CSU kündigt an, »digitales Monopol« der AfD brechen zu wollen

Kompetenz-Defizit in Sachen neue soziale Medien: Die Vorsitzenden von CSU, Markus Söder, und CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer, beim Selfie-Erstellen

Mit einer neu zusammengestellten Kommunikationsabteilung hat CSU-Parteichef Markus Söder angekündigt, den großen digitalen Abstand zur AfD verringern zu wollen. Söder sprach davon, das digitale »Monopol der AfD« zu brechen.

Schlagkräftiger soll sie werden, die Parteizentrale des CSU-Chefs Markus Söder. Deshalb kündigte er an, diese umzukrempeln. Die bisherigen Abteilungen werden in vier Bereichen gebündelt: Parteiarbeit, Kampagne, zentrale Dienste – und Kommunikation. Söder kündigt an, »das AfD-Monopol« im Internet brechen zu wollen. Ihn störe, dass sich die etablierten Parteien diesem Monopol ein Stück weit ergeben hätten. »Wir werden es nicht mehr tun«, so die Ankündigung des CSU-Chefs.

In der CSU-Parteizentrale soll künftig ein eigener »Newsroom« die Online-Inhalte der Partei erstellen und verbreiten. Als die AfD vor einem Jahr ankündigte, just einen solchen »Newsroom« einrichten zu wollen, wurde der Partei unterstellt, Propaganda betreiben zu wollen.

Zur Zukunft der nur noch monatlich erscheinenden Parteizeitung ›Bayernkurier‹ erklärte Söder, man überprüfe im Moment ganz genau, was der richtige Weg sei. Auf Dauer scheine es ihm zentral, »die gesamten Kapazitäten finanzieller und logistischer Art auf die neue Kommunikation auszurichten«. Der publizistische Mehrwert beim ›Bayernkurier‹ sei zudem eher gering.

Auch personell werde die Umstrukturierung zu Veränderungen führen. Der bisherige Pressesprecher der CSU-Fraktion im Landtag, Franz Stangl, wird als Kommunikationschef in die Parteizentrale wechseln. Am Montag gab es noch keine Informationen darüber, ob die Partei darüber hinaus zusätzliche Mitarbeiter für die interne und externe Kommunikation einstellen wird.

Eine US-amerikanische Studie zeigte in der vergangenen Woche auf, dass aktuell rund 85 Prozent aller weiterverbreiteten Beiträge deutscher Parteien bei ›Facebook‹ von der AfD stammen und andere Parteien hinter dieser Wirkmächtigkeit massiv zurückfallen (der Deutschland Kurier berichtete). Die verbleibenden 15 Prozent der ›Facebook‹-Shares verteilen sich auf die Union, SPD, Grüne, FDP und Linke. Nur jeweils etwa zwei bis drei Prozent gehen dabei an die Volksparteien SPD und CDU/CSU.

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