Bankenkrise

Auch der Commerzbank droht Job-Kahlschlag

Nun wird auch die Commerzbank von der Krise erfasst: Mehrere hundert Filialschließungen könnten in nächster Zeit bevorstehen

Nach der Deutschen Bank wackeln jetzt auch bei der Commerzbank massiv Arbeitsplätze. Das zweitgrößte deutsche Institut erwägt offenbar die Schließung einer größeren Anzahl von Filialen.

Die Commerzbank wird ihr vergleichsweise dichtes Filialnetz möglicherweise ausdünnen. Wie das ›Handelsblatt‹ (Düsseldorf) berichtet, könnten auch Filialschließungen bevorstehen. Verschiedene Szenarien sehen demnach angeblich vor, die Zahl der Zweigstellen von derzeit rund 1.000 auf 800 bis 900 zu verringern. Nach Informationen des ›Manager Magazins‹ könnten am Ende sogar nur 600 bis 650 Standorte übrig bleiben. Ein Commerzbank-Sprecher wollte die Berichte nicht kommentieren.

Nachdem die erhoffte Fusion mit der Deutschen Bank geplatzt ist, drücken Ertragsschwäche und Zinstief immer mehr auf das Ergebnis der Commerzbank. Im ersten Halbjahr 2019 brach der Gewinn auf 391 Millionen Euro ein – nach 533 Millionen Euro im Vorjahr.

Und die Aussichten sind alles andere als rosig: Die Weltkonjunktur schwächelt, die Europäische Zentralbank (EZB) könnte die Strafzinsen für Bankeinlagen weiter verschärfen. Bei der Vorlage der Quartalszahlen Anfang August hatte Vorstandschef Martin Zielke denn auch einräumen müssen, es werde »deutlich ambitionierter«, das Jahresziel einer leichten Gewinnsteigerung zu erreichen: »Die Herausforderungen für die Branche und für uns nehmen weiter zu.«

Im Herbst will das Management einen Plan vorlegen, wie sich die Bank, deren größter Anteilseigner der Bund – sprich: der Steuerzahler – ist, in den nächsten Jahren aufstellen wird. (hh)

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