Aufgespießt!

Die Mainstream-Medien-Flops der Woche

Heute mal mit fiesen Viren, dem netten Bodo, linken Strategen und kullernden Kinderaugen

Coronavirus, Coronavirus – die bösartige Infektionskrankheit aus dem Fernen Osten dominiert landauf, landab die Schlagzeilen. Nachdem inzwischen sogar bei unserer »Wir schaffen das«-Bundesregierung angekommen ist, dass das neue Virus doch etwas gefährlicher ist als eine gewöhnliche Grippe, fehlt eigentlich nur noch, dass die AfD oder sonst wie böse »Rechte« irgendwie auch daran schuld sind.

Für die Grünen-Bundestagsabgeordnete Kordula Schulz-Asche schien das schon früh festzustehen – »Verschwörungstheorien und Rassismus fördern die Verbreitung von Viren, und zwar nicht nur in China, sondern auch hier bei uns«, belehrte sie uns schon vor Wochen im Bundestag. In der Medizinerzunft hat sich diese praktische Universalerklärung noch nicht so herumgesprochen.

Für erklärungsfreudige Journalisten gibt es dafür sogar eine internationale Variante – »Nennen wir es doch Trumpvirus«, schlägt die ›New York Times‹ vor, die ›Süddeutsche‹ für den amerikanischen Ostküsten-Linken – »wenn es dir schlecht geht, weißt du wenigstens, wer dran schuld ist« (»Let’s Call It Trumpvirus — If you’re feeling awful, you know who to blame«).

Wer dagegen an Terror und politischer Gewalt schuld sein soll, das ist für das Polit-Establishment und seinen Medientross schon lange endgültig erklärt: die »Rechten« im Allgemeinen und die AfD im Besonderen natürlich, wer sonst. Nach Hanau griff das politmediale Orchester noch mal so richtig in die Tasten, um dieses Stück in alle Köpfe zu hämmern.

Dass keine Partei so oft selbst von Extremisten angegriffen wird wie die AfD, stört da allerdings das Bild; darüber redet man nicht gerne. Nicht mal, wenn der Parteivorsitzende Tino Chrupalla selbst zur Zielscheibe linksextremer Gewalt wird, sein Familienauto nachts im Garten angezündet wird und er selbst sich beim Versuch, den Brand zu löschen und sein Heim zu schützen, noch eine Rauchvergiftung zuzieht und ins Krankenhaus muss.

Was für eine Geschichte! Aber falsche Täter, falsches Opfer, deshalb beschränkten sich die meisten Medien auf mehr oder weniger widerwillig abgedruckte dürre Agenturmeldungen. Immerhin, die ›Bild‹-Zeitung hat noch nicht ganz vergessen, dass sie ein Boulevardblatt ist, und appelliert emotional: »Kein Demokrat darf dazu schweigen!«

Ein frommer Wunsch, und ein vergeblicher; denn über nichts schweigen deutsche Journalisten lieber als über linke Gewalt und über die irre Gedankenwelt von linken Extremisten, die sich bei Grünen, Sozis und natürlich bei der zur »Linken« umgetauften SED so tummeln. Wer erfahren wollte, was bei der »Strategiekonferenz« der »DDR«-Diktaturpartei so alles an wahnwitzigen Ideen diskutiert wurde, mal mit linkem Bierernst, mal augenzwinkernd moderiert vom Parteichef persönlich, der musste sich schon in den sozialen Netzwerken und bei unabhängigen neuen Medien informieren.

Das betreute Zwangsgebührenfernsehen verkniff sich die süffigen Reportagen, die man aus Reichenerschießung, Besserverdiener-Gulag, Kommunismus-Beschwörung, Revolutionsphantasien, Parlamentsverachtung und Enteignungsträumen hätte machen können, und berichtete – ob ›Tagesschau‹, ob ›ZDF-heute‹ – beruhigend inhaltsfrei über die linken Strategen, als wäre die SED-PDS-»Linke« eine ganz normale Partei.

Kommunisten und Linksextreme bei der »Linken«, das hätte man auch gerade gar nicht gebrauchen können, wo doch in derselben Woche der bedauernswerte kurzzeit-abgewählte Herr Ramelow endlich wieder zum Ministerpräsidenten von Thüringen gewählt werden sollte. Damit sein »Hundi« nicht mehr so leiden muss, Sie erinnern sich sicher noch.

