Aufgespießt!

Die Mainstream-Medien-Flops der Woche

Merkel siegt in Brüssel, die »Partyszene« randaliert in Frankfurt, ›Twitter‹ regiert in der ›New York Times‹ und der Eisbär stirbt mal wieder in der Arktis

Der EU-Irrsinn erreicht epische Ausmaße. Endlich Schuldenunion – endlich darf die EU-Kommission selbst Steuern erheben und Schulden machen, für die Deutschland geradestehen muss. Corona macht’s möglich: Satte 750 Milliarden Euro sollen zusätzlich zum Billionen-EU-Haushalt für die nächsten sieben Jahre unter die nehmewilligen Länder verteilt werden, mehr als die Hälfte davon, 390 Milliarden, als nicht rückzahlbare Zuschüsse.

Ein »historischer Tag für Europa«, freut sich da der Medien-Mainstream im Chor. »Historisch« ist es allerdings: Wohl noch nie hat ein Regierungschef so verbissen darum gekämpft, das Geld seiner Steuerzahler schaufelweise an andere verteilen zu dürfen, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel. In der deutschen Presse löst das Jubelstürme und eitel Merkel-Lobeshymnen aus. »Am Ende triumphiert Merkel«, kann die ›Welt‹ vor Begeisterung kaum an sich halten. Kunststück, wenn die Kanzlerin mit dem eisernen Vorsatz in die Verhandlungen geht, Deutschland auf jeden Fall ausplündern zu lassen.

Dabei könnte man jede Menge kritische Fragen stellen. Warum sollen die Deutschen für ihre Nachbarn zahlen, obwohl sie schon die höchsten Steuern in der EU zahlen und bei Renten und Privatvermögen weit hinter den Haupt-Handaufhaltern zurückliegen? Warum wird das Geld nach politischen Kriterien an die verteilt, die schon vorher schlecht gewirtschaftet haben? Welche Transferforderungen kommen wohl noch, nachdem die Pandora-Büchse »Gemeinschaftsschulden« erst mal geöffnet ist? Und warum interessiert es niemanden, dass deutsches und europäisches Recht in Serie gebrochen und die EU gegen die Verträge zum Quasi-Staat mit Steuererhebungs- und Verschuldungsrecht gemacht wird?

Alles Fehlanzeige. Lieber feiert Merkels Leib- und Magenblatt ›Welt‹ die Kanzlerin auch noch dafür ab, dass sie Deutschland im EU-Haushalt eine »zusätzliche Milliarde« gesichert habe – je eine halbe für Ost-Regionen und Landwirtschaft. Der Staatsfunk ist auch ganz begeistert, dass ein bisschen was vom deutschen Geld sogar wieder zurück nach Deutschland fließt. Dafür sollen wir wahrscheinlich auch noch ganz dolle dankbar sein, nachdem die Verhandlungskunst der Kanzlerin uns eben erst um einen dreistelligen Milliardenbetrag erleichtert hat. Merken die Merkel-Fans in den Mainstream-Medien eigentlich noch, wie sie die Bürger für blöd verkaufen?

Wohl nicht. Der ›Spiegel‹ sorgt sich mitfühlend, wie »genervt« die Architekten der 750-Milliarden-Sause, Merkel und Macron, doch von den »Sparsamen Vier« seien. Dabei wäre Deutschlands Platz als größter Nettozahler naturgemäß an deren Seite. Doch seit die Briten Reißaus genommen haben, steht vollends alles Kopf in der EU, und wer Merkel beim Milliardenverschenken auf Kosten der eigenen Bürger etwa noch in den Arm fallen will, ist selbst der Buhmann.

Der erste Gipfeltag war übrigens Merkels 66. Geburtstag. Die Geschenke haben dann natürlich die anderen bekommen, der deutsche Michel die Rechnung, und das Geburtstagsständchen kam vom Hofsender ›ZDF‹ samt einer Doku, die weiter am Heldenmythos strickt: »Es gibt Menschen, die nehmen sich an ihrem Geburtstag frei oder planen eine (derzeit kleine) Feier. Bundeskanzlerin Angela Merkel dagegen macht, was sie immer macht: ihre Arbeit.« Für den Steuerzahler wäre es zweifellos die bessere Nachricht, wenn sie mal Pause machte, am besten für immer.

Beim Vertuschen anderer selbst gemachter Probleme im Land bleibt dagegen alles beim Alten. Seit der Krawallnacht vom 20. Juni gibt’s Wochenende für Wochenende Rabatz in der Stuttgarter Innenstadt, den nur ein massives Polizeiaufgebot in Schach halten kann. Den regionalen Medien ist diese neue deutsche Normalität inzwischen nur noch gelangweilte Routine-Berichterstattung wert. Schlagzeilen hat letztes Wochenende dafür Frankfurt gemacht, wo ein Mob mit der üblichen Mischung aus orientalischen Jungmännern und Linksextremisten vor der Alten Oper randalierte.

Neuer Schauplatz, altes Framing – es war wieder die »Partyszene«. »Plötzlich« hätten »Hunderte Feiernde randaliert«, der ›Hessische Rundfunk‹, alias »Hässlicher Rotfunk«, weiß gleich: »Eine der üblichen Partys am Frankfurter Opernplatz ist aus dem Ruder gelaufen«, die ›Alpen-Prawda‹ schwadroniert von einer »Freiluft-Partyzone«, die nur entstanden sei, weil »die Bars und Clubs wegen der Corona-Beschränkungen noch immer geschlossen« sind, und die ›FAZ‹ weiß auch ganz genau: »Die Party wird zum Problem« – und nicht etwa unkontrollierte Migration, ausufernde Parallelgesellschaften, in denen der Hass auf Deutschland, seine Regeln und Gesetze blüht, oder gar die medial-politische Dauerverhätschelung militanter Linksextremisten als wackere Kämpfer »gegen rechts«. Eine Beobachterin aus St. Petersburg hat sich mal die Mühe gemacht, das Medien-Framing zu den Frankfurter Krawallen zu bilanzieren.

Wenn deutsche Touristen auf Mallorca feiern (und tatsächlich nur »feiern«), schlagen Deutschlands regierungsfromme Medien sogleich Katastrophenalarm und haben auch keine Hemmungen, mit uralten Archivbildern noch mal kräftig zu dramatisieren und die politisch erwünschte Corona-Panik weiter zu schüren. Bei Migranten-Krawallen sind sie gleich viel milder gestimmt. Dass die festgenommenen Frankfurter Randalierer gleich wieder auf freien Fuß gesetzt wurden, weil sie ja »in der Region fest verwurzelt« seien, findet die ›FAZ‹ genauso normal wie die Sperrung des Opernplatzes für alle wegen des Fehlverhaltens einiger.

Corona ist halt ein »Partykiller«, weiß der Deutschlandfunk. Das Virus sei schuld und nicht die »Cops«, gesteht ein Kommentator gnädig zu. Das alte »Antifa«-Schlachtross Georg Restle vom ›WDR‹-Agitpropformat »Monitor« sieht das etwas enger und hämmert uns mit einem Feuerwerk an Mutmaßungen noch mal den hessischen »Polizeiskandal« ein – wir erinnern uns: Weder ist die Authentizität der »NSU2.0«-Drohmails bewiesen noch der Zusammenhang mit den Datenabfragen aus Polizeicomputern, aber immer feste druff auf die Polizei. Und die Funke-Medien ziehen gleich eine passende Studie aus dem Zylinder, der zufolge Ausländerkriminalität sowieso total »überschätzt« sei. Hat also wieder mal alles nichts mit nichts zu tun.

Haltungsjournalisten haben es allerdings auch nicht leicht; immer politisch korrekt zu sein ist gar nicht so einfach. Die schönen Worte wie »Wertekompass« und »Diskussionskultur« sind eher was für die geblümten Marketing-Papiere; in der Realität hören die Mitarbeiter wohl vor allem deshalb »einander zu«, um den anderen bei einer Falschdenk-Sünde zu erwischen und über die Klinge springen zu lassen.

Das wird bei der ›Süddeutschen‹ auch nicht anders sein als beim transatlantischen Flaggschiff der linksliberalen Gutmenschen-Presse, der ›New York Times‹. Die wird gerade Opfer ihres eigenen Erfolgs: Nach der Trump-Wahl hat sie die Trump-Hasser-Szene so gründlich eingesammelt, dass sie jetzt fest im Griff der linken Meinungs-Taliban ist.

Nach James Bennet – dem Chef der Meinungsseite, der seinen Hut nehmen musste, nachdem er frevelhafterweise die Ansichten eines Trump-Unterstützers zur Debatte gestellt hatte – hat jetzt auch die profilierte Journalistin Bari Weiss das Handtuch bei der ›New York Times‹. Ihr Rücktrittsbrief ist eine Generalabrechnung mit dem linken Haltungsjournalismus und seiner »cancel culture«, die jede Äußerung zensiert, die nicht in die eigene Orthodoxie passt.

Lieber schreibt man den viertausendsten »Trump ist böse«-Leitartikel, als etwas zu drucken, was zwar richtig ist, aber einen Shitstorm auslösen könnte. Die ›Twitter‹-Meute ist inzwischen der eigentliche Chefredakteur, lautet Weiss‘ bitteres Fazit. Die ›New York Times‹ werde »mehr und mehr zum Leitmedium derer, die in einer weit entfernten Galaxie leben, einer Galaxie, die mit den Alltagssorgen der meisten Menschen nichts zu tun hat«.

Immerhin: Die ›Welt‹ hat das Format, die Abrechnung von Bari Weiss in deutscher Übersetzung zur Diskussion zu stellen. Die ›Süddeutsche‹ liefert dagegen die unfreiwillige Bestätigung, dass Weiss ins Schwarze getroffen hat: In einem mit antisemitischen Anspielungen gespickten Beitrag erklärt die Prantl-Prawda Weiss schon deswegen für »umstritten« und kompromittiert, weil ihr die falschen Leute recht geben, von Trump bis Hans-Georg Maaßen. »Die Tschekisten unter den Journalisten kannibalisieren sich gerade selbst«, kommentiert die ›Neue Zürcher Zeitung‹ das absurde Treiben in wohltuender Schweizer Nüchternheit.

War sonst noch was? Ach ja: Der Eisbär stirbt mal wieder aus. Heißt es jedenfalls in einer der berüchtigten »neuen Studien«, die ›Bild‹ & Co. begeistert und ohne jeden Anflug einer kritischen Anfrage nachplappern. Man hätte natürlich mal bei der kanadischen Zoologin Susan Crockford nachfragen können, die erst vor ein paar Monaten das Märchen vom demnächst bevorstehenden Aussterben der Eisbären wegen Klimawandel und so als »die Eisbärenkatastrophe, die nie stattfand« entlarvt hat. Aber das produziert beim grüngeneigten Publikum natürlich nicht annähernd so wohlige Schauder wie so eine richtig zünftige Weltuntergangsgeschichte. Recherche kann da nur die schönste Story kaputtmachen.

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