Aufgespießt!

Die Mainstream-Medien-Flops der Woche

Diesmal mit dabei: Lernresistente »Flüchtlings«-Propagandisten, Merkel-Groupies mit neuem Idol, ein ex-bürgerliches »Antifa«-Kampfblatt – und eine Gardinenpredigt aus der Schweiz

Der Asylansturm 2020 ist da – und mit ihm die herzzerreißenden Medienbilder vom Leiden der »Flüchtlinge«, die die deutschen Herzen weichklopfen sollen für die Aufnahme der nächsten Massenzuwanderungswelle. Die erfüllt objektiv alle Kriterien einer Invasion.

Der türkische Präsident Erdoğan marschiert völkerrechtswidrig in Syrien ein, seine islamistischen Verbündeten, al-Qaida und sonstige Islamisten setzen sich ab, das türkische Fernsehen erklärt ihnen auf Arabisch den Weg nach Deutschland, und die türkische Regierung verfrachtet sie zusammen mit illegalen Migranten aus dem ganzen Mittleren Osten busladungsweise an die Grenze nach Griechenland, um den Westen zu weiteren Tributzahlungen und Hilfen für ihren festgefahrenen Angriffskrieg zu erpressen.

In ausländischen und unabhängigen Medien sieht man kriegsähnliche Bilder von aggressiven und aufgepeitschten jungen Männern, die mit verbissener Wut gegen die griechischen Grenzer anrennen, Steine, Tränengas und Pflastersteine werfen, Sperren niederrennen, Feuer an die Grenzanlagen legen und unter »Allahu akbar«-Rufen wüste Drohungen ausstoßen.

Und auf deutschen Zeitungs-Titelseiten und in deutschen TV-Sendungen? Da sieht man immer wieder in Nahaufnahme weinende Kinder, schreiende Mütter und verzweifelte Väter, die die unmenschliche Behandlung durch die europäischen Grenzer anklagen.

»Wenn Kameraleute Flüchtlinge filmen, suchen sie sich Familien mit kleinen Kindern und großen Kulleraugen aus« – Tatsache sei aber, dass »80 Prozent der Flüchtlinge junge, kräftig gebaute alleinstehende Männer sind«. Das bekannte ›ARD-aktuell‹-Chefredakteur Kai Gniffke im Oktober 2015. Seither haben seine Kollegen offenbar nichts dazugelernt.

Der Anteil wütender junger Männer im wehrfähigen Alter dürfte bei der Erdoğan-Invasion sogar noch höher sein. Trotzdem finden deutsche Bildjournalisten unverdrossen weinende Frauen für ihre emotionsgeladenen Reportagen. Blöd nur, wenn dann doch herauskommt, wie solche Bilder fabriziert werden und die auf Kommando klagende »Flüchtlings«-Frau von ganzen Reporterscharen umringt ist, die sie anfeuern und dirigieren. Da versteht man einmal mehr, warum unzensierte soziale Medien den Mächtigen so ein Gräuel sind.

Die gestellten Bilder sind aber halt auch zu schön, auch die ›Bild‹-Zeitung lässt es sich nicht nehmen, das einschlägige ›dpa‹-Foto zu verwenden und buchstabiert auch gleich – im Stil ihrer »Refugees welcome«-Kampagne von 2015 – für die ganz Begriffsstutzigen aus, was man sich davon erwartet: »Merkel hilf!«

Das lässt sich die »Grenzen auf«-Lobby natürlich nicht zweimal sagen, auf ihre Pawlowschen Reflexe ist genauso Verlass. Die Grünen und ihre Chefin Annalena Baerbock natürlich immer vorneweg. Die politisch-mediale Kumpanei funktioniert so geschmiert wie eh und je, nur die Leidensbereitschaft der Bürger lässt trotz aller suggestiven Bilder allmählich zu wünschen übrig.

In dieser Lage weiß natürlich auch der ›Spiegel‹, was er zu tun hat: Die Regierungslinie stützen und den GroKo-Verbündeten Erdoğan, der den längst toten Merkel-»Flüchtlingsdeal« soeben auf den Scheiterhaufen geworfen hat, von jedem Verdacht reinwaschen. »Brandstifter Putin«, hämmert das Magazin uns in seinem Online-Rundbrief ein und hört sich dabei genauso an wie der Außenminister-Darsteller Heiko Maas (SPD) und der CDU-Chefaußenpolitiker und Möchtegern-Kanzler Norbert Röttgen.