Hat ja auch geklappt, zur universellen Freude und Erleichterung des vereinigten Politik- und Medien-Establishments; sogar die katholischen Bischöfe kriegten sich nicht mehr ein vor Begeisterung. Angemessen unterwürfig, aber dennoch kein Vergleich zu den Jubelhymnen, die der ›Spiegel‹ auf Bodo Ramelow singt: Der sei ja »gar kein Linker mehr«, und in Thüringen habe er »die Linke zu einer staatstragenden, ja, zu der staatstragenden Partei schlechthin umgemodelt«.

Echt jetzt? Dabei war Ramelow selber auch bei der »Strategiekonferenz« seiner Partei in Kassel, wo an Spinnern, Extremisten und Demokratiefeinden kein Mangel herrschte. Vom Gulag-Scherz seines Parteichefs hat er sich nachträglich ja auch distanziert. Aber hat er im Saal selbst nichts mitbekommen? Wahrscheinlich nicht, genauso wenig wie das Hofberichterstatter-Team vom ›MDR‹, das ihn dort begleitet hat. Die hatten beide ja nur Augen füreinander.

Er kann halt einfach nichts falsch machen, der nette Bodo. Selbst wenn rauskommt, dass er selbst bei seiner ersten Wahl zum Ministerpräsidenten nur wegen einer AfD-Stimme zum Zuge kam, oder wenn er freimütig einräumt, dass er den AfD-Landtagsvizepräsidenten mitgewählt hat, damit die AfD ihm nicht länger die Richterwahlen blockiert, dauert die Irritation bei seinem Medien-Fanclub nur kurz. Er darf und kann, was bei CDU oder FDP »unverzeihlich« wäre: Weil er ein Linker ist.

Nicht mal an einfache Regeln der Höflichkeit und des parlamentarischen Anstands braucht Bodo Ramelow sich zu halten. Dem AfD-Fraktionschef Björn Höcke, der ihm als fairer Oppositionsführer nach erfolgter Wahl gratulieren wollte, verweigerte er den Handschlag, mit ausführlicher Begründung für die Öffentlichkeit: Wenn der an den Tisch der Demokraten zurückkehre, werde er auch Höcke mal die Hand schütteln. Wer Demokrat ist und wann, entscheidet natürlich Ramelow selbst. Oder, wie früher auch, seine Partei, die SED. Die Prantlhausener Prawda war auch von dieser Ansage hell begeistert.

Über alledem hat Deutschlands Medien-Mainstream selbstverständlich auch seine vornehmste Mission nicht vergessen: Ein neues 2015 muss her, auch wenn Politiker zur Wählerbeschwichtigung noch so oft beteuern, dass sie die Grenzen nicht noch weiter aufreißen wollen.

Die Rollen sind schon klar verteilt. Der türkische Präsident, der Europa mit der Migrationswaffe erpresst, wird zwar heftig kritisiert; mit markigen Schlagzeilen wie »Knallhart-Ansage« helfen die Medien bereitwillig zu verschleiern, dass die nächsten Milliardenüberweisungen an den Schutzgeldeintreiber von Ankara schon in Vorbereitung sind.

Aber auch die Griechen kriegen ihr Teil ab dafür, dass sie die europäischen Grenzen schützen und all die unschönen Bilder riskieren, die Angela Merkel sich selbst ersparen möchte. Die einen säen Zweifel an der Rechtmäßigkeit der harten Abwehr illegaler Grenzübertritte. Der »Antifa«-Agitator Georg Restle vom ›WDR‹-»Monitor« steht dabei wie üblich an vorderster Front.

Und die anderen sehen statt aggressiver junger Männer im wehrfähigen Alter, die sich mit Griechenlands Polizei und Militär regelrechte Schlachten um den Grenzdurchbruch liefern, vor allem schutzbedürftige Frauen und Kinder, die es so schnell wie möglich aufzunehmen gelte.

Die unwillige Öffentlichkeit wird derweil mit den üblichen Methoden weichgekocht: Herzzerreißende Bilder und Geschichten – kullernde Kinderaugen kann keiner so gut wie ›Bild‹ – und die üblichen Dauerschwätz-Sendungen, bei denen fünf Aufnahmebefürworter gegen einen halben Opportunisten (bei Maybrit Illner CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak) stehen.

Mit Erfolg. Die Bundesregierung hat schon wieder kapituliert und den ersten Dammbruch beschlossen. Bis zu 1.500 »dringend Schutzbedürftige« sollen aus griechischen Insel-Lagern übernommen werden, statt sie als Illegale in die Türkei zurückzuschicken. Natürlich vor allem Kinder und Jugendliche, unter 14 Jahren, und hauptsächlich Mädchen. Mal sehen, wie viele vollbärtige »dreizehnjährige« Jungmannen am Ende dabei sein werden.

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