Berlin: Alle drei Stunden wird ein Messer gezückt

Seit Jahren steigt die Zahl der Straftaten mit Messern. In Berlin bleibt die Zahl von Messerattacken hoch. Im Durchschnitt registriert die Polizei mehr als sieben Taten pro Tag, die mit dem »Tatmittel« Messer verübt werden.

Erschreckende Tendenz: Immer häufiger werden Messer als Tatwaffen eingesetzt

Die Zahl der Messerattacken hat im Jahr 2018 den höchsten Wert seit Beginn der Auswertung erreicht. Das teilte die Senatsinnenverwaltung auf Anfrage des CDU-Innenpolitikers Peter Trapp mit.

Dies entspricht einer Zunahme um 58 Taten (plus 2,1 Prozent) und stellt den höchsten Wert seit Beginn der entsprechenden Auswertung dar. Danach wurden unter den Straftaten gegen das Leben, den Sexualdelikten und den Rohheitsdelikten insgesamt 2.795 Taten mit einem Tatmittel »Messer« erfasst. Seit 2008 wird für bestimmte Delikte vom Polizeidatensystem »Poliks« die Eingabe eines Tatmittels verlangt. Die Polizei kündigte an, das Thema in der nächsten ausführlichen Ausgabe des Berichts zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2018 darzustellen. Voraussichtlich werde diese am Ende des zweiten Quartals 2019 veröffentlicht.

Stark gestiegen ist auch die Zahl der Straftaten gegen das Waffengesetz. Verstöße stiegen im Jahr 2018 um 14 Prozent und übersteigen jetzt erstmals seit 2010 wieder den Zehnjahresschnitt. In der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) gab es im Jahr 2018 im Deliktsfeld der Straftaten gegen das Waffengesetz einen Anstieg um 307 Fälle auf 2.505 Fälle, was 14 Prozent entspricht. Aufgeklärt wurden davon 2.222. Der Anstieg kann teilweise ein statistischer Effekt sein, da im Jahr 2017 das Waffengesetz verschärft wurde.

CDU-Politiker Peter Trapp fordert angesichts der Zahlen Messer-Verbotszonen, beispielsweise auf dem Alexanderplatz. Die regelmäßigen Kontrollen der Bundespolizei hätten gezeigt, »was einige Berliner so in Taschen und Rucksäcken dabeihaben«.

Die Bundespolizei hatte beispielsweise in einem dreimonatigen Versuchsprojekt gute Erfolge erzielt, berichtet das Blatt weiter. Die sogenannte Ordnungsverfügung galt zeitlich und räumlich begrenzt.

Drucken