Billy Six:

»Isolationshaft ist Folter«

In einem Brief an den Gefängnisleiter des Geheimdienst-Gefängnisses El Helicoide in Caracas, der jetzt auf Facebook veröffenlicht wurde, hat der inhaftierte Journalist Billy Six das Ende seines Hungerstreiks angekündigt. Der ›Deutschland-Kurier‹ veröffentlicht heute den fünften und letzten Teil seines Exklusiv-Interviews mit den Eltern von Billy Six.

»Sehr geehrter Herr Direktor Angel Flores, es freut mich sehr, dass ich nun endlich meinen ersten Gerichtstermin in Punto Fijo wahrnehmen konnte. Danke, dass Sie trotz der schwierigen internationalen Situation die 2 Fahrzeuge und 8 Männer abgestellt haben, um mich dort hinzubringen. Der Kontakt mit meinen Anwälten ist sehr ermutigend für mich, was den Prozess betrifft«, schrieb Billy Six am 28.2.

»In Punto Fijo konnte ich auch mit einem Militärtelefon mit meiner Familie sprechen. Wie dort geschehen, wäre es vielleicht eine Möglichkeit, meiner Familie die Telefonnummer hier mitzuteilen, damit sie mich aus Deutschland anrufen können.«

Billy freut sich in dem Brief darüber, an zwei Tagen Sonnenlicht gesehen zu haben, am 20. und 27. 2. Außerdem bedankt er sich für die Fußnagelpflege. Ihm war es drei Monate nicht möglich, sich die Fußnägel zu schneiden, woraus ernsthafte gesundheitliche Schäden durch eingewachsene Nägel entstanden. Er hofft darauf, seine Tagebücher zurückzubekommen, die man ihm abgenommen hat, sowie seine Bankkarte, die ihm am Tag seiner Verhaftung von einem korrupten Polizisten weggenommen wurde.

Am Schluss äußert Billy seine Enttäuschung über das völlige Desinteresse seitens der deutschen Regierung: »Ich habe das Gefühl. dass die venezolanische Vollzugsbeamten sich mehr um meinen Fall kümmern, als die deutsche Bundesregierung.«

Im Interview mit dem ›Deutschland-Kurier‹ erzählen die Eltern, wie man Billy Six in der Isolationshaft die Tagebücher abgenommen hat, die Iso-Matte gestohlen hat, wie er an Vitamin-D-Mangel wegen fehlendem Tageslicht litt und Blutergüsse an den Zehen wegen eingewachsener Nägel entwickelt hat. Die Eltern demonstrieren weiterhin jeden Tag vor dem Auswärtigen Amt in Berlin. Der Deutschland Kurier bleibt dran.

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