Bundeswehr-Pannenserie:

Deutsches U-Boot auf Grund gelaufen

Deutsches U-Boot der 212A-Klasse im Hafen von Gdingen (Polen)

Die Pannenserie bei der Bundeswehr reißt nicht ab. In Norwegen soll erneut ein U-Boot der Marine auf Grund gelaufen sein. Die »U36« war erst kürzlich aus einer langen Reparatur gekommen.

Die deutsche Marine muss sich erneut um die Einsatzbereitschaft ihrer U-Boot-Flotte sorgen. Am Dienstag lief erneut ein deutsches U-Boot auf Grund. Die Marine bestätigte den Unfall am Mittwoch in einer vertraulichen Sitzung des Verteidigungsausschusses des Bundestages, so der ›Spiegel‹.

Das Unterseeboot »U36« habe beim Auslaufen aus dem norwegischen Hafen Haakonsvern Grundberührung gehabt und sei dabei beschädigt worden, hieß es dazu aus Marinekreisen. Derzeit würden Videobilder eines Tauchers ausgewertet, um das Ausmaß der Schäden abzuschätzen und zu klären, ob das U-Boot weiterfahren kann.

Die neuerliche Panne ist für die Marine bitter. Nachdem 2017 zeitweise kein einziges der deutschen U-Boote einsatzbereit war, schien sich die desaströse Lage in den letzten Monaten etwas gebessert zu haben. Bei einem Besuch des Verteidigungsausschusses im Heimathafen der Unterseeflotte berichtete die Marine fast schon stolz, dass derzeit die Hälfte (!) – nämlich drei der sechs U-Boote – einsatzbereit seien.

Das betroffene U-Boot der Klasse 212 A war erst 2018 aus einer fast einjährigen Instandsetzung beim Hersteller entlassen worden. Im Januar 2019 dann lief die »U36« in Richtung Norwegen aus und nahm dort an Manövern teil.

»U35«-Pannenserie

Im Januar 2015 wurden massive Mängel an »U35« und am Schwester-U-Boot »U36« bekannt. Noch Anfang 2015 liefen die Wellenanlage, die Fahrbatterie, das Radar und die Funkboje »Callisto« nicht planmäßig. Auch mit den anderen Booten der U-Boot-Klasse 212 A gab es bis Anfang 2015 ständig Probleme. Die Boote »U35« und »U36« wurden mit einem Stückpreis von rund 500 Millionen Euro beziffert.

Grundberührungen bei U-Booten wecken bei der Marine ungute Erinnerungen. So war 2017 die »U35« mit einem Felsen vor Norwegen kollidiert. Dabei wurden die Rotorblätter so stark verbogen, dass das U-Boot umfangreich repariert werden musste.

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