»Bootsflüchtlinge«:

EU-Länder lassen Seehofer abblitzen

Außer Spesen nichts gewesen: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) stößt mit seinen Plänen zur Migrantenverteilung bei den EU-Kollegen auf wenig Gegenliebe

Neue Schlappe für Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU): Die Pläne der Bundesregierung zur organisierten Verteilung von Mittelmeer-»Flüchtlingen« innerhalb der EU stoßen auf wenig Gegenliebe.

Die Verteilung von sogenannten Flüchtlingen, die aus angeblicher Seenot im Mittelmeer »gerettet« wurden, bleibt in der EU höchst umstritten. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) holte sich bei seinen Amtskollegen gestern in Luxemburg eine deutliche Abfuhr. Die dachten nicht daran, sich dem Verteilungsschlüssel anzuschließen, den Seehofer mit seinen Amtskollegen aus Frankreich, Italien und Malta ausgekungelt hat.

Es ist noch keine zwei Wochen her, da hatte Seehofer getönt, er hoffe auf zwölf bis 14 Länder, die mitmachen – also etwa rund die Hälfte der EU-Mitgliedsstaaten. Davon ist die EU derzeit weit entfernt. Einen festen Verteilmechanismus gibt es weiterhin nicht. Allein Deutschland will bislang jeden vierten »Bootsflüchtling« aufnehmen.

Seehofer, der einst von der »Herrschaft des Unrechts« sprach, gibt jetzt den Chef-Gutmenschen: »Die Rettung von Menschen vor dem Ertrinken einerseits und die Bekämpfung skrupelloser Schlepper andererseits, beides gehört zum Wertefundament Europas«, sagte Seehofer am Rande des Treffens mit seinen Amtskollegen gestern in Luxemburg.

Immerhin, so Seehofer: Einige Länder, die in der Vergangenheit schon Bootsmigranten aufgenommen haben, hätten sich »positiv geäußert« – so etwa Luxemburg, Portugal und Litauen. Andere hätten nach weiteren Einzelheiten gefragt. Deshalb werde die EU-Kommission am 11. Oktober eine Konferenz »zur technischen Umsetzung der Vereinbarung« einberufen. Mit anderen Worten: Außer Spesen nichts gewesen in Luxemburg! (lol)

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