Bürgerschaftswahl

Bremer SPD steuert auf Debakel zu

In Bremen wird in eineinhalb Wochen eine neue Bürgerschaft gewählt. Die SPD regiert den Stadtstaat seit 70 Jahren. Nun droht den Sozialdemokraten eine herbe Schlappe.

Nach 70 Jahre SPD-Herrschaft in der Hansestadt stehen die Bremer Sozialdemokraten am Abgrund

Eineinhalb Wochen vor der Bürgerschaftswahl in Bremen sinkt die SPD in einer Umfrage auf ihren historisch niedrigsten Wert. Zudem verfehlt die regierende rot-grüne Koalition unter Bürgermeister Carsten Sieling in einer Befragung von »Infratest dimap« für die ›ARD‹ die Mehrheit. Ähnlich sieht die Lage für die Sozialdemokraten im ›ZDF‹-»Politbarometer extra« aus.

Die Sozialdemokraten verlieren in der Erhebung für die ›ARD‹ in ihrer langjährigen Hochburg einen Punkt und kommen auf 24 Prozent im Vergleich zu Anfang Mai. Die CDU baut ihren Vorsprung vor der SPD aus und liegt bei 27 Prozent (plus ein Punkt). Bei den Grünen (18 Prozent) und der Linkspartei (12 Prozent) verändern sich die Werte nicht. Die FDP gibt einen Punkt ab und erreicht 5 Prozent. Die AfD wird bei 6 Prozent gesehen. Die Partei Bürger in Wut liegt bei 3 Prozent.

Im ›ZDF‹-«Politbarometer extra« der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen kommt die noch regierende SPD nur noch auf 24,5 Prozent. Die CDU erhält 26 Prozent. Die Grünen liegen auch hier bei 18 Prozent. Die Linke erreicht 12 Prozent, die FDP 5,5 Prozent, die AfD 8 Prozent und die Partei Bürger in Wut 3 Prozent.

Damit hätte von den möglichen Zweierbündnissen jeweils lediglich eine Koalition aus CDU und SPD eine Mehrheit. Denkbar wäre auch eine rot-rot-grüne Koalition oder ein Bündnis aus CDU, Grünen und FDP. Keines der rechnerisch möglichen Bündnisse hätte allerdings starken Rückhalt in der Bevölkerung. Vor allem gegen eine CDU/SPD-Regierung gibt es den Umfragen zufolge starke Vorbehalte.

Kleinere Parteien, die landesweit unter 5 Prozent liegen, können aufgrund der Besonderheit des Bremischen Wahlrechts trotzdem in die Bürgerschaft einziehen, wenn sie entweder in der Stadt Bremen oder in Bremerhaven 5 Prozent der Stimmen erreichen.

Im kleinsten deutschen Bundesland wird am 26. Mai zeitgleich mit der Europawahl das Landesparlament neu gewählt.

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