Aufgespießt!

Die Mainstream-Medien-Flops der Woche

Diesmal im Angebot: Ein Grenzschließungs-Wunder, klare Regierungs-Prioritäten, kreative Fakten-Erfinder und eine Theologin mit Putschgelüsten

Da hat die Bundesregierung sogar ihre getreuen Medien-Soldaten vom Zwangsgebührenfunk mal kalt erwischt. Wochenlang haben sie uns, als zuverlässige Stimme der Chefin, jetzt doch gepredigt, dass Grenzschließungen doof sind und überhaupt nichts bringen.

Noch am letzten Samstag hatte Claus Kleber sich einen Virologen ins ›ZDF‹-»heute journal«-Studio geholt, der versicherte, das sei »zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr sinnvoll«, weil ja eh schon so viele Infizierte da seien. Und zack! Einen Tag später verkündet die GroKo das Gegenteil, nachdem alle Nachbarländer ringsum auch schon die Grenzen dicht gemacht haben.

Selbst geübte Merkel-Lobredner wie Nikolaus Blome, der seit seinem Abschied aus der ›Bild‹-Chefredaktion letzten Herbst inzwischen hauptberuflich die Kanzlerin auf ›Twitter‹ zu verteidigen scheint, geraten da ins Schleudern. Ja, in der einen Lage kann man die Grenzen schließen, aber wenn Hunderttausende Merkel-Gäste ins Land wollen, natürlich nicht. Also alles richtig gemacht, Frau Kanzlerin. Meint jedenfalls ihr getreuer Blome.

Die Schuldigen stehen sowieso schon fest. Es sind die bösen Rechten, die immer alles madig machen. Weil AfD-Chef Jörg Meuthen die Verantwortung für die drohende Wirtschaftskrise auch bei früheren Fehlentscheidungen der Regierung Merkel sieht, bemängelt die ›Frankfurter Allgemeine‹ postwendend »fehlenden Anstand« und wittert offenbar Majestätsbeleidigung. Wir haben Krise, da wird die Regierung gefälligst nicht mehr kritisiert! Und die Opposition kann ihre Kontrollarbeit auch gleich einstellen.

Blome schlägt natürlich auch gleich wieder auf den selbstgebastelten Popanz ein und unterstellt der AfD, sie mache Merkel verantwortlich, weil das Virus aus dem Ausland komme. Tut sie nicht, sie kritisiert die Versäumnisse der Regierung bei der Vorbereitung auf die Pandemie, auch wenn das Regierungsradio zusammen mit dem Polit-Establishment »fassungslos« ist und die Leitmedien die große Eintracht gegen die rechten Miesmacher beschwören.

Und klar, es ist nur die AfD, die das Coronavirus »ausnutzen« möchte. Andere kämen gar nie nicht auf solch finstere Gedanken. Schon gar nicht die Ministerpräsidenten der Bundesländer, die sich letzte Woche zwar noch nicht auf weitere Krisenmaßnahmen wie eine abgestimmte Schließung der Schulen einigen konnte – die zog etwas später jedes Bundesland dann doch für sich alleine durch – aber dafür die langersehnte Erhöhung der GEZ-Zwangsabgabe endlich beschlossen haben. Praktisch, dass das auf dem Höhepunkt der Corona-Krise kaum einer zur Kenntnis genommen hat, die übrigen Medien haben es auch nur ganz knapp gemeldet und kaum kommentiert.

Es gibt ja auch wichtigeres. Den »Kampf gegen rechts« zum Beispiel. Der darf – Corona hin oder her – auf gar keinen Fall vernachlässigt werden, nicht mal eine »Atempause« können wir uns da leisten, lässt der ›MDR‹ die »Integrationsbeauftragte« der Bundesregierung verkünden. Die heißt übrigens Widmann-Mauz, falls Sie sonst auch nicht viel von ihr gehört haben sollten. Unsere Regierung setzt eben klare Prioritäten.

