen die rote Hochburg Emilia Romagna zu schleifen, die noch nie anders als links gewählt hat, und den Sturz der Wackelregierung aus Sozialisten und »5 Sterne« zu erzwingen.

Salvini – ein Verlierer? Obwohl die Linke alles in die Schlacht geworfen hat, hat die Lega ihre Stimmen bei verdoppelter Wahlbeteiligung glatt verdreifacht und zwölf Prozentpunkte dazugewonnen, die Sozialisten haben zweistellig verloren, die »5 Sterne« wurde zur Splitterpartei degradiert. In Kalabrien hat die Rechte am selben Tag klar gesiegt, und in diesem Jahr stehen noch weitere sechs Regionalwahlen auf dem Kalender. Noch so ein paar Pyrrhussiege, und die italienische Linke ist verloren.

Aber das darf nicht passieren, genauso wenig wie der Brexit. Jetzt ist er doch da, und die Briten sind entgegen allen Empfehlungen auch noch gut gelaunt und von Wirtschaftschaos und Depression weit entfernt. Da lohnt es sich, noch einmal den »Tagesthemen«-Kommentar vom 28. Juni 2016 anzuschauen: Der »gewissenlose, gefährliche Clown« Boris Johnson habe die Briten bei der Brexit-Volksabstimmung hinters Licht geführt, aber die würden schon zur Vernunft kommen und reuig in den Schoß der EU zurückflüchten.

So kann man sich irren: Der »Clown« ist jetzt Premier und so populär wie selten einer, und die Briten feiern »Bye bye EU«. Wir sind schon gespannt auf die langen Gesichter von Claus-»heute journal«-Kleber & Co., wenn im November Trump gegen die überwältigende Mehrheit der deutschen Mainstream-Journalisten als US-Präsident wiedergewählt werden sollte.

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