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Istanbuls neuer Bürgermeister klüngelt mit Islamisten

Der neue Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu feiert seinen Wahlsieg: Doch trotz säkularer Parolen steht er in engem Kontakt mit islamistischen Gemeinschaften

Der neue Bürgermeister Istanbuls, Ekrem İmamoğlu, steht in engem Kontakt mit islamistischen Organisationen. Das gibt er selbst zu. Die Namen der Organisationen möchte er nicht nennen.

Der neue Bürgermeister Istanbuls, Ekrem İmamoğlu, hat angekündigt, die Dschamaats in Istanbul (islamische bis islamistische Gemeinschaften) unterstützen zu wollen. Die Dschamaats in der Türkei sind im Regelfall als Stiftungen organisiert, um steuerliche Vorteile zu nutzen. Deshalb verfügen sie im In- und Ausland über ein Milliardenvermögen, berichten die ›Deutschen Wirtschafts Nachrichten‹.

İmamoğlu zufolge gibt es in Istanbul islamische und islamistische Stiftungen, die Aktivitäten angeblich zum Vorteil der Stadt Istanbul vorweisen können. Er sei lediglich dagegen, dass einige dieser Stiftungen von der Großstadt Istanbul finanziell bevorzugt, während andere benachteiligt werden. »Mit einigen dieser Gemeinschaften stehe ich in Kontakt. Doch ich werde keine Namen preisgeben«, so İmamoğlu gegenüber der Tageszeitung ›Habertürk‹.

İmamoğlu hatte noch im Verlauf des Wahlkampfs um Istanbul den Bürgern nach Angaben der Zeitung ›BirGün‹ versprochen, dass die Zeit »der Dienste für die Dschamaats zu Ende« sei. Stattdessen meinte er, er würde das Atatürk-Mausoleum in Ankara 365 Tage im Jahr besuchen, wenn er die Möglichkeit hätte. Diese Aussage gehörte offenbar in das wahltaktische Repertoire, um die säkularen Wähler Istanbuls anzusprechen.

Islamisten unterstützen İmamoğlu

Dem Investigativ-Journalisten Barış Terkoğlu zufolge wurde İmamoğlu während des Wahlkampfs vor allem von der islamischen Gemeinschaft der Süleymancılar (Anhänger des osmanischen Sultans Süleyman) unterstützt. Terkoğlu wörtlich: »Bei diesen Wahlen standen die Süleymancılar auf der Seite von Ekrem İmamoğlu. Der Grund dafür liegt darin, dass auch İmamoğlu bei den Süleymancılar aufgewachsen ist (…) Hinzu kommt, dass die Akabe Stiftung, die Nurcu Asya Bewegung, die Furkan Gemeinschaft und weitere Dschamaats, die Probleme mit der türkischen Regierung haben, İmamoğlu unterstützt haben.«

Bei den genannten Gemeinschaften handelt es sich um politisch islamistische Organisationen, die den laizistischen Staat und die türkische Verfassung ablehnen.

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