Und auf ihre medialen Fußtruppen ist Verlass. Das »Antifa«-Kampfblatt ›Zeit‹, früher mal ein betuliches linksliberales Lehrerblatt, hat viel Platz freigeschaufelt, damit ein »Experte« namens Matthias Quent vor den finsteren Machenschaften der »Rechtsextremen« rund um die Corona-Krise warnen kann. Sogar für die abscheuliche Forderung nach Grenzschließungen missbrauchen diese »Rechten« die Angst vor dem Virus. Aber, hoppla, die sind ja jetzt doch passiert.

Matthias Quent ist übrigens ein stramm linker Aktivist aus dem Stall der »Antifa«-Aktivistin und Thüringer Linken-Landtagsabgeordneten Katharina König. Erst war er ihr Mitarbeiter, dann hat sie ihn als Leiter eines vom Steuerzahler finanzierten und von der Amadeu-Antonio-Stiftung getragenen »Jenaer Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft« (IDZ) gemacht, damit er in dieser Eigenschaft als »Experte« die Spalten der Leitmedien füllen kann. So läuft das »Kampf gegen rechts«-Business.

Über dem alles beherrschenden Thema »Coronavirus« gerät selbst der neue Asylansturm auf die EU-Grenzen in Griechenland etwas in den Windschatten des Medieninteresses. Der angebliche Besuch eines AfD-Politikers auf der Insel Lesbos, der noch dazu mit Linken in eine handgreifliche Auseinandersetzung geraten sein soll, kam da gerade recht. Das war zwar komplett erfunden, was die ›Deutsche Presse-Agentur‹ durch einfache Recherche auch hätte herausfinden können. Stattdessen machte die ›dpa‹ eine Meldung daraus, und die halbe Republik schrieb ab.

Solche »Fake News« meint der »Aktionsplan gegen Desinformation« natürlich nicht, den die EU jetzt auf den Weg bringen will. Dass von oben gefördertes »unabhängiges Faktenchecken« ein Widerspruch in sich ist, fällt dem ›Deutschlandfunk‹ dabei nicht auf. Umso engagierter kritisiert der GEZ-Sender dafür die AfD, die den EU-»Aktionsplan« skeptisch sieht. Wahrheitsfindung durch die Obrigkeit findet der ›DLF‹ demnach also ganz normal und sogar prima.

Auch sonst sind unsere Medienrecken nicht zimperlich, wenn es um die gute Sache geht. Ein TV-Prolet namens Kurt Krömer hat Erika Steinbach in seine Sendung im ›RBB‹ eingeladen; wer einmal sehen möchte, wie eine Dame würdevoll mit einem impertinenten Nichtswisser umgeht, kann sich diese halbe Stunde öffentlich-rechtliches Krawallfernsehen gönnen.

Im »Wort zum Sonntag« der ›ARD‹ darf eine Polit-Pastorin namens Annette Behnken gleich zum »Sturm auf die Parlamente« aufrufen, weil es ihr nicht passt, dass Erdoğans Migranten-Armee an der griechischen Grenze nicht nach Deutschland durchgelassen wird. Die Grünen waren von diesem Agitprop-Kommentar im theologischen Mäntelchen, wen wundert’s, hellauf begeistert.

Wenn die Geschmacklosigkeit im öffentlich-rechtlichen Zwangsgebührenfunk unerträglich wird, dann ist es wahrscheinlich »Satire«. Die ›ARD‹-Jugendwelle »Funk« zum Beispiel findet es »nur gerecht«, dass am Coronavirus vor allem ältere Menschen sterben, schließlich hätten die ja den »Planeten voll gegen die Wand gefahren«.

Erst das »Oma Umweltsau«-Lied vom ›WDR‹, jetzt das: Offensichtlich haben ›ARD‹ und ›ZDF‹ sich auf die ältere Generation eingeschossen. Dabei sind das doch die letzten, die ihr Programm überhaupt noch in größerer Zahl anschauen. Aber was soll’s, zahlen müssen sie ja doch, und ihre Kinder und Enkel auch. Demnächst, dank der Fürsorge der Länder-Regierungschefs, sogar wieder etwas mehr.

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