BAMF zum Fall Miri:

Kein Asyl für Clan-Chef

Vorerst ist der Asylantrag von Ibrahim Miri abgelehnt: Doch der Clan-Chef will Rechtsmittel dagegen einlegen

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat den Asylantrag des Clan-Chefs Ibrahim Miri als offensichtlich unbegründet abgelehnt. Das teilte Bundesinnenminister Seehofer in Berlin mit. Der Bescheid sei bereits zugestellt worden und sofort vollziehbar. Die Behörden bereiteten derzeit die Abschiebung des Kriminellen vor.

Der Bescheid sei ihm um 12.22 Uhr per Bote zugestellt worden, schrieb Miris Anwalt Albert Timmer. Er werde fristgerecht Rechtsmittel gegen die Entscheidung einlegen, kündigte der Anwalt an. Darüber werde das Bremer Verwaltungsgericht in einem Eilantrag entscheiden. Miris Anwalt hatte zuvor erklärt, die Behörde habe auch den Antrag seines Mandanten auf Feststellung eines Abschiebeverbots abgewiesen.

Wie der ›Spiegel‹ berichtet, war am Donnerstag eine Wohnung in der Bremer Innenstadt durchsucht worden, in der auch Ibrahim Miris Mutter lebt. Dabei stellte die Polizei scharfe Munition sicher, die dem Clan-Chef zugeordnet wird. Dabei soll es sich um mehr als 30 Kurzwaffenpatronen des Kalibers 45 handeln. Die Polizei leitete ein weiteres Ermittlungsverfahren gegen Miri ein. Der Vorwurf: Verstoß gegen das Waffengesetz.

Der Clan-Chef hatte bei der Bremer Außenstelle des BAMF einen Asylantrag gestellt. Wie der Deutschland Kurier berichtete, war der Schwerkriminelle im Sommer in den Libanon abgeschoben worden und kehrte nach eigenen Angaben mit Hilfe von Schleppern nach Deutschland zurück. Miri gab an, im Libanon bestehe für ihn Lebensgefahr. Weil er trotz der gegen ihn verhängten mehrjährigen Wiedereinreisesperre nach Deutschland gekommen war, sei gegen ihn anschließend Abschiebehaft verhängt worden.

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