Billy Six: Schon drei Monate in
venezolanischer Haft

Bundesregierung lässt deutschen Journalisten im Stich

Seit 103 Tagen ist der ›Junge Freiheit‹-Korrespondent Billy Six in Venezuela wegen »Spionage« in Haft, seit 3 Tagen ist er wieder im Hungerstreik – weitgehend unbeachtet von der Regierung und Mainstream-Medien. Heute (27. Februar 2019) beginnt endlich sein Gerichtsprozess.

Billy Six berichtet für die liberal-konservative Wochenzeitung ›Junge Freiheit‹ aus Krisengebieten wie Südafrika, Libyen und Syrien. Am 17.11.2018 wurde er bei Punto Fijo vom venezolanischen Geheimdienst verhaftet und in Caracas in das Gefängnis »El Helicoide« gebracht, wo er seit drei Monaten auf seinen Prozess wegen angeblicher Spionage wartet.

»Wir schaffen das – auch ohne Raute!«

Nun gibt es endlich Hoffnung. Der Prozess gegen Six beginnt: »Billy wurde über Nacht nach Punto Fijo gebracht. Er steht in diesen Minuten vor dem Militärgericht. Wir konnten vor 30 Minuten mit ihm telefonieren. Es geht ihm gut. Da nichts gegen ihn vorliegt gehen wir von einem Freispruch aus. Drückt die Daumen – Wir schaffen das – auch ohne Raute!«, schrieben die Eltern am 27.02. auf Facebook.

Laut der Familie liegen keine Beweise gegen Billy Six vor, die seine Verhaftung rechtfertigen würden. Das habe die Akteneinsicht seines Anwalts am 19.2.2019 beim Militärgericht in Punto Fijo ergeben.

Da Billy Six aber für ein konservatives Medium schreibt, wird sein Fall in den deutschen Medien totgeschwiegen. Seine Eltern Ute und Edward Six werfen der Bundesregierung »vorsätzliche unterlassene Hilfeleistung« vor und nennen sie »mitverantwortlich für das Leid, die Gesundheit und das Leben des deutschen Journalisten Billy Six«. Sie bezichtigen die deutsche Bundesregierung der »kriminellen Untätigkeit«. Außenminister Heiko Maas trete das Recht mit Füßen.

Die Eltern von Billy Six werfen der Bundesregierung Untätigkeit vor

Bei der #FreeBilly-Demo am 20.2. vor dem Kanzleramt in Berlin sagte der AfD-Obmann im Auswärtigen Ausschuss Petr Bystron: »Heiko Maas hat sich damit gebrüstet, die Bundesregierung stehe in engem Kontakt zu Billy Six. Das ist mitnichten der Fall. Die Bundesregierung steht nicht einmal in engem Kontakt mit den Eltern. Da sind wohl zwei, drei Telefonate geführt worden. Eigentlich kümmert sich keiner um sie. Wie Billy Six betreut wird, sieht man daran, dass es über 50 Tage gedauert hat, bis irgendjemand von der Botschaft ihn besucht hat. Das ist ein absolutes Unding. Ich habe dazu mehrere Anfragen an die Bundesregierung gestellt, und die Antworten sind immer nur leere Floskeln. Die Bundesregierung lässt einen deutschen Journalisten in einem Drecksloch verrotten.«

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Seit drei Monaten in venezolanischem Knast: der deutsche Reporter Billy Six
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