Das Irrenhaus-Tagebuch

Masseneinwanderung, Multikulti, Euro-Irrsinn, Gender-Gaga: Im 14. Jahr der Kanzlerschaft von Angela Merkel (CDU) ist Deutschland reif für die Klapse. Lesen Sie die neue Folge aus dem »Irrenhaus-Tagebuch«

29. November: Herr, lass Hirn regnen!

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) stellt ihren Geistlichen ab sofort »Tipps für Gottesdienste in einer zeitgemäßen Sprache« zur Verfügung. Um die Vielfalt biblischer Gottesbilder abzubilden, könnten abwechselnd männliche und weibliche Formen verwendet werden, etwa »Ewige*r«, Lebendige*r«, oder »Schöpfer*in«. Die Ausrichtung der betenden Gemeinde auf Gott werde leichter, wenn die Anrede kurz sei, zum Beispiel »Gott, mein Freund. Meine Freundin.« Nach Angaben der EKHN sind fast alle Gebete neu entstanden. Das Anliegen der Ideensammlung sei es, »zu einer theologisch verantworteten, zeitgemäßen und elementaren Gebetssprache zu finden«. Die Worte sollten zudem einprägsam sein. Was das praktisch bedeutet, zeigt die Landeskirche am Beispiel eines Gebets zum 1. Advent: »Du kommst, Gott. Als kleines Kind, das Hilfe braucht. Armselig. Du kommst, Gott. Als mächtiger König, der auf einem Esel reitet. Lächerlich. Du kommst, Gott. Als Herrscher, der nicht Angst und Schrecken bringt, sondern für Gerechtigkeit einsteht. Unglaublich.« Herr, lass Hirn regnen!

»Gott, mein Freund. Meine Freundin«: In Sachen Gender-Gaga will die Evangelische Kirche einmal mehr Vorreiter*in sein

28. November: Bedingt einsatzbereit

Die Bundeswehr kann den vor fünf Wochen von Airbus ausgelieferten Marine-Hubschrauber »NH90 Sea Lion« wegen erheblicher Lücken in der Bedienungsanleitung vorerst nicht in Betrieb nehmen. Bei der Wartung seien in der »technischen Dokumentation« an 150 Stellen »Unregelmäßigkeiten« festgestellt worden. »In der Summe handelt es sich hierbei um erhebliche Fehler, die einen sicheren Flugbetrieb des Hubschraubers nicht erlauben«, teilte das Bundesverteidigungsministerium am Mittwoch mit. Airbus Helicopters hatte den ersten »Sea Lion« am 24. Oktober an das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr übergeben. Insgesamt hat die Bundeswehr 18 Maschinen dieses Typs geordert, die nach jetziger Planung bis 2022 in Betrieb genommen werden sollen. Die sogenannte technische Dokumentation soll alle Informationen über ein Waffensystem enthalten, die zu Nutzung, Wartung und Reparatur nötig sind. Für den »Sea Lion« hält das Bundesverteidigungsministerium die Anleitung nicht für ausreichend. Man sei zwar weiterhin grundsätzlich von der Leistungsfähigkeit des Hubschraubers überzeugt – aber: »Aufgrund der unzureichenden und lückenhaften technischen Dokumentation kann jedoch zum jetzigen Zeitpunkt ein Flugbetrieb durch die Frauen und Männer der Marine nicht verantwortet werden.« Gemach, die Bundeswehr hat derzeit ohnehin ganz andere und offenbar wichtigere Probleme:

Screenshot des inzwischen gelöschten ›Instagram‹-Posts der Bundeswehr mit einer Wehrmachtsuniform

Auf dem offiziellen ›Instagram‹-Kanal der Truppe wurde eine Uniform der Wehrmacht samt Hakenkreuzen zur Schau gestellt. Der Post wurde inzwischen gelöscht, sorgt aber für anhaltende politisch korrekte Schnappatmung. Ein Screenshot zeigt, dass an der Uniform zwei Eiserne Kreuze, das Verwundeten-Abzeichen der Wehrmacht und einen Reichsadler befestigt waren. Alle Abzeichen und der Orden tragen das Hakenkreuz. Betitelt wurde das Bild in der ›Instagram‹-Story mit »Retro« und »Mode«. Am unteren Bildrand war zu lesen: »Auch Mode ist ein Aspekt. Bis heute halten sich militärische Stilelemente in der Haute Couture.«

Nun, mit Ironie ist das bekanntlich so eine Sache – der Schuss kann schnell nach hinten losgehen. Aber kann es trotzdem sein, dass in der Wehrmacht so manches – rein technisch gesehen – besser funktionierte? Man wird ja wohl noch fragen dürfen …

Testflug des Marine-Hubschraubers »NH90 Sea Lion«: »erhebliche Fehler« erlauben derzeit keinen »sicheren Flugbetrieb«, so das Bundesverteidigungsministerium

27. November: Datenroller

Seit ihrer Einführung hat sich die Freude an Elektro-Tretrollern eingetrübt: Unfälle, Rücksichtslosigkeiten oder wildes Parken bringen die vermeintlich hippen Leihfahrzeuge vor allem von Klimahysterikern zunehmend in Verruf. Nun melden auch Datenschützer Bedenken an. Die Anbieter saugen Experten zufolge viel mehr Daten ab, als die Nutzer sich träumen lassen. Elektro-Tretroller sind demnach Datenkraken, die systematisch Bewegungsprofile speichern können: Laut einem Bericht der Zeitungen der Funke Mediengruppe warnen Datenschützer davor, dass Verleiher von Elektro-Scootern die Daten ihrer Nutzer nicht verschlüsseln: »Sharing-Anbieter wie E-Roller-Verleiher wollen Profile erstellen, damit sie Zugang zum Datenmarkt haben – entweder, um personalisierter werben zu können oder um die Daten zu verkaufen«, so Thorsten Strufe, Lehrstuhlinhaber für Datenschutz und Datensicherheit der Technischen Universität Dresden.

Auch der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Johannes Caspar, zeigt sich besorgt. Viele Nutzer hätten nur unzureichende Kenntnis darüber, »welche Daten zu welchen Zwecken von den jeweiligen Anbietern erhoben und genutzt werden«. Die neue Form urbaner Mobilität erfolge »unter einem erheblichen Einsatz der persönlichen Daten von Nutzern«, warnte Caspar. Kinder, man kann nicht alles haben – Datenschutz und Klimaschutz!

Datenkrake Elektroroller: Die Anbieter können mit den hippen Leihfahrzeugen umfangreiche Bewegungsprofile erstellen

26. November: Von nichts kommt nichts

Geht’s noch – geht’s eigentlich überhaupt noch? Die sogenannten Seenotretter im Mittelmeer stünden in der Tradition von Menschen, die in der Nazi-Zeit Juden vor dem Tod in Vernichtungslagern bewahrten. Diese an Geschmacklosigkeit nicht mehr zu überbietende Ansicht vertritt der Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften), Michael Diener (Kassel), in einem ›YouTube‹-Video. In dem Film-Machwerk würdigen Vertreter der evangelischen Kirche, der katholischen Kirche und der Mennoniten den Einsatz des Schlepperdampfers »Alan Kurdi« im Mittelmeer. In dem Video spricht der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der einschlägig bekannte bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, den »Seenotrettern« den Aaronitischen Segen (4. Buch Mose 6,24-26) zu. Der linksgrüne Kirchenfürst, der sich vor nicht allzu langer Zeit in demütiger Unterwerfung vor dem Islam auf dem Tempelberg zu Jerusalem das Kreuz vom Leibe riss, will sich demnächst selbst als Reeder eines »Rettungsschiffes« betätigen. Das Projekt soll im Wesentlichen aus Kirchensteuermitteln finanziert werden. Kleine Info am Rande: 2018 traten aus der evangelischen Kirche rund 220.000 Mitglieder aus, 11,6 Prozent mehr als 2017. Der katholischen Amtskirche kehrten 216.000 Gläubige den Rücken, fast 50.000 oder 29 Prozent mehr als im Vorjahr. Von nichts kommt nichts – und davon immer mehr!

Segen für Schlepper: Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Heinrich Bedford-Strohm fährt unbeirrt seinen stramm linksgrünen Kurs

25. November: Guter Mond, du gehst so stille

There’s No Business Like Show Business: Entweder sind es Haltungsbekundungen »gegen rechts« vom Schlage des feisten Brüllaffen Herbert Grönemeyer (»wir diktieren«) oder der sogenannte Klimaschutz. Letzteres Genre hat nun auch die sächsische Band »Silbermond« für sich entdeckt. Sängerin Stefanie Kloß redet neuerdings fast nur noch davon, was sie alles fürs Klima tut und »wie wichtig« das diesbezügliche Engagement für sie (sprich: Umsatz) ist. Mit Euroscheinen in den feuchten Augen führt Kloß aus: »Die Umwelt war für mich bisher kein Thema, keine offene, sichtbare Wunde, auch wenn man schon seit Längerem den Schnee zusammenkratzen muss, um in der Weihnachtszeit einen Schneemann bauen zu können.« Die Verantwortung für ihr Kind habe ihr »die Augen geöffnet«. Deshalb habe die bisher eher für gefühlsbetonte sensible Texte bekannte Band aus Bautzen mit »Träum ja nur (Hippies)« auch einen »politischen Song« im Repertoire. In Zeiten, wo Grönemeyer für Appelle im Sportpalast-Duktus oder Nuschelbarde Udo Lindenberg für primitive Ausfälle gegen die AfD öffentlich und politisch beklatscht sowie mit dem sogenannten Bundesverdienstkreuz (Lindenberg) ausgezeichnet werden, darf auch »Silbermond« mit einem Kasse machenden Statement nicht fehlen.

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