Broder:

»Deutschland ist ein Irrenhaus«

Henryk M. Broder in Wien: »Wir reden nicht über die wirklichen Probleme, sondern erfinden künstliche wie genderneutrale Toiletten«

Österreich – Der Publizist Henryk M. Broder übte vor mehr als 700 Zuschauer bei einer Podiumsdiskussion des Forums »Denkwerk Zukunftsreich« am Mittwochabend harsche Kritik an den Zuständen in Deutschland: »Deutschland ist ein Irrenhaus. Könnte man die Bundesrepublik überdachen, wäre es eine geschlossene Anstalt.«

Anlässlich der Präsentation des Buches »Islamischer Antisemitismus« von Dr. Michael Ley veranstaltete das österreichische Bundesministerium »Öffentlicher Dienst und Sport« (BMÖDS) im Wiener Kursalon des Stadtparks am Mittwoch eine Podiumsdiskussion mit hoch interessanten Gästen. Neben dem Gastgeber, dem österreichischen Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ), nahmen der Autor und Politikwissenschaftler Michael Ley und die Ex-Muslimin und Autorin Laila Mirzo sowie Birol Kilic, Obmann der türkischen Kulturgemeinde in Österreich, teil. Ebenfalls fand sich der Publizist Henryk M. Broder in der Diskussionsrunde, die via Livestream übertragen wurde.

Broder kritisierte in seinen Redebeiträgen scharf die Gegebenheiten in Deutschland. Anstatt die Herausforderungen, die in Deutschland unübersehbar nach Lösungen rufen, endlich anzugehen, beschäftige man sich lieber mit Scheinproblemen. »Wir reden nicht über die wirklichen Probleme, sondern erfinden künstliche wie genderneutrale Toiletten«, so Broders Kritik. »Deutschland ist ein Irrenhaus. Könnte man die Bundesrepublik überdachen, wäre es eine geschlossene Anstalt.« Zum Diskussionsthema »Islamischer Antisemitismus« stellte der Publizist Broder fest: »Der Treibriemen des heutigen Antisemitismus« seien die Araber. Zusätzlich erinnerte er an verschiedene Ausprägungen wie wirtschaftlichen, linken oder rechten Antisemitismus. Es sei doch vielmehr so, dass der Islam den öffentlichen Diskurs dominiere. »Er ist das Thema Nummer eins.«

Kardinal Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, der vor kurzem den Begriff »christliches Abendland« als »ausgrenzend« bewertete, wurde von Broder ebenfalls kritisiert. Es gehe ein Stück Abendland verloren und der Kardinal gebe eine der Grundlagen des Christentums auf, stellte Broder fest und fragte, zu welchen Werten sich Muslime bekennen sollen, wenn die Europäer keine mehr hätten.

Bei ihren Diskussionsbeiträgen zum Thema »Islamischer Antisemitismus« nahm Laila Mirzo, die in Syrien geborene Ex-Muslimin und Autorin des Bestsellers »Nur ein schlechter Muslim ist ein guter Muslim«, ebenso wenig Rücksicht auf muslimische Befindlichkeiten wie Henryk M. Broder. Nicht minder klarer Worte fand Gastgeber und Vizekanzler HC Strache im Rahmen seines neu gegründeten Forums »Denkwerk Zukunftsreich«. Während Publizist Henryk M. Broder am Podium von einem »unlösbaren Problem« in Hinblick auf die gescheiterte Integration von Muslimen sprach, gab sich Strache kämpferisch: »Aufgeben tut man einen Brief«, so der FPÖ-Chef und kündigte weitere Schritte gegen den politischen Islam an.

Der österreichische Politikwissenschaftler und ehemalige Direktor des Ludwig Boltzmann Instituts für Politik, Religion und Anthropologie Dr. Michael Ley – ein bedingungsloser Verfechter der Aufklärung, nach dessen Aussage der orthodoxe und der radikale Islam eine Geißel der Menschheit sei – stellte dar, dass der exorbitante Judenhass vieler Muslime mit der Verachtung des Christentums vieler »Islam-Verteidiger« einhergehe und weder die politischen oder die intellektuellen Eliten eine Antwort auf die massiven Integrationsprobleme haben. Hilflos stünden sie dem Problem gegenüber und den Scherbenhaufen, den sie da angerichtet haben, würden sie am liebsten verschweigen. Hier versuchte Birol Kilic – Verleger und Publizist, Obmann der türkischen Kulturgemeinde in Österreich – den Autor immer wieder, aber vergeblich, der Lüge und Falschdarstellung zu überführen.

Moderiert wurde die Veranstaltung vom Chefredakteur und Herausgeber der österreichischen Zeitung ›Die Presse‹, Rainer Nowak. Die Gesprächsführung des stets besserwissenden Nowak wurde in den sozialen Netzwerken als einziger Tiefpunkt der durchwegs als positiv bewerteten Veranstaltung kritisiert.

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