Aufgespießt!

Die Mainstream-Medien-Flops der Woche

In Krisenzeiten hat die Exekutive Oberwasser, aber die deutschen Mainstream-Medien übertreiben es mal wieder hemmungslos. Kaum war die Kanzlerin nach monatelanger Tauchstation mit einer TV-Ansprache zur Corona-Krise wieder aus der Versenkung aufgetaucht, da lag ihr das deutsche Medien-Establishment auch schon wieder zu Füßen.

Keine kritischen Nachfragen zu den Versäumnissen und Fehleinschätzungen der Bundesregierung, die die Pandemie schließlich die längste Zeit verschlafen hatte, dafür überschwängliche Lobeshymnen für eine in schlichtem und schlechtem Deutsch vorgetragene Ansprache, die vor allem die Botschaft an die Bürger enthielt: Macht ihr mal, ihr schafft das schon.

»Hurra-Merkelismus« nennt der unabhängige Kollege Boris Reitschuster diese Untertänigkeit treffend. Und mit der Fernsehrede war es noch nicht vorbei. Mit einem peinlichen Show-Einkauf der Kanzlerin im Supermarkt – Merkel wie wir alle vor leeren Regalen, sie legt selbst die Waren in den Wagen und bezahlt sogar selbsttätig mit der Karte – legte die Propagandaabteilung des Kanzleramts gleich noch mal nach.

Und alle haben das Lied von der Kanzlerin wie du und ich brav nachgebetet. Dabei hielt sie sich bei ihrem Einkauf selbst nicht an die Hygiene-Regeln, die sie sonst so gern statt konkreter politischer Ansagen predigt. Zum Glück war Merkels Auftritt im Supermarkt ganz offenkundig gestellt. Gleich darauf wurde nämlich bekannt, dass sie sich selbst in Quarantäne begeben musste, weil ein Arzt, den sie besucht hatte, mit Covid-19 infiziert war. Nicht auszudenken, die Kanzlerin wäre in einem echten geöffneten Supermarkt mit echten Kunden einkaufen gewesen und hätte noch jemanden angesteckt. Da ertragen wir dann doch lieber die servilen Mitleidsmeldungen über die arme Angela im »Homeoffice«.

Merkel ist übrigens nicht der einzige Medienliebling, den der Mainstream in der Krise neu für sich entdeckt hat – der ansonsten für seine Analysen geschätzte Gabor Steingart erklärt die monatelang abgetauchte Kanzlerin gleich zum »Ghostbuster« und Retter in höchster Not. Auch der sonst so gern heruntergemachte bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder, der seine Aktien für die Kanzlerkandidatur wieder steigen sieht und deshalb die Koalition mit schneidigen Vorpresch-Initiativen vor sich hertreibt, hat neuerdings Krisen-Konjunktur: Die regierungsfromme ›Frankfurter Allgemeine‹ vergleicht ihn mit dem britischen Kriegspremier und ernennt ihn zum neuen »Churchill«, und der ›Stern‹ macht ebenfalls eifrig mit beim Hochschreiben. Hauptsache Schwarz-Grün, wenn es sein muss, sogar mit Söder.

Der ehrgeizige Franke weiß natürlich, was er seinen neuen Freunden schuldig ist, und erklärt den Medien-Mainstream für »systemrelevant« in der Krise. Da kann die ›ZDF‹-Nachrichten-Marionette Slomka ja auf offene Ohren hoffen für ihre Klage, die Arbeit der Öffentlich-Rechtlichen werde immer noch zu wenig geschätzt von den Bürgern, die jetzt sogar noch mehr dafür bezahlen dürfen.

Sie machen es einem aber auch nicht leicht. Eben noch hatten all die »Fake News«-Prüfer die Warnung vor der Einnahme von Ibuprofen bei Corona-Erkrankung als Verschwörungstheorie gebrandmarkt, da warnt die Weltgesundheitsorganisation WHO auch schon selbst vor dem Schmerzmittel und seinen Wechselwirkungen mit Corona, nur um ihre Ansage Tage später gleich wieder zu relativieren. Ja was denn nun?

Wer sich mit solchen Feinheiten aufhält, ist allerdings selbst ein Populist. Die Regierung hat nämlich immer recht, selbst wenn sie sich im Schweinsgalopp selbst widerspricht. Meint jedenfalls die ›ZDF‹-Reporterin Nicole Diekmann, die jeden in den Senkel stellt, der sich darüber mokiert, dass die Bundesregierung die Meldung, sie plane gravierende Einschnitte in das öffentliche Leben, erst als »Fake News« brandmarken ließ und kurz darauf selbst solche Einschnitte verkündete: »Diese Einschnitte sind gestern beschlossen worden. Nicht vor 2 Tagen. Punkt.«

Wäre ja auch noch schöner, wenn hier jeder an der Regierung rummeckern kann. Falls Ihnen übrigens der Name der Reporterin bekannt vorkommt – genau: Das ist die ›ZDF‹-Journalistin, die Anfang des Jahres die Losung »Nazis raus« folgendermaßen erläuterte: »Nazi ist jeder, der nicht die Grünen wählt.« War natürlich nur Ironie, hahaha.

Dass Regierung und linientreue Medien selbst die schlimmsten Fake-News-Verbreiter sind, konnte man allerdings auch im Fall des Tübinger Pharma-Unternehmens Curevac sehen, das gerade an einem Impfstoff gegen Covid-19 arbeitet. Der böse Trump wolle das Unternehmen nach Amerika locken und den Impfstoff für die USA allein haben, behaupteten Regierungsmitglieder und führende Mainstream-Zeitungen tagelang, bis das Unternehmen selbst klarstellte: So ein Angebot gab es nie. Peinlich für alle, die jetzt als Lügner blamiert sind. Lernen werden sie daraus wohl wieder nichts. Trump-Bashing ist einfach das ideale Ablenkungsmanöver für Regierungsversagen im eigenen Land.

Auch im Kampf gegen die AfD sind »Fake News« ein gern genommenes Mittel; der »gute Zweck« heiligt ja bekanntlich alles. Und so präsentierte uns der ›Spiegel‹ unverdrossen eine »Seniorin«, die »mehr Angst vor der AfD als vor dem Virus« hat, lässt aber praktischerweise die vielleicht nicht ganz irrelevante Information weg, dass es sich bei der wackeren Altentreff-Leiterin rein »zufällig« auch um eine örtliche SPD-Funktionärin handelt.

Verglichen mit dem Fälschungswerk, das ein Claas Relotius im ›Spiegel‹ hinterlassen konnte, sind solche Verschönerungsarbeiten an der Wahrheit aber nun wirklich bloß Kinderkram.

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