Ist ja auch klar: Der böse Putin unterstützt schließlich auf Wunsch der legitimen syrischen Regierung deren Versuch, den letzten von Dschihadisten und islamistischen sogenannten Rebellen besetzten Rest ihres Staatsgebiets zurückzuerobern. Erdoğan, der nur mal eben ganz friedlich in das Nachbarland einmarschiert ist, um seine Islamistenfreunde zu beschützen, die plötzlich von den Regierungstruppen beim Plündern und Mordbrennen in Christendörfern gestört werden, kann nichts dafür.

So langsam müssen sich die Merkel-Fans in den öffentlich-rechtlichen Zwangsgebührensendern, die seit dem »Willkommens«-Putsch von 2015 erst recht nicht mehr von ihrer Seite weichen wollen, wohl doch darauf einstellen, dass ihre Zuneigung sich ein neues Objekt suchen muss. Klar, der Habeck, der bleibt ihnen, der kann nicht nur auf einem Wohlfühlphrasenteppich übers Wasser wandeln, sondern sogar »aus einem Bierkrug trinken«, wie uns die Verehrungspresse voll Bewunderung mitteilt. Sieht zwar nicht wie Bier aus, was er da unrasiert schlürft, ist aber natürlich trotzdem viel toller als Friedrich Merz und Philipp Amthor im Anzug, die sich mit einem Pils zuprosten.

Aber was kommt nach Merkel, wenn Habeck doch nicht Kanzler wird? Tina Hassel vom ›ARD‹-Hauptstadtstudio, die diesen beiden bisher als treues Groupie gefolgt ist, übt schon mal und setzt jetzt Jubel-Tweets für den Merkel-Paladin Armin Laschet ab. Kollegin Sabine Henkel vom ›WDR‹ findet dessen »Teamlösung« sogar schlicht und ergreifend »genial«. Na, hoffentlich lässt die CDU die beiden nicht hängen und wählt am Ende doch noch den Falschen, den Merz, den mit dem Pils.

Es gibt Leute, die glauben immer noch, die ›Frankfurter Allgemeine‹ wäre eine bürgerliche und irgendwie konservative Zeitung. Wer das behauptet, liest die ›FAZ‹ entweder überhaupt nicht oder nur den Wirtschaftsteil. Nach dem Feuilleton ist längst auch der Politikteil auf dem Marsch in den linksgrünen Mainstream.

Bei der Kommentierung des Amoklaufs von Hanau war die alte Tante aus Frankfurt jedenfalls kaum noch von ›Frankfurter Rundschau‹, ›Zeit‹, ›Süddeutsche‹ oder sonstigen »Antifa«-Kampfblättern zu unterscheiden. Wir ersparen uns die Rekapitulation; Klaus Peter Krause hat den gesammelten Unfug – AfD ist irgendwie schuld, wegen Sprachverrohung, Gesellschaftsspaltung und so – der sich vor der Hamburg-Wahl zum Trommelfeuer steigerte, dankenswerterweise hier zusammengefasst. So mancher Wirtschaftsteilleser, der sich in diesen Sumpf verirrte, dürfte das Blatt danach erschrocken abbestellt haben.

Schön, dass es trotzdem noch besonnene Stimmen gibt im deutschsprachigen Blätterwald. Wie zum Beispiel Benedict Neff, der sich nach fünf Jahren als Deutschlandkorrespondent der ›Neuen Zürcher Zeitung‹ aus Berlin mit Anmerkungen über die »deutsche Erregungsgesellschaft« zünftig verabschiedet.

Den Begriff »neues Westfernsehen«, den manche in Deutschland auf die ›NZZ‹ prägten, weil sie sich wohltuend von der deutschen Daueraufregung abhob, hält Neff zwar immer noch für eine Übertreibung. Die Beobachtung, die dahinter steht, teilt er aber: »In der Schweiz wurde über alle Aspekte der Flüchtlingskrise anders und freier geschrieben. Bei vielen deutschen Journalisten befiel mich das Gefühl, dass sie versuchten, den Kurs der Regierung abzustützen: nur nicht die Willkommenskultur gefährden. Probleme der Zuwanderung wurden eher nicht angesprochen, aus Angst, ihre klare Benennung könnte das Publikum verschrecken.«

Neff liest den Deutschen und ihren Haltungsjournalisten, für die schon die sprichwörtliche Schweizer Nüchternheit eine Provokation ist, die Leviten: »Deutsche Medien machten, was Medien nie tun sollten: sich relativ eindeutig auf die Seite der Mächtigen zu schlagen, anstatt sie kritisch zu begleiten.« Das stimmte 2015, als Neff kurz vor der Asylkrise nach Berlin kam, und heute stimmt es wieder. Eben nichts gelernt seither.